Die Ottawa Senators haben das Verfolgerduell in der Eastern Conference bei den Detroit Red Wings am Dienstagabend in der Little Caesars Arena mit 3:2 gewonnen und stehen damit erstmals seit dem 3. Dezember wieder auf einem Playoff-Platz. Während Tim Stützle und seine Senators den vierten Sieg in Serie einfuhren, verloren die Red Wings gegen zweimal gegen direkte Konkurrenten und finden sich nun selbst in der Rolle des Jägers wieder. Detroits Verteidiger Moritz Seider sprach von einer „großen Herausforderung“.

Ottawa siegt trotz unerfahrener blauer Linie

Vor dem Spiel sprach alleine aus personellen Gründen viel für Detroit, immerhin kehrte mit Dylan Larkin der Kapitän und Nummer-1-Center zurück, der zuvor sieben Spiele verletzt verpasst hatte. „Es war gut, wieder zurück bei den Jungs zu sein“, sagte Larkin. „Ich habe alles gegeben, was ich hatte und habe das Gefühl, dass das für die ganze Mannschaft gilt.“

Bei Ottawa fehlten dagegen wichtige Verteidiger wie Abwehrchef Thomas Chabot (Unterkörperverletzung) und Lassi Thompson (unbekannte Verletzung), das dazu führte, dass Carter Yakemchuk (20) und Jorian Donovan (21) an diesem Abend ihr NHL-Debüt gaben. Zusammen mit Artem Zub (30; 376 NHL-Spiele), Nikolas Martinpalo (27, 84 Spiele), Jordan Spence (25; 242 Spiele) und Tyler Kleven (24; 162 Spiele) war die Defensive der Senators mit einem Altersdurchschnitt von 24,5 und kumuliert 866 NHL-Spielen eine sehr unerfahrene.

„Ich bin stolz auf beide“, sagte Senators-Trainer Travis Green über seine beiden Debütanten. „Wir haben ein großartiges Spiel von Yakemchuk bekommen. Er ist ein ganz besonderer Spieler. Auch Donovan hat heute das gezeigt, was wir von ihm gebraucht haben.“

„Das war kein normales erstes NHL-Spiel für die beiden. Es war mehr wie ein Playoff-Spiel“, sagte Kapitän Brady Tkachuk angesichts dessen, was auf dem Spiel stand. „Yakemchuk und Donovan waren beide fantastisch.“

Ausgerechnet Yakemchuk wurde bei seiner NHL-Premiere, zu der seine Familie extra aus Alberta angereist war, zum Matchwinner und legte ein Zwei-Punkte-Spiel aufs Eis (1-1-2).

„Es war ein wirklich besonderer Abend“, sagte Ottawas Erstrunden-Pick aus dem NHL Draft 2024 (7. Stelle). „Es war überragend, ein Teil dieses Erfolgs gewesen zu sein.“

OTT@DET: Stützle schießt im Powerplay, Tkachuk fälscht erfolgreich ab

Detroit leistet sich zu viele Fehler

Trotz 21:34 Torschüssen aus Sicht der Senators erwischten diese die Red Wings auf dem falschen Fuß: Tkachuk fälschte einen Schuss von Tim Stützle im Powerplay zum 1:0 ab (18.). Yakemchuk erhöhte per Distanzschuss auf 2:0 (30.). Nach einem Puckverlust in Detroits Zone traf Lars Eller zum 3:0 (32.).

„Wenn jemand den Puck verliert, dann müssen wir darüber sprechen. Wenn daraus ein Alleingang entsteht, dann müssen wir ansprechen, dass es so nicht geht“, fordert Seider eine schonungslose Aufarbeitung. „Vielleicht machen bessere Entscheidungen in Zukunft den Unterschied für uns aus. Es geht nicht um harte oder böse Kritik, wir müssen es einfach analysieren und Lösungen finden.“

„Wir waren ein bisschen langsam und träge, aus welchem Grund auch immer. Wir haben den Puck in Bereiche gebracht, wo wir ihn haben wollen. Das sollte ihren Aufbau erschweren, aber wie haben dann nicht die Zweikämpfe gewonnen“, analysierte Detroits Trainer Todd McLellan. „Selbst haben wir zwar Pucks zum Tor gebracht, aber es hat entweder an Sichtbehinderung oder an Abfälschern gefehlt. Die Momente, die gegen uns gelaufen sind, sind Fehler, die wir abstellen können. Wir können das besser lösen. Jeder muss besser spielen.“

„Bei ein paar Gegentoren hatten wir zuvor das Spiel bestimmt, aber sie haben uns ausgekontert“, haderte auch Larkin. „Wir wussten, dass ihre Verteidigung geschwächt war und sie erst gestern gespielt hatten. Wir haben Pucks hinter ihre Abwehr gespielt und foregecheckt, was sich im dritten Drittel ausgezahlt hat. Sie waren müde, doch wir haben ein paar Geschenke verteilt und uns selbst ein Loch gegraben.“

Seider: „Wir haben eine große Herausforderung vor uns“

Dominik Shine (35.) und Larkin (45.) brachten die Red Wings zwar wieder auf 2:3 heran, doch der Ausgleich sollte nicht mehr fallen. Während Ottawa (38-24-9) mit viel Momentum auf einen Playoff-Platz springt, wird der Druck in Detroit (38-25-8) nach fünf Niederlagen aus den letzten sieben Spielen (2-4-1) immer größer.

„Es setzt uns mehr unter Druck, aber es hat sich nichts für uns verändert“, betont Seider, der kein Blatt vor den Mund nahm: „Es war heute ein enttäuschendes Ergebnis. Wir hatten unsere Chancen, haben gutes Hockey gespielt, doch einfache Fehler haben uns Gegentore gekostet. Das ist frustrierend, denn wir haben einem direkten Konkurrenten die Tür geöffnet. Es ist gerade schwer, aber wir haben noch ein paar Spiele übrig und eine große Herausforderung vor uns. Daraus wollen wir das Beste machen.“

Seider weiter: „Wir müssen dieses Gefühl für uns nutzen. Wir müssen ehrlich mit uns selbst sein. Es war ein Spiel, das wir hätten gewinnen können. Wenn wir da nicht enttäuscht von uns selbst wären, würde etwas falsch laufen. Wir müssen uns sammeln, das Spiel analysieren, ehrlich mit uns selbst umgehen, uns die Wahrheit sagen und dann für morgen bereit und besser sein. Wir waren schon zuvor in so einer Position und wissen, wie sehr es wehtun kann. Wir sollten besser eine Antwort darauf parat haben. Es liegt an uns. Wir brauchen Punkte. Wir spielen gut, aber manchmal musst du auch einen dreckigen Sieg holen.“

„Die Jungs sind sauer“, bestätigte auch Larkin. „Es war ein wichtiges Spiel für unsere Mannschaft. Wir haben die ganze Saison gut gegen diese Jungs ausgesehen und leisten uns heute so ein Spiel. Wir müssen uns wieder aufraffen. Das ist mentale Stärke. Dafür sind Justin Faulk, David Perron, ‚Kaner‘ (Patrick Kane) und ich hier. Wir werden uns aufbauen und einen Weg finden, durch die letzten elf Spiele zu kommen.“

„Es ist ein gutes Zeichen, dass es Emotionen hervorruft“, befand McLellan. „Jeder ist unglücklich mit dem Ergebnis. Ich bin mir sicher, dass wir das direkt ansprechen werden. Wir haben das Recht, frustriert zu sein. Die Jungs sagen euch also die Wahrheit.“

Die Red Wings spielen am Freitag (7 p.m. ET; Samstag, 0 Uhr MEZ) auswärts bei den Buffalo Sabres.

Die Senators wollen ihren Lauf am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 0 Uhr MEZ) zu Hause gegen die Pittsburgh Penguins fortsetzen.

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