OTTAWA, CANADA - JANUARY 17: Tim Stützle #18 of the Ottawa Senators skates against the Montréal Canadiens at Canadian Tire Centre on January 17, 2026 in Ottawa, Ontario, Canada. (Photo by Chris Tanouye/Freestyle Photography/Getty Images)

Etwas mehr als zwei Wochen vor dem Ende der regulären Saison hat sich in der Eastern Conference noch kein Team für die Stanley Cup Playoffs fest qualifiziert. Erst nach dem Spieltag am Dienstag hatten die ersten beiden Teams, die Buffalo Sabres in der Atlantic Division und die Carolina Hurricanes in der Metropolitan Division, 100 Punkte erreicht. Aber dahinter tummeln sich die Verfolger. Auch die Tampa Bay Lightning (98 Punkte; 2. Atlantic), Montreal Canadiens (96; 3. Atlantic), Boston Bruins (94; 4. Atlantic) und Pittsburgh Penguins (92.; 2. Metropolitan) sollten ihre Qualifikation in greifbarer Nähe haben.

Doch die restlichen zwei Plätze sind von sechs Teams hart umkämpft, die innerhalb einer Spanne von nur vier Punkten liegen. Angeführt von den New York Islanders auf dem 3. Platz der Metropolitan mit 89 Punkten bis zu den Washington Capitals auf dem 6. Platz der Metropolitan mit 85 Punkten.

TOR@OTT: Stützle bricht das Eis im ersten Drittel

Mittendrin ist der deutsche Stürmer Tim Stützle mit seinen Ottawa Senators, die mit acht verbleibenden Spielen (sechs Heimspiele, zwei Auswärtsspiele) 86 Punkte (38-26-10) auf dem Konto haben und den ersten Verfolgerplatz hinter den Wildcards einnehmen. Zwei Zähler vor ihnen liegen die Columbus Blue Jackets auf dem zweiten Wildcard-Platz.

Der jüngste Trip von Ottawa nach Florida lief mit einer 2:4-Niederlage bei den Lightning am Samstag und einer 3:6-Niederlage bei den Florida Panthers am Dienstag wenig erfreulich. Vor allem die Art und Weise, wie diese zu Stande kamen, hat die Senators in ihrem Selbstverständnis etwas zurückgeworfen. In Tampa lagen sie schnell mit 2:0 in Führung, ehe durch vier unbeantwortete Tore noch zu verlieren, und bei den Panthers folgte ein katastrophales erstes Drittel, in dem sie 0:5 zurücklagen.

„Solche Dinge passieren einfach“, sagte Stützle noch am Montag nach dem Training in Fort Lauderdale zum Spiel in Tampa lapidar gegenüber NHL.com/de. Doch waren zu dem Zeitpunkt alle der Meinung, dass es am Dienstag anders laufen würde. „Wir hatten zuvor eine 15-3-2-Bilanz oder so. Da sollte uns so etwas nicht umwerfen.“ Am Donnerstag im Heimspiel gegen die Buffalo Sabres sind sie aber dringend gefordert, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Dabei hatten die Senators zwischen den beiden Spielen in Florida sogar ungewöhnliche zwei Tage Spielpause, die sie in einem Hotel am Strand von Fort Lauderdale verbrachten.  

„Wir waren mit der gesamten Mannschaft Essen und sonst hatten wir am Sonntag einen Tag frei, was auch einmal ganz guttat“, erzählte Stützle. „Wir sind etwas spazieren gegangen, aber sonst waren wir sehr inaktiv und haben uns generiert.“

Aus deutscher Sicht ist interessant, dass Stützle ausgerechnet mit seinen Freunden Moritz Seider von den Detroit Red Wings und Lukas Reichel, der bei den von Marco Sturm trainierten Bruins spielt, im Osten um den Einzug in die Playoffs kämpft. Die Red Wings (39-27-8) liegen punktgleich hinter den Senators (nur wegen den weniger Siegen nach regulärer Spielzeit), und die Bruins haben sich mit 94 Punkten (43-24-8) auf dem ersten Wildcard-Platz schon etwas abgesetzt. 

„Ich konzentriere mich viel auf mich selbst und was wir hier haben“, erklärt Stützle auf die Frage nach Seider und Reichel. „Ich habe Selbstvertrauen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Wir müssen unsere Leistungen bringen. Das ist es, was zählt.“

Sollte der Einzug in die Playoffs gelingen, dann könnte es diese Saison weit gehen, nachdem die Senators im Vorjahr in der ersten Runde knapp an den Toronto Maple Leafs gescheitert waren. Doch in diesem Jahr ist vieles anders, nachdem es im Osten aufgrund des geschildert engen Tabellenbildes keine ausgesprochenen Favoriten gibt.

14-Spiele-Punkteserie: Tim Stützle stellt seine persönliche Bestmarke ein!

„Wir haben eine sehr gute Mannschaft“, verdeutlicht Stützle auf die Frage, ob es für Ottawa weit gehen könnte. „Von daher ist meiner Meinung nach alles möglich. Ich glaube, dass wir von Anfang der Saison an gezeigt haben, dass mit uns zu rechnen ist. Von den Statistiken sind wir in allen Kategorien oben mit dabei. Daran müssen wir anknüpfen und unser Spiel spielen, Wenn wir das beherzigen, dann können wir jeden Gegner schlagen.“

Stützle ist erneut ein Leistungsträger der Senators. Mit seinen 32 Treffern, 44 Assists und 76 Punkten aus 74 Spielen führt er die Teamstatistik in allen diesen Bereichen an. Am vergangenen Donnerstag konnte er den 400. Punkt seiner NHL-Karriere feiern. Er erreichte diese Marke als Ottawas jüngster Spieler jemals (24 Jahre und 70 Tage). Bei Akteuren wie Alexei Yashin, dem bisherigen Rekordhalter mit 25 Jahren und 153 Tagen, und vielen mehr, die hier schon aktiv waren, ein absolutes Ausrufezeichen.

„Natürlich mit den namhaften Leuten, die vor mir hier waren, das sind extrem große Namen, bedeutet mir das schon was“, stellt Stützle fest. „Nichtsdestotrotz glaube ich, dass der größte Anteil an meine Mitspieler geht. Ich habe sehr viel Glück, dass ich mit guten Spielern zusammenspielen durfte und auch darf. Das macht es natürlich einfacher, so eine Marke so schnell zu erreichen.“

Stützle brauchte nur 439 Spiele, um 147 Tore zu erzielen und 254 weitere vorzubereiten. Der gebürtige Viersener wurde an insgesamt dritter Stelle im NHL Draft 2020 von den Senators ausgewählt.

Egal, wie es in dieser Saison ausgeht, in der kommenden Saison steht für Stützle und Ottawa ein besonderer Auswärtstrip an. Zur NHL Global Series Germany 2026 geht es am 18. und 20. Dezember in den PSB Bank Dome von Düsseldorf, wo die Chicago Blackhawks der Gegner sein werden. Die beiden Spiele waren am vergangenen Freitag innerhalb einer Stunde bis auf wenige Restkarten praktisch ausverkauft. Eine Nachricht, die auch Stützle gern hörte.

Stützle erzählt im Interview über den schnellen Kartenverkauf der Global Series und mehr

„Ich bin extrem begeistert und glaube, dass es etwas ganz Besonderes werden wird“, macht er deutlich. „Ich konnte noch nicht viel darüber nachdenken, weil wir eigentlich jeden zweiten Tag spielen und wichtige Spiele vor uns haben, aber natürlich vor meiner Familie und vielen guten Freunden zu spielen, wird extrem cool. Ich freue mich, dass das deutsche Eishockey weiter wächst und ich glaube, dass die Kooperation mit der NHL extrem gut für Deutschland ist.“

Und gut für Deutschland und die NHL ist auch, wenn Spieler wie Stützle in der NHL Erfolge feiern können. Ein Erreichen der Playoffs von Ottawa im zweiten Jahr in Folge würde zeigen, dass das Team am richtigen Weg ist, egal, was danach passiert.

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