Die Erleichterung war den New Jersey Devils deutlich anzumerken. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge gelang dem Team beim 3:1-Auswärtssieg gegen die St. Louis Blues am Samstag endlich die erhoffte Wende – und im Mittelpunkt standen einmal mehr die beiden Schweizer Leistungsträger Nico Hischier und Timo Meier. Beide trafen, beide gingen voran, und beide sorgten dafür, dass die Devils im Enterprise Center einen Weg aus ihrer Offensivkrise fanden.

Die Zahlen der vergangenen Wochen hatten die Misere schonungslos offengelegt: Während der fünf Spiele umfassenden Niederlagenserie war New Jersey von den Gegnern mit 16:4 Toren dominiert worden. Mehr als ein Treffer in einem Spiel war den Devils seit dem 29. Januar nicht mehr gelungen. Entsprechend groß war die Bedeutung dieses Erfolgs – sportlich wie mental.

Meier bringt die Offensive ins Rollen

Den ersten entscheidenden Impuls setzte Meier. In der 26. Minute nutzte der Flügelstürmer eine Zwei-gegen-eins-Situation, behielt die Scheibe selbst und jagte sie mit einem präzisen Handgelenkschuss hoch ins linke Eck. Es war genau der Moment, den die Devils so dringend gebraucht hatten.

Meier selbst betonte nach der Partie die Wichtigkeit des Auftritts: „Es war wichtig, dass wir das Spiel über die Bühne gebracht haben. Der Sieg war sehr wichtig für uns und gibt uns Schwung für die kommenden Heimspiele. Darauf können wir aufbauen. Heute sind wir für eine gute Leistung über 60 Minuten belohnt worden.“

Sein Treffer war nicht nur das 1:0, sondern auch ein Symbol für die wiederentdeckte Identität der Devils. Schnelles Umschaltspiel, Tempo über die Flügel, konsequente Abschlüsse – genau so will New Jersey auftreten. Besonders auffällig: Meier feuerte insgesamt acht Torschüsse ab und war damit der auffälligste Offensivspieler auf dem Eis. Mit 17 Abschlussversuchen setzte er die Blues-Defensive permanent unter Druck.

Trainer Sheldon Keefe hob vor allem das zweite Drittel hervor, in dem die Devils die Gastgeber mit 17:6 Torschüssen dominierten. „Das war so dominant wie schon lange nicht mehr“, erklärte der Coach – und Meiers Führungstreffer war der Türöffner für diese Phase.

NJD@STL: Meier nutzt einen Konter

Hischier setzt den Schlusspunkt – und schreibt Geschichte

Während Meier das Spiel eröffnete, sorgte New Jerseys Kapitän Hischier für die endgültige Entscheidung. Der Devils-Kapitän traf fünf Sekunden vor Schluss ins leere Tor zum Endstand und beseitigte damit die letzten Zweifel am Auswärtssieg.

Für Hischier war es ein Treffer mit zusätzlicher historischer Bedeutung: Es ist dadurch bereits seine sechste Saison mit mindestens 20 Toren in der NHL. Damit zog der Walliser mit Bobby Holik auf Rang drei der Franchise-Geschichte gleich. Nur die Devils-Legenden Patrik Elias und John MacLean haben häufiger die 20-Tore-Marke erreicht (jeweils 10 Mal).

Entsprechend zufrieden zeigte sich Hischier nach der Partie: „Es fühlt sich gut an, belohnt zu werden. Heute hat vieles geklappt, was zuletzt nicht funktioniert hat. Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ist manchmal nicht sehr groß. Heute hatten wir auch die notwendige Portion Glück auf unserer Seite. Das gibt uns frisches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.“

Diese Worte spiegeln die Situation der Devils treffend wider. In mehreren Spielen zuvor hatte New Jersey durchaus konkurrenzfähig gewirkt, war aber an mangelnder Effizienz gescheitert. Gegen St. Louis passten Einsatz, Chancenverwertung und Spielglück endlich zusammen.

Stabilität von hinten als Schlüssel

Neben den beiden Schweizer Torschützen spielte auch Torhüter Jacob Markström eine wichtige Rolle beim Befreiungsschlag. Mit 25 Paraden hielt er den Vorsprung fest und gab seiner Mannschaft die nötige Sicherheit.

Auch die Special Teams funktionierten: Dougie Hamilton erhöhte kurz vor der zweiten Pause im Powerplay auf 2:0 (40.), während das Penalty Killing der Devils die Blues über weite Strecken in Schach hielt. Dass St. Louis erst spät durch Pavel Buchnevich (59.; die Vorarbeit kam hierbei von Pius Suter) verkürzen konnte, unterstreicht die insgesamt stabile Defensivleistung.

Trainer Keefe zeigte sich nach der Partie erleichtert: In den Spielen zuvor habe sein Team oft gut gearbeitet, aber „im dritten Drittel nicht den Job zu Ende gebracht“. Umso wichtiger sei es gewesen, dass sich die Mannschaft diesmal belohnte.

Aufbruchssignal für die kommenden Wochen

Der Sieg verbessert die Bilanz der Devils auf 29-29-2 und könnte sich als Wendepunkt erweisen. Gerade mit Blick auf die kommenden Heimspiele kommt der Erfolg zum richtigen Zeitpunkt. Die Mannschaft wirkte wieder strukturierter, entschlossener – und vor allem effizienter.

Im Zentrum dieser positiven Entwicklung stehen weiterhin die beiden Schweizer. Meier brachte mit seinem energischen Auftritt die Offensive in Schwung, Hischier bestätigte einmal mehr seine Rolle als verlässlicher Leader und Torjäger.

Sollte New Jersey in den nächsten Wochen tatsächlich eine Aufholjagd starten, wird vieles davon abhängen, ob dieses Duo seine Form konservieren kann. Der erste Schritt aus der Krise ist jedenfalls gemacht – dank eines Abends, an dem Meier und Hischier den Devils den Weg zurück in die Erfolgsspur zeigten.

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