Der Donnerstag bot bei der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz genau jene Mischung, die ein Turnier in der entscheidenden Gruppenphase braucht: dominante Favoriten, wilde Offensivspektakel und NHL-Stars, die ihrer Rolle gerecht wurden. Besonders Gastgeber Schweiz und Rekordweltmeister Kanada standen im Mittelpunkt – allerdings auf völlig unterschiedliche Weise. Während die Eidgenossen gegen Großbritannien kontrolliert und souverän ihren fünften Sieg einfuhren, musste Kanada in Fribourg ein verrücktes 6:5 nach Verlängerung gegen Norwegen überstehen. Auch Finnland bestätigte seine Medaillenambitionen eindrucksvoll, während die Slowakei mit einer überzeugenden Vorstellung weiter Druck auf die Spitzenteams der Gruppe B ausübt.
Das sind die Erkenntnisse des WM-Geschehens vom Donnerstag, 21. Mai:
Niederreiter und Hischier führen die Schweiz weiter an
Die Schweiz bleibt bei ihrer Heim-WM das Maß aller Dinge in Gruppe A. Beim 4:1 gegen Großbritannien feierte das Team den fünften Sieg im fünften Spiel – und erneut standen die NHL-Stars im Mittelpunkt.
Besonders Nino Niederreiter drückte der Partie seinen Stempel auf. Der Stürmer der Winnipeg Jets erzielte zwei Treffer und sorgte schon früh für die Führung, nachdem ihn Roman Josi mit einem perfekten Pass in Szene gesetzt hatte. Der Verteidiger der Nashville Predators kontrollierte die Partie von hinten heraus nahezu nach Belieben und war ständig am Schweizer Offensivspiel beteiligt.
Auch Nico Hischier setzte seine starke WM fort. Der Kapitän der New Jersey Devils profitierte kurz nach Beginn des zweiten Drittels von einem britischen Fehler und erhöhte auf 2:0. Gemeinsam mit Spielern wie Timo Meier und Denis Malgin demonstrierte die Schweiz erneut ihre enorme Kadertiefe.
Trotz einzelner guter Aktionen von Liam Kirk und Josh Waller war Großbritannien letztlich chancenlos. Die Schweizer dominierten Schüsse, Scheibenbesitz und Tempo fast über die komplette Spielzeit hinweg. Mit nun fünf Siegen bleibt die Mannschaft klar auf Kurs Gruppensieg. Als nächstes wartet allerdings ein anderes Kaliber – das direkte Duell mit Finnland könnte bereits eine Vorentscheidung im Kampf um Platz eins bringen.
Scheifele rettet Kanada in einem wilden Offensivspektakel
Kanada bekam in Fribourg dagegen einen echten Warnschuss verpasst. Gegen Außenseiter Norwegen entwickelte sich ein völlig verrücktes Spiel, das der Favorit erst in der Verlängerung mit 6:5 gewann.
Überragender Mann auf dem Eis war Mark Scheifele. Der Angreifer der Winnipeg Jets erzielte nicht nur einen Hattrick, sondern traf auch nach nur 29 Sekunden in der Overtime zum Sieg. Kanada verdankte ihm überhaupt erst die Chance auf den Erfolg, nachdem Norwegen die Nordamerikaner mehrfach in Bedrängnis gebracht hatte.
Dabei begann die Partie aus kanadischer Sicht katastrophal. Torhüter Cam Talbot wirkte bei mehreren Distanzschüssen unsicher, während Norwegen mutig und effizient spielte. Johannes Johannesen, Christian Kaasastul und Tinus Luc Koblar nutzten Kanadas defensive Probleme konsequent aus.
Kanadas NHL-Offensive zeigte allerdings ebenfalls ihre Klasse. Neben Scheifele überzeugten vor allem Wunderkind Macklin Celebrini (San Jose Sharks) sowie Veteran Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins), deren Reihe permanent Druck erzeugte. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit rettete Ryan O'Reilly Kanada mit dem 5:5 überhaupt erst in die Verlängerung.
Bemerkenswert: Norwegen erzielte erstmals überhaupt fünf Tore gegen Kanada bei einer WM. Für den Mitfavoriten dürfte das trotz des Erfolgs ein klares Warnsignal sein – schon morgen wartet mit Slowenien die nächste Aufgabe, ehe später Topspiele gegen die Slowakei und Schweden folgen könnten.




















