Auch die Olympia-Pause konnte den Lauf des Tampa Bay Lightning nicht bremsen. Das heißeste Team der Liga gewann am Mittwoch mit 4:2 gegen die Toronto Maple Leafs und fuhr damit den sechsten Sieg in Serie ein. Auch ohne Trainer Jon Cooper auf der Bank gab Brayden Point (2-1-3) ein starkes Comeback, während der formstarke Nikita Kucherov (1-2-3) seinen 30. Saisontreffer und seinen 700. NHL-Assist verbuchte.

Mit ganzem Herzen für Cooper

Cooper war freigestellt worden, weil sein Vater Robert Anfang der Woche verstorben ist. Somit stand im ersten Spiel seit dem Re-Start die Co-Trainer Rob Zettler und Jeff Halpern in der Verantwortung.

„Immer, wenn jemand aus persönlichen Gründen fehlt, ist es das Beste, mit viel Herz zu spielen“, betonte Zettler. „Das haben wir heute getan. ‚Coop‘ hält das alles hier zusammen. Die Jungs haben für ihn eine Reaktion gezeigt und mit ganzem Herzen für ihn gespielt.“

„In Gedanken waren wir bei ihm“, sagte auch Point. „Es sind schwere Zeiten für ihn. Es war wichtig, heute für ihn gewonnen zu haben.“

Point gibt brutales Comeback

Point selbst feierte nach 44 Tagen sein NHL-Comeback, nachdem er seit dem 12. Januar elf Spiele aufgrund einer unbekannten Verletzung verpasst hatte.

„Er ist gut geskatet, schon die ganze Woche, und wollte unbedingt zurückkehren“, erklärte Zettler. „Er war am Boden zerstört, dass er Kanada nicht helfen konnte. Er ist mit viel Kraft und viel Puckkontrolle geskatet und ist ein Unterschiedsspieler für uns. Er war großartig.“

„Als der Puck aufs Eis gefallen ist, war ich voll drin und habe nicht allzu sehr darüber nachgedacht“, so Point. „Ich habe mich heute gut gefühlt. Es hat Spaß gemacht.“

Dieser Spaß drückte sich in einem Drei-Punkte-Spiel aus. Point (2-1-3) centerte die erste Reihe neben Kucherov (1-2-3) und Gage Goncalves (1-2-3), die es kumuliert auf vier Tore und neun Scorerpunkte (4-5-9) brachte.

„Sie waren heute richtig gut. Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen“, sagte Verteidiger Charle-Edouard D’Astous, der selbst ein Comeback gegeben hatte.

„Strohhalm“ Kucherov zeigt Gala-Vorstellung

Einen besonderen Abend erlebte auch Kucherov, der seine persönliche Punkteserie auf elf Spiele (7-20-27) ausbaute. Dies ist die längste aktive Serie in der gesamten NHL. Unglaubliche 32 seiner 52 Saisonspiele waren Multi-Punkte-Spiele.

Gegen die Maple Leafs spielte Kucherov einen überlegten wie gefühlvollen Breakaway-Pass auf Golcalves, der den Alleingang sehenswert zum 2:0 nutzte (28.). Es war sein 700. Assist in der NHL. Für dieses Kunststück brauchte er 855 Spiele und ist damit der neuntschnellste Spieler, der diese Marke erreichen konnte.

TOR@TBL: Kucherovs Breakaway-Pass auf Goncalves bedeutet seinen 700. NHL-Assist

Später erwiderte Goncalves den Gefallen mit einem Pass auf den rechten Flügel, den Kucherov per Direktabnahme zum 3:0 ins Tor donnerte (43.). Es war Saisontreffer Nummer 30 für den 32-jährigen Russen.

„Er ist wie der Strohhalm, der unseren Drink umrührt“, malte Zettler eine Metapher mit Worten. „Er kann gerne so weitermachen. Er zeigt der Welt immer wieder, wie gut er ist.“

Gegen Toronto hätten es auch fünf Punkte für Kucherov sein können, doch ein weiterer Treffer und ein weiterer Assist wurden aufgrund von Abseits-Situationen nachträglich durch die Coaches Challenge aberkannt.

„Das war hart“, so Zettler. „Ihre Video-Analyst hat heute einen guten Job gemacht. Unsere Jungs haben es aber gut gemacht und sich gegenseitig hochgezogen.“

Das Geheimnis des Erfolgs

Tampa hat trotz der Olympia-Pause offensichtlich keinerlei Rost angesetzt. Seit Weihnachten marschiert der Lightning schier unaufhaltsam durch die Liga und konnte 18 von 20 Partien gewinnen (18-1-1). In diesem Zeitraum hat das Team aus West-Florida eine Punkte-Prozentquote von 92,5 Prozent.

„Jeder zieht am selben Strang, um zu gewinnen. Wenn es Verletzte gibt, dann springen andere ein. Jeder gibt alles“, verrät D’Astous das Erfolgsgeheimnis in der Tampa Bay.

„Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen, jeder kennt seine Rolle und haut alles rein. Wir gehen clever mit dem Puck um und geben den Gegnern keine Chancen“, bestätigt Point, der aber auch noch Verbesserungspotenzial sieht: „Vieles war gut, aber es gab auch ein paar Dinge, die wir bereinigen müssen: Wir haben zu viele riskante Spielzüge gestartet und hatten zu viele Puckverluste. Über weite Strecken war es aber ganz gut.“

„Ich war zufrieden mit dem ersten Spiel nach der Pause. Im ersten Drittel war unsere Umsetzung nicht gut. ‚Vasi‘ (Torwart Andrei Vasilevsky, 32 Saves, 94,1 Prozent Fangquote) hat ein paar wichtige Paraden gezeigt. Im zweiten und dritten Drittel haben wir dann zu unserem Spiel gefunden und das Geschehen größtenteils dominiert.“

Der Lightning (38-14-4) ist Spitzenreiter in der Eastern Conference und hinter der Colorado Avalanche (38-9-9) das zweitbeste Team in der gesamten NHL. Am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 1 Uhr MEZ) ist Tampa auswärts bei den Carolina Hurricanes gefordert.

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