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Am Ende stand im alles entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt für die DEB-Auswahl bei der IIHF U20-Junioren-WM 2026 in Minneapolis am Freitag gegen Dänemark ein scheinbar deutlicher 8:4-Erfolg, der dem Team von Trainer Tobias Abstreiter den Verbleib in der Top-Division sicherte.

Auch das Torschussverhältnis von 38:22 zugunsten Deutschlands wirkte auf der Anzeigetafel klar. Über weite Phasen verlief die Partie jedoch deutlich enger, als es die nackten Zahlen im Rückblick vermuten lassen.

Selbst ein frühes 2:0 nach acht Minuten sowie ein zwischenzeitliches 4:1 in der 25. Minute reichten der DEB-Auswahl nicht aus, um die eigenen Nerven dauerhaft zu beruhigen. Bis zur 52. Minute hielten sich die Dänen mit einem 4:6-Rückstand aussichtsreich im Rennen um den Klassenerhalt. Erst zwei weitere Treffer in der Endphase des Duells sorgten für die endgültige Entscheidung zugunsten Deutschlands.

Dementsprechend kritisch äußerte sich nach Spielende auch DEB-Sportvorstand Christian Künast in einem ersten Statement: „Gratulation an Tobias Abstreiter und seine Mannschaft. Wir freuen uns natürlich, heute einen wichtigen Sieg geholt und uns damit den Verbleib in der Top-Division gesichert zu haben. Diese U20-WM hat erneut deutlich aufgezeigt, dass es an der Zeit ist, bestehende Strukturen im Nachwuchsbereich zu hinterfragen und diese, falls erforderlich, aufzubrechen und zu verändern. Dazu braucht es eine gemeinsame Anstrengung. Denn das betrifft uns alle und geht nur zusammen – von den Nachwuchsvereinen über die Ligen und Profiligen bis hin zu den Nationalmannschaften.“

Bei Coach Abstreiter selbst klang das Fazit deutlich positiver: „Wir haben uns für das Spiel gegen Dänemark vorgenommen, konstant unsere Leistung zu zeigen. Das ist uns gelungen. Es war eine schwierige Situation, die nur die Spieler kannten, die schon letztes Jahr bei der Relegation dabei waren. Heute war es eine gute Leistung über alle Mannschaftsteile hinweg, darauf können wir stolz sein. In der Vorrunde haben wir nur phasenweise gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben uns oft das Leben selbst schwer gemacht. Es sind noch junge Spieler, sie müssen noch diese Erfahrungen machen, um daraus für die Zukunft zu lernen.“

Erneut Rettung in der Relegation

Damit entging die Abstreiter-Truppe bereits zum dritten Mal in Folge dem drohenden Abstieg über die Relegation und darf auch im kommenden Winter wieder in der Top-Division der U20-Junioren antreten. Dann wird das Turnier in Edmonton und Red Deer in Kanada ausgetragen.

Über die kompletten 60 Minuten war der DEB-Auswahl anzumerken, dass die ersten Begegnungen des Turniers allesamt mehr oder weniger deutlich verloren gegangen waren. Die 22 Gegentore aus den Partien gegen Gastgeber und Titelverteidiger USA (3:6), gegen die Slowakei (1:4), gegen Schweden (1:8) sowie aus der klaren Niederlage gegen die Schweiz (0:4) hatten sichtbare Spuren im Nervenkostüm der Deutschen hinterlassen.

Starker Start und frühe Führung

Dabei erwischte Deutschland genau den Start, den es sich gewünscht hatte. Bereits in der 4. Minute erzielte die Auswahl den ersten Treffer: Dustin Willhöft löste sich von der Seitenbande und fand David Lewandowski im Slot, der die Gelegenheit konsequent nutzte.

Nur dreieinhalb Minuten später baute das Team die Führung in Überzahl aus. Maxim Schäfer verwertete in der 8. Minute einen Abpraller vor dem Tor zum 2:0 (PP). Das Tor war symptomatisch für das dänische Unterzahlspiel während des gesamten Turniers, in dem die Skandinavier in 18 Unterzahlsituationen satte elf Gegentore kassierten.

Doch Dänemark ließ sich nicht so leicht abschütteln und fand in einer späten Überzahlsituation zurück ins Spiel. Oliver Larsen spielte einen sehenswerten Pass auf Mads Klyvo, der den Puck in der 18. Minute zum 1:2 im Tor versenkte.

Dänische Aufholjagd sorgt für Spannung

Zu Beginn des zweiten Drittels übernahm Deutschland erneut die Kontrolle und glaubte mit zwei schnellen Toren bereits für eine frühe Vorentscheidung gesorgt zu haben. Manuel Schams’ Passversuch in der 23. Minute prallte vom Schlittschuh des dänischen Verteidigers Jesper Olsen ab und landete unhaltbar für den frustrierten Torhüter Anton Wilde zum 3:1 in den Maschen.

In der 25. Minute erhöhte Simon Seidl mit einem harten Schuss über die Schulter des bereits liegenden Wilde auf 4:1. Doch gerade als vieles auf einen deutschen Durchmarsch hindeutete, startete Dänemark seine Aufholjagd. Zunächst verkürzten die Außenseiter erneut in Überzahl auf 2:4 (27.), als Larsen Klyvo freispielte, der alleine auf DEB-Goalie Linus Vieillard zulief und keine Mühe hatte, zu vollenden. Weniger als vier Minuten später machte William Bundgaard (31.) die Partie mit dem Anschlusstreffer zum 3:4 wieder völlig offen.

Entscheidung im Schlussdrittel

Im dritten Spielabschnitt erwischten die Deutschen abermals den besseren Start. Eine 5-gegen-3-Überzahl nutzten sie in der 46. Minute zur erneuten Zwei-Tore-Führung. Willhöft umkreiste den Slot, zog nach innen und traf mit einem platzierten Schuss über Wildes Handschuh hinweg zum 5:3.

Schams erzielte mit einem Weitschuss seinen zweiten Treffer des Abends und überlistete Wilde zum 6:3 (51.). Doch nur eine Minute später meldeten sich die Dänen erneut zurück: Anton Linde nahm einen Pass von Martinus Schioldan auf und verkürzte aus kurzer Distanz auf 4:6 – eine spannende Schlussphase schien bevorzustehen.

Eine weitere Strafe gegen Dänemark und ein erneutes Powerplay-Tor der Deutschen sorgten jedoch für die Vorentscheidung. Lenny Boos traf in der 53. Minute mit einem Scharfschuss auf die kurze Seite zum 7:4. Den Schlusspunkt setzte Kapitän Tobias Schwarz, der in der 59. Minute mit einem Empty-Net-Tor den Endstand herstellte – und für große Erleichterung bei der DEB-Auswahl sorgte.

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