Bittere Enttäuschung vor eigenen Fans
Nach zwei Auswärtsniederlagen seit der Olympia-Pause kehrten die Maple Leafs wieder nach Hause in die Scotiabank Arena zurück. Es war eine Chance, aus dem Trott der vorherigen Spiele herauszukommen und wieder auf den richtigen Weg zu finden.
Zunächst schien das auch zu klappen. Verteidiger Morgan Rielly brachte Toronto mit dem ersten Torschuss des Spiels auf Vorlage von Matthews in Führung. Das sollte aber lange Zeit das letzte Lebenszeichen der Maple Leafs sein.
„Wir haben besser angefangen“, betonte Matthews. „Dann haben wir unser Spiel komplett verloren und haben in allen drei Zonen nicht zusammengespielt. Um ehrlich zu sein, das war einfach schlecht, das war peinlich. Wir müssen mit mehr Stolz spielen, egal, wie die Situation ist.“
Die Senators übernahmen komplett die Kontrolle und drehten das Spiel durch Treffer von Thomas Chabot (11.), Dylan Cozens (24.) und Drake Batherson (34.). Keine Minute nach Bathersons Tor gelang William Nylander praktisch aus dem Nichts der Anschluss für die Maple Leafs. Das Torschussverhältnis lautete zu diesem Zeitpunkt 26:6 für die Senators. Batherson (36.) und Cozens (37.) versenkten Ottawas nächste beide Schüsse und sorgten so für den Endstand.
„Eine Leistung wie heute ist wirklich verwirrend und inakzeptabel“, haderte Rielly mit dem Spiel. „Das dürfen wir nicht nochmal zulassen.“
Schwächelnde Offensive
Eigentlich haben die Maple Leafs diese Saison mit 3,2 Toren eine passable Offensive. Mit diesem Wert belegen sie Platz 15 der NHL, nicht Spitzenklasse, aber auch nicht schlecht. In den vergangenen drei Spielen sind die Ladehemmungen aber besorgniserregend.
Während der 2:4-Niederlage gegen die Tampa Bay Lightning trafen sie einmal im Powerplay und einmal bei sechs gegen fünf, nachdem sie den Torhüter vom Eis genommen hatten. Bei der 1:5-Niederlage gegen die Florida Panthers fiel ihr einziger Treffer ebenfalls im Powerplay. Das erste Tor gegen die Senators kam Sekunden nach Ende einer Überzahl zustande. Nylanders Treffer war das erste Tor in drei Spielen, das wirklich bei fünf gegen fünf entstand.
Wichtige Spiele abgegeben
Toronto konnte Anfang Februar mit einem guten Gefühl in die dreiwöchige Pause gehen. Vor der Unterbrechung gab es drei Siege in Folge. Hätten die Maple Leafs da weitergemacht, wo sie aufgehört hatten, hätten sie mitten im Playoff-Kampf sein können. Stattdessen setzte es die drei Niederlagen in Folge. Die drei Gegner waren noch dazu alle aus der Eastern Conference und zwei davon sind unmittelbare Konkurrenten bei der Aufholjagd.
Die Maple Leafs stehen nun mit 63 Punkten aus 60 Spielen (27-24-9) auf dem letzten Platz der Atlantic Division und auf dem 14. Platz der Eastern Conference. Die Boston Bruins, die den zweiten Wildcard-Platz belegen, haben acht Punkte Vorsprung. Florida und Ottawa sind zwei der fünf Teams, die zwischen Toronto und Boston stehen. Hätten die Maple Leafs die Spiele gegen Ottawa und Florida gewonnen, wären sie gut im Rennen.
„Wir hatten diese Saison einfach zu viele Phasen, in denen es auf und ab ging. Wenn wir gut waren, waren wir wirklich gut und wenn wir schlecht waren, dann wirklich schlecht. Wir hatten Probleme, mehrere gute Spiele in Folge zu liefern, das war zu viel Achterbahnfahrt.“
Wenn Toronto noch eine Chance auf die Playoffs haben will, müssen schnell Punkte her. Im März stehen 15 Partien an, elf davon gegen die direkte Konkurrenz aus der Eastern Conference, angefangen mit der nächsten Begegnung am Montag, wenn die Philadelphia Flyers zu Gast sind. In diesen direkten Duellen sind Punkte doppelt wertvoll, das baut aber auch Druck auf, denn Erfolge sind beinahe Pflicht. Nun liegt es an der Mannschaft und besonders den Führungsspielern, wieder zum nötigen Selbstvertrauen und der richtigen Einstellung zu finden.
„Es sollte nicht schwer sein, den nötigen Stolz zu finden“, sagte Matthews. „Es ist eine Ehre in dieser Liga zu sein und eine Ehre dieses Trikot zu tragen. Wir müssen jeden Abend füreinander spielen.“