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NHL.com/de wirft in der Rubrik Draft Watch jeden zweiten Samstag einen Blick auf die Kandidaten für den NHL Draft 2026. In dieser Ausgabe: Die Leistungen der Kandidaten bei der Juniorenweltmeisterschaft.

Am 5. Januar endete in Minnesota die IIHF Juniorenweltmeisterschaft 2026 mit dem 4:2-Finalsieg von Schweden gegen Tschechien. Zuvor hatte Kanada im Spiel um Platz drei mit einem 6:3 gegen Finnland Bronze geholt.

Bei dem WM-Turnier geht es für die U20-Spieler aber nicht nur um die Medaillen. Es ist eine wichtige Bühne, um sich vor den Augen der Scouts zu beweisen. Besonders die jüngeren Spieler, die Kandidaten für den nächsten NHL Draft sind, können hier Werbung in eigener Sache machen und ihre Chancen verbessern. Das gelang im diesjährigen Turnier einer ganzen Reihe von ihnen.

McKenna und Stenberg erstklassig

An der Spitze des Jahrgangs steht der Kanadier Gavin McKenna. Er galt vor der Saison als klare Nummer eins. An der Penn State University tut er sich in der Universitätsliga NCAA bisher jedoch nicht leicht. 18 Punkte (vier Tore, 14 Assists) in 17 Spielen sind keine schlechte Ausbeute, aber auch nicht überragend. Außerdem kam zunehmend Kritik an seinem Abwehrverhalten und seiner Durchsetzungsfähigkeit gegen körperlich starke Spieler auf.

Bei der WM zeigte der Außenstürmer zwar durchaus Schwächen in seinem Spiel, doch seine offensive Durchschlagskraft überzeugte auf ganzer Linie. Mit 14 Punkten (vier Tore, zehn Assists) in sieben Spielen war er der zweitbeste Scorer des Turniers. Nur sein bereits von den Montreal Canadiens gedrafteter Teamkollege Michael Hage (zwei Tore, 13 Assists) konnte seine Ausbeute noch um einen Punkt überbieten.

Allerdings hielt McKennas größter Konkurrent um den ersten Pick bei dem Turnier mit ihm Schritt. Der Schwede Ivar Stenberg fuhr nicht nur eine Goldmedaille ein, er war einer der wichtigsten Spieler für den Erfolg seiner Mannschaft.

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Stenberg spielt in der schwedischen SHL eine starke Saison für den Frölunda HC. In 25 Spielen verbuchte er bereits 24 Punkte (sechs Tore, 18 Assists). Diese Qualitäten zeigte er auch bei der WM. Er war einer von nur zwei Schweden, die zehn Punkte erzielten. In sieben Partien gelangen ihm vier Tore und sechs Assists.

Spieler nutzen große Bühne

Es waren aber nicht nur die Spitzenkandidaten, die vor den Augen der Scouts glänzten. Viele Akteure, die in der ersten „Players to Watch“-Liste des Central Scouting Service nicht wie McKenna und Stenberg die Bestnote A erhielten, überzeugten mit ihren Leistungen.

Stenbergs schwedischer Mitspieler Viggo Bjorck etwa, wurde mit der Note B als Kandidat für die zweite bis dritte Draft-Runde eingestuft. In Minnesota zeigte er mit neun Punkten (drei Tore, sechs Assists) aber ähnliche Qualitäten wie Stenberg.

Die Slowakei landete in der Vorrunde nur auf dem vierten Platz der Gruppe A und schied im Viertelfinale mit einem klaren 1:7 gegen Kanada aus. Die Stürmer Tomas Chrenko und Adam Nemec dürften bei den Talentsuchern aber Eindruck gemacht haben. Chrenko, der zuvor mit der Bewertung C in der vierten bis fünften Draft-Runde gesehen wurde, führte die Slowakei mit acht Punkten (fünf Tore, drei Assists) ins Viertelfinale. Nur der kanadische Kapitän Porter Martone erzielte ein Tor mehr. Nemec (Note B) war mit fünf Punkten (ein Tor, vier Assists) ebenfalls maßgeblich daran beteiligt, dass die Slowakei Deutschland in der Vorrunde hinter sich ließ.

Tomas Chrenko #29 of Slovakia skates with the puck past Elias Pul #9 of Germany in the third period at Grand Casino Arena on December 27, 2025 in St Paul, Minnesota. Slovakia defeated Germany 4-1. (Photo by David Berding/Getty Images)

Finnland marschierte mit einem Trio unterschätzter Spieler bis auf Platz vier. Der zweitbeste finnische Scorer, Jasper Kuhta, wurde mit einem C offensichtlich unterbewertet. Matias Vanhanen und Leo Tuuva spielten ebenfalls deutlich besser, als ihre Note durch die Scouts zum Saisonbeginn vermuten ließ. Mit einem W wurden sie in der sechsten bis siebten Runde des Drafts vermutet. Kuhta dürfte mit seinen acht Punkten (zwei Tore, sechs Assists) aber genauso im Ansehen der Talentsucher gestiegen sein wie Tuuva (ein Tor, fünf Assists) und Vanhanen (sechs Assists) mit je sechs Punkten.

Steiner macht Werbung in eigener Sache

Die große Schweizer Hoffnung Lars Steiner nutzte die Chance, sich bei der WM ins rechte Licht zu rücken, ebenso. Die Schweiz glänzte durch eine starke Abwehr und ausgezeichnete Torhüter. In der Offensive taten sich die Eidgenossen jedoch schwer. Ihr erfolgreichster Stürmer war Steiner.

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Der Außenstürmer aus Davos erhielt vom CSS die Note B, ist aber ein möglicher Kandidat für eine Beförderung in den elitären Kreis der A-Spieler. In der kanadischen Nachwuchsliga QMJHL fiel er bei den Rouyn-Noranda Huskies aufgrund einer Verletzung knapp sechs Wochen aus. Trotzdem verzeichnete er in 17 Spielen bereits 15 Punkte (sechs Tore, neun Assists).

Bei der WM steuerte Steiner vier Punkte (ein Tor, drei Assists) bei und verhalf der Schweiz damit ins Viertelfinale, wo mit einem 2:6 gegen Tschechien allerdings Schluss war. Damit kommt er nicht an die Ausbeute vieler anderer Spieler heran. Angesichts des defensiven Systems der Schweiz und der wenigen Tore des Teams sollte er bei den Scouts damit aber trotzdem einen positiven Eindruck hinterlassen haben.

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