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Die Vegas Golden Knights haben Spiel 1 des Western Conference Finales am Mittwoch in der Ball Arena in Denver mit 4:2 gegen die Colorado Avalanche gewonnen und damit das Heimrecht zurückerobert.

„Das war enorm wichtig“, betonte Vegas-Torwart Carter Hart. „Wir wissen, dass sie eine gute Mannschaft sind. Wir wissen, dass sie viel Talent in ihren Reihen haben, und das respektieren wir. Aber man darf sie nicht zu sehr respektieren, und ich finde, wir haben gut verteidigt und ihnen Zeit und Raum genommen. Außerdem haben wir heute Abend viele Schüsse geblockt, sind gut in viele Schuss- und Passwege gekommen und haben gute Schläger gespielt.“

Aufstellung: Makar und Stone fehlen im Lineup

Avalanche-Trainer Jared Bednar nahm im Vergleich zu Spiel 5 der Zweiten Runde gegen die Minnesota Wild zwei Veränderungen in seiner Aufstellung vor: Artturi Lehkonen und Sam Malinski kehrten nach Oberkörperverletzungen für Joel Kiviranta und Cale Makar zurück. Letzterer war nicht rechtzeitig fit geworden und ist „day-to-day“. Malinski nahm Makars Platz im ersten Verteidiger-Paar ein. Die erste Reihe mit Gabriel Landeskog, Nathan MacKinnon und Martin Necas blieb zusammen, Lehkonen fügte sich in der zweiten Linie neben Brock Nelson und Nicolas Roy ein. Im Tor erhielt Scott Wedgewood (24 Saves, 88,9 Prozent Fangquote) anstelle von Mackenzie Blackwood den Start.

Golden Knights-Headcoach John Tortorella konnte nach abgesessener Sperre wieder auf Defensivverteidiger Brayden McNabb zurückgreifen und beorderte ihn ins erste Abwehr-Tandem neben Shea Theodore. Dafür musste Kaeden Korczak aus der Aufstellung weichen. Mark Stone (Unterkörperverletzung) und Jeremy Lauzon (Oberkörperverletzung) bleiben verletzt. Zwischen den Pfosten startete im 13. Spiel in Folge Carter Hart (36 Saves, 94,7 Prozent Fangquote).

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Colorado Avalanche und den Vegas Golden Knights

1. Drittel: Hertl klopft an

Der erste Durchgang war mit 10:10 Torschüssen ausgeglichen. Die beste Möglichkeit verbuchte Vegas in einer 3-auf-2-Situation, in der Colton Sissons für Thomas Hertl querlegte, doch dessen Direktabnahme konnte Wedgewood entschärfen (7.).

„Mir hat unser erstes Drittel insgesamt gefallen“, sagte Tortorella. „In dieser Halle gegen diese Mannschaft anzutreten, in einer Situation, in der sie versuchen, einen regelrecht zu überrollen. Es war ein gutes Auswärts-Drittel für uns.“

2. Drittel: Coghlan bricht den Bann

Im Mitteldrittel gingen die Golden Knights trotz 10:15 Torschüssen in Führung: Verteidiger Dylan Coghlan rückte auf, schaltete sich in den Angriff mit ein, wurde von Brandon Saad im hohen Slot angespielt und traf per Flachschuss-Tunnel zum 1:0 (33.). Für den 28-jährigen Kanadier war es das erste Karriere-Tor in den Stanley Cup Playoffs.

VGK@COL, WCF, GM1: Coghlan trifft aus dem hohen Slot per Tunnel zum 1:0

„Das war ziemlich verrückt“, sagte Coghlan. „Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass der Puck reingegangen war, bis ich mich umdrehte und zu Shea (Theodore) schaute. Er lächelte mich an. Also, ja, ich hatte für einen Moment irgendwie einen Blackout, sah aber die Chance, mich in den Angriff einzuschalten. Ein toller Pass von ‚Saader‘, der mich gefunden hat, und ich habe einfach geschossen. Zum Glück ist er reingegangen.“

„Ich freue mich so für ihn“, so Hart. „Ich meine, er kam in der Serie gegen Anaheim rein. Er hat damals einen großartigen Job gemacht. Heute Abend hat er sich enorm ins Zeug gelegt, und dieses erste Tor war einfach großartig - ich könnte mich nicht mehr für ihn freuen. Wir wissen, dass es schwer ist, hier zu spielen, und es war enorm wichtig für uns, einfach in Schwung zu kommen, richtig zu starten und dann darauf aufzubauen.“

Wenig später legte Vegas im Powerplay nach: Mitch Marner schirmte den Puck gekonnt ab und servierte den Puck in einer feinen Bewegung für Pavel Dorofeyev, der per Direktabnahme zum 2:0 ins Torwarteck traf (36.).

„Das war einfach eine unglaubliche Aktion. Ja, er ist ein unfassbar talentierter Spieler, der solche Spielzüge machen kann“, sagte Dorofeyev über Marner.

3. Drittel: Colorados Aufholjagd kommt zu spät

Im Schlussabschnitt bauten die Golden Knights ihren Vorsprung auf 3:0 aus. Malinski schoss in den letzten Sekunden eines Powerplays einen Block - und der Puck kam wie ein Bumerang zurück: Der gerade von der Strafbank gesprungene Ben Hutton tauchte frei vor dem Tor auf und scheiterte an Wedgewood. Brett Howden aber setzte nach, lenkte die hoch-abgesprungene Scheibe mit dem Handschuh Richtung Tor und kehrte sie mit dem Schläger gar über die Linie (42.). Ein technisch höchst anspruchsvoller Treffer.

„Wir hatten immer noch volles Vertrauen“, sagte Landeskog. „Wir wissen, dass wir genug Offensivkraft in uns haben, um Torchancen zu kreieren und uns gute Möglichkeiten zu verschaffen.“

VGK@COL, WCF, GM1: Howden zieht zum Tor und trifft mit Handschuh und Schläger

Colorado, dass sich lange die Zähne an körperlich starken (31:34 Checks) und Pucks fressenden Gästen (11:23 Blocks) ausbiss, kam nun selbst auf die Anzeigetafel: Power Forward Valeri Nichushkin zog vors Tor und verwandelte einen Querpass von Ross Colton von rechts mit einem sehenswerten Tip-in durch die eigenen Beine zum 1:3 (46.).

Die Avalanche startete seine Schlussoffensive (13:8 Schüsse im dritten Drittel) und erzielte 2:21 Sekunden vor dem Ende den Anschlusstreffer: Nach einem unwiderstehlichen Solo von MacKinnon von dieser am zweiten Pfosten Landeskog, der aus der Nahdistanz per Tip-in auf 2:3 verkürzte (58.).

Ich würde mir wünschen, dass wir die Entschlossenheit und Unerbittlichkeit, die wir im dritten Drittel gezeigt haben, schon früher im Spiel und über längere Zeiträume hinweg an den Tag legen“, sagte Bednar. „Unsere Mannschaft hat vor Spiel 2 noch viel zu verbessern.“

Der Ausgleich aber sollte nicht mehr fallen. Stattdessen gewann Nic Dowd das Rennen um die freie Scheibe und schob zum 4:2-Endstand für die Golden Knights ins mittlerweile leere Tor ein (60.).

„Wir hatten einige erhebliche Schwankungen und haben keineswegs ein fehlerfreies Spiel gezeigt“, so Tortorella. „Wir haben einige wichtige Tore erzielt und in entscheidenden Momenten großartige Paraden gesehen. Es ist schön, den ersten Sieg unter Dach und Fach zu haben, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns, wenn wir gegen diese Mannschaft spielen.“

Vegas führt in der Best-of-7-Serie mit 1:0. Spiel 2 ist am Freitag (8 p.m.: ET; Sa. 2 Uhr MESZ) erneut in der Ball Arena in Denver.

„Es ist ja nicht so, als hätten wir dieses Jahr noch keine Spiele verloren und uns davon wieder erholt“, sagte Bednar. „Selbst wenn wir heute Abend gute Entscheidungen getroffen und den Puck gut eingesetzt haben, wurden diese oft nicht richtig umgesetzt und führten in allen drei Zonen zu Problemen; bei einigen unserer Entscheidungen sah es einfach so aus, als hätten wir die Situation nicht schnell genug erkannt. Es war einfach nicht die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe großes Vertrauen in unsere Mannschaft. Ich gerate nicht in Panik, aber das nächste Spiel ist natürlich ein wichtiges.“

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