Die Edmonton Oilers haben mit einem Paukenschlag und einem 8:1-Kantersieg bei den Los Angeles Kings ihre Niederlagenserie von vier Spielen am Donnerstagabend in der Crypto.com Arena beendet. Alleine der deutsche Superstar Leon Draisaitl trug sich mit einem Vier-Punkte-Spiel (1-3-4) mehrfach auf dem Scoresheet ein und erreichte den nächsten Meilenstein.

Oilers feuern aus allen Rohren

Acht Tore von sieben verschiedenen Torschützen, darunter drei Verteidiger, und zwölf von 18 eingesetzten Spielern, die mindestens einen Scorerpunkt verbuchen konnten. Die Oilers feuerten an diesem Abend also buchstäblich aus allen Rohren, was auch das Torschussverhältnis von 37:22 eindrucksvoll belegt.

„Ich glaube, dass wir heute über vier Reihen konstant gut gespielt haben“, sagte Draisaitl. „Wir haben es so gespielt, wie man es gegen L.A. spielen muss. Manchmal erwischt man Mannschaften nicht an ihrem besten Tag, und das war heute nicht L.A.s bester Tag.“

„Es war gut, dass jeder in der Aufstellung etwas beitragen konnte“, so Power Forward Zach Hyman. „Selbstvertrauen ist ein großer Teil dieses Spiels. Es ist überragend, was ein Tor mit deinem Selbstvertrauen anstellen kann. Du fühlst dich eingebunden, bist voll drin. Das war also richtig gut.“

Mit Draisaitl (1-3-4), Hyman (1-2-3), Connor McDavid (1-1-2), Andrew Mangiapane (1-1-2), Matt Savoie (0-2-2) und Jake Walman (2-0-2) hatte Edmonton gleich sechs Multi-Punkte-Spieler.

EDM@LAK: McDavid bedient Draisaitl im Powerplay

„Viele Jungs haben heute Spielzüge gezeigt und waren voll involviert“, lobte auch Trainer Kris Knoblauch. „Ich bin schon lange hier und weiß, dass wenn wir eine Reaktion oder ein Bounce-Back-Spiel brauchen, dass unsere Mannschaft dann abliefert. Heute ging es gegen einen Gegner, der hinter uns in der Tabelle steht. Wir waren enttäuscht, wie die letzten Spiele gelaufen sind, insbesondere das jüngste in Anaheim. Wir haben ein richtig gutes Spiel geliefert, viele Tore geschossen, aber das Wichtigste war, dass wir gut gecheckt haben.“

Draisaitl und McDavid: Meilensteine im Paarflug

Zwei Treffer ragten an diesem Abend heraus. Zum einen das zwischenzeitliche 4:1 durch McDavid, der die Kings-Hintermannschaft regelrecht vorführte. Der Center hätte gleich mehrere Abschlussmöglichkeiten gehabt, verzögerte aber immer wieder, fuhr einen Bogen hinter das Tor, sodass auch Torwart Darcy Kuemper komplett aus der Position war und schob ein (25.). Ein Meisterwerk an Geduld, Übersicht und Technik.

Zum anderen war es ein Powerplay-Tor nur 31 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels von Leon Draisaitl. McDavid fuhr mit Tempo in die Zone und ließ den Puck für Draisaitl liegen. Aus High-Slot-Position ließ sich Draisaitl nicht lange bitten und schoss zum 6:1 ein (41.). Es war sein 30. Saisontreffer, für McDavid war es der 100. Punkt - sozusagen zwei Meilensteine auf einen Schlag.

Draisaitl erreichte die 30-Tore-Marke damit in der achten Saison in Serie und ist damit erst der achte außerhalb von Nordamerika geborene Spieler, dem dies gelang. Neben ihm schafften das nur Alex Ovechkin (15 Saisons in Folge von 2005/06 bis 2019/20), Jaromir Jagr (15, von 1991/92 bis 2006/07), Jari Kurri (zehn von 1980/81 bis 1989/90) und Ilya Kovalchuk (neun, von 2002/03 bis 2011/12). Der 30-jährige Kölner zog auch mit Mark Messier für die meisten 30-Tore-Saisons eines Oilers-Spielers gleich (acht).

EDM@LAK: McDavid hält die Scheibe und schiebt sie in den leeren Kasten

McDavid wurde mit einem Multi-Punkte-Spiel (1-1-2) der erste Spieler in der laufenden Spielzeit, der die Schallmauer von 100 Scorerpunkten durchbrach (60 Spiele, 35-65-100). Dem 29-jährigen Kanadier gelang dieses Kunststück bereits zum sechsten Mal in seiner NHL-Karriere (auch 2022/23, 2021/22, 2020/21, 2017/18 und 2016/17). Die anderen Spieler, die es mindestens sechsmal als Erster in einer Saison auf das 100-Punkte-Plateau geschafft haben sind Wayne Gretzky (neunmal), Mario Lemieux (sechsmal) und Phil Esposito (sechsmal). Viermal erreichte McDavid diese Marke in 60 Spielen oder weniger. Häufiger gelang das nur Gretzky (13-mal), Lemieux (achtmal) und Esposito (fünfmal).

„Er ist der beste Spieler der Welt“, sagte Draisaitl über McDavid. „Es ist etwas Besonderes, mit ihm zusammenspielen zu dürfen. Wir verstehen uns sehr gut, und es freut mich sehr für ihn.“

Eine passende Antwort

Die Oilers gaben eine passende Antwort auf zuvor vier Niederlagen in Serie und einen misslungenen Re-Start tags zuvor bei den Anaheim Ducks (5:6). 

„Es ist schön, dass es gleich weitergegangen ist und wir wieder spielen konnten“, so Doppelpacker Walman. „Wir konnten ein paar Dinge reparieren und darauf aufbauen.“

„In manchen Spielen triffst du, in manchen nicht. Das, was du kontrollieren kannst, ist dein Defensivspiel. Wir haben es in diesem Spiel besser gemacht, die gegnerischen Chancen zu limitieren. Ein paar Möglichkeiten konnten wir aus unserer Defensivzone heraus kreieren oder mit einem Konter einleiten. Es geht also darum, gut zu verteidigen“, betonte Hyman. „Es war sehr wichtig, so zu antworten. Wir hatten das letzte Spiel verloren und es ging Back-to-Back erneut gegen einen Division-Rivalen, das ist ein 4-Punkte-Spiel. Als nächstes geht es gegen San Jose. Es ist alles sehr eng, da sind diese Spiele wichtig.“

Am Samstag (4 p.m. ET; 22 Uhr MEZ) ist Edmonton auswärts bei den San Jose Sharks gefordert.

„Es ist eine sehr enge Division, wir brauchen Punkte, denn jeder Punkt zählt“, weiß Draisaitl und fordert: „Wir müssen anfangen, Spiele zu gewinnen.“

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