Montreal Canadiens v Carolina Hurricanes

Die Carolina Hurricanes und die Montreal Canadiens blicken am heutigen Donnerstag (8 p.m. ET; Fr. 2 Uhr MESZ) Spiel 1 des Eastern Conference Finales 2026 entgegen. Die ersten beiden Partien finden im Lenovo Center von Raleigh statt. Wir stimmen mit fünf Schlagschüssen auf ein spannendes Duell der Stanley Cup Playoffs ein.

Erholung oder Spielrhythmus: Was hilft mehr?

Die Belastung der beiden Mannschaften könnte kaum unterschiedlicher sein. Die Hurricanes haben bislang nur acht Spiele absolviert, weil ihnen in der Ersten Runde gegen die Ottawa Senators und in der Zweiten Runde gegen die Philadelphia Flyers jeweils ein Sweep gelang. 

Ganz anders verliefen die Playoffs für die Canadiens. Montreal musste in der Ersten Runde gegen die Tampa Bay Lightning und in der Zweiten Runde gegen die Buffalo Sabres jeweils bis ins Spiel 7 gehen. Sie haben sechs Spiele mehr in den Beinen: Eine größere Diskrepanz hat es in den Conference Finals seit 1987 nicht gegeben. 

Die Ruhephase war entsprechend kurz: Die Canadiens hatten inklusive Anreise lediglich drei freie Tage, ehe sie nun in Carolina antreten. Die Hurricanes absolvierten ihr letztes Spiel am 9. Mai. Elf Ruhetage hatten sie zur Regeneration. 

Dafür könnte ihnen im Gegensatz zu Montreal der Spielrhythmus fehlen. Center Sebastian Aho sieht darin allerdings kein Problem: „Du wirst so oder so aufgedreht sein, es ist Playoff-Eishockey. Wir hatten etwas Ähnliches zwischen Runde 1 und 2.“

Hurricanes und Canadiens treffen im Eastern Conference Finale aufeinander

Junge Mannschaft weckt Erinnerungen an den Stanley Cup 1993

Wenn es eine Mannschaft gibt, die der hohen körperlichen Belastung gewachsen sein dürfte, sind es die Canadiens. Mit einem Durchschnittsalter von 25,8 Jahren sind sie das jüngste Team seit 1993, das ein Conference Finale erreicht hat. 

Das Besondere: Im Jahre 1993 waren es ebenfalls die Canadiens, die mit 25,8 Jahren das jüngste Team stellten. Damals setzten sie sich im Conference Finale gegen die New York Islanders durch, ehe sie im Finale die Los Angeles Kings bezwangen und den Stanley Cup gewannen. 

Trainer Martin St. Louis attestiert seiner Mannschaft trotz des jungen Alters einen Reifeprozess: „Wir wissen, dass uns vor zwei Jahren die Erfahrung gefehlt hat, aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht weiterentwickeln und reifen kann. Ich habe das Gefühl, dass der Prozess, den wir etabliert haben, das Umfeld und die Einstellung es uns ermöglichen, uns weiterzuentwickeln. Und zwar unabhängig davon, wie alt wir sind.“

Montreal ist der Angstgegner von Carolina

Auf den ersten Blick müsste Carolina der klare Favorit sein. Sie schlossen die reguläre Saison besser ab und waren auch in den bisherigen Playoffs dominanter. In den direkten Duellen allerdings war Montreal die stärkere Mannschaft. Alle drei Begegnungen in der regulären Saison gewannen die Canadiens. „Wir wollen nicht, dass sich dieser Trend fortsetzt. Aber sie sind wirklich ein besseres Team als früher“, sagt Hurricanes-Trainer Rod Brind'Amour. 

Der Center Jordan Staal ergänzt: „Sie hatten eine großartige Saison. Sie sind offensichtlich ein gutes Team. Sie setzen dich stark unter Druck. Sie sind schnell. Sie haben einen guten Torwart. Ihr Powerplay ist stark. Sie geben dir kaum Zeit und machen es dir schwer, auf dem Eis Räume zu finden und nach vorne zu kommen. Genau das machen gute Teams. Ihre Spielweise ist perfekt für die Playoffs: hart und intensiv.“

Dobes gegen Andersen: Duell der Super-Goalies

Das Duell zwischen Montreal und Carolina ist auch das Duell zweier Super-Goalies.

Jakub Dobes stand in jedem Spiel dieser Postseason für die Canadiens im Tor und benötigt nur noch einen weiteren Triumph, um den zehnten Playoff-Sieg seiner Karriere zu verbuchen. Sein erster Sieg gelang ihm in Spiel 3 der Ersten Runde 2025. 

Der 24-Jährige könnte zudem der 15. Rookie-Torhüter in der Geschichte der NHL werden, der eine zweistellige Siegeszahl erreicht. Vier weiteren Namen auf dieser Liste gelang dieses Kunststück ebenfalls im Trikot von Montreal: Patrick Roy (15), Steve Penney (15), Ken Dryden (14) und Jacques Plante (14).

Auch die Bilanz von Frederik Andersen ist beachtlich. Der 36-Jährige stand bei allen acht Siegen Carolinas in dieser Postseason im Tor und könnte mit Grant Fuhr (neun Einsätze im Jahr 1985 für EDM) gleichziehen, was die längste Siegesserie zum Auftakt einer Postseason in der NHL-Geschichte betrifft. Zudem könnte er der neunte Torhüter in der Ligahistorie werden, dem zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb einer Postseason eine Serie von neun Siegen in Folge gelingt. 

Andersen, der aktuell eine Fangquote von 95,0 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,12 aufweist, könnte zudem die NHL-Bestmarke für die meisten aufeinanderfolgenden Starts zu Beginn einer Postseason einstellen, in denen er maximal zwei Gegentore zuließ. Der bisherige Rekord wurde von Clint Benedict im Trikot der Montreal Maroons aufgestellt – und zwar vor 98 Jahren.

MTL@BUF, Spiel 7: Dobeš streckt sich, um Thompson abzuwehren

Respekt vor dem Powerplay der Canadiens: Carolina will der Strafbank fernbleiben

Sean Walker, der Verteidiger der Hurricanes, gibt Einblicke in den Matchplan: „Wir werden versuchen, ihre Chancen zu begrenzen, sie vom Powerplay fernzuhalten und unserem Spiel treu zu bleiben.“ 

Tatsächlich wird ein Erfolgsschlüssel für die Hurricanes darin bestehen, Strafen zu vermeiden. Montreal hat mit einer Erfolgsquote von 25,0 Prozent das zweitbeste Powerplay der Playoffs hinter den Vegas Golden Knights (27,0 Prozent). Zum Vergleich: Die Hurricanes kommen auf 13,0 Prozent. 

Carolina-Trainer Brind'Amour sagt über das Powerplay der Canadiens: „Sie haben dynamische Spieler. Jeder einzelne von ihnen ist auf seine Weise elitär in dem, was er tut. Und wenn man sie dann gemeinsam in diesen Rollen einsetzt, profitieren sie enorm voneinander. Sie sind perfekt aufeinander abgestimmt. Am Ende geht es im Powerplay um Qualität. Und sie haben diese Qualität.“

CAR@PHI, Sp4: Blake schickt Hurricanes ins Eastern Conference Finale

Verwandte Inhalte