Jackson Blake #53 of the Carolina Hurricanes holds the Stanley Cup following the win against the Vegas Golden Knights in Game Six of the 2026 NHL Stanley Cup Final at T-Mobile Arena on June 14, 2026 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Die Feierlichkeiten beim Stanley Cup Champion 2026 sind noch lange nicht abgeschlossen, da stellt sich für die Carolina Hurricanes schon die Frage nach der Zukunft: Welche wichtigen Entscheidungen müssen General Manager Eric Tulsky und Trainer Rod Brind’Amour in der Offseason treffen? Zwar steht der Kern der Mannschaft auch in der neuen Saison 2026/27 unter Vertrag - das gilt aber nicht für Torwart Frederik Andersen oder Verteidiger Alexander Nikishin.

Leistungsträger stehen langfristig unter Vertrag

Wie geht es weiter bei den Hurricanes? „Sie werden auf Jahre hinweg eine Mannschaft sein, die eine Favoritenrolle einnimmt“, sagt NHL.com/de-Experte Stefan Ustorf im aktuellen Schlagschuss-Podcast (Episode 47: Gänsehaut-Geschichten vom Stanley Cup Finale). „Sie sind altersmäßig von der Struktur her hervorragend aufgebaut. Sie haben viele unglaublich smarte, gute Verträge. Sie haben finanziell keine Situation, in der jemand um die Ecke kommt und sagt: ‚Ich brauche jetzt 14 Millionen im Jahr, sonst bin ich weg.‘ Das sind alles so Dinge, die nicht passieren.“

Zu diesen cleveren Kontrakten zählen etwa jene der Playoff-Top-Sturmreihe mit Taylor Hall (34 Jahre alt; im Schnitt 3,17 Millionen US-Dollar pro Jahr, Vertrag bis 2028), Logan Stankoven (23; 6,0 Mio., bis 2034) und Jackson Blake (22; 5,12 Mio., bis 2034), die langfristig und preiswert gebunden sind.

CAR@VGK: Blakes Direktschuss bringt Hurricanes mit 2:0 in Führung

Gleiches gilt für die ebenfalls enorm wichtigen Top-Stürmer Seth Jarvis (24; 7,42 Mio., bis 2032), Sebastian Aho (28; 9,75 Mio., bis 2032), Nikolaj Ehlers (30; 8,5 Mio., bis 2031) und Andrei Svechnikov (26; 7,75 Mio., bis 2029).

Auch um die Top-4-Verteidiger K’Andre Miller (26; 7,5 Mio., bis 2033), Sean Walker (31; 3,63 Mio., bis 2029), Jaccob Slavin (32; 6,4 Mio., bis 2032) und Jalen Chatfield (30; 3,08 Mio., bis 2027) muss sich Tulsky vorerst keine Sorgen machen.

Sogar Torwart Brandon Bussi (27; 1,9 Mio., bis 2029) ist ein echter Steal!

„Was dazu kommt - und das ist mit das Wichtigste - sie haben Blut geleckt“, so Ustorf. „Sie haben gewonnen und wissen, wie sich das anfühlt. Dieses Gefühl, wenn du es einmal hast, willst du es immer wieder.“

Andersen und Nikishin ohne Anschlusspapiere

Trotzdem gibt es für die sportliche Führung zwei wichtige Weichen zu stellen: Der Vertrag von Torwart Frederik Andersen läuft aus, er wird zum Unrestricted Free Agent (UFA). Der 36-jährige Däne gilt als verletzungsanfällig, war in den Stanley Cup Playoffs 2026 aber zumindest bis zum Stanley Cup Finale eine Bank. In 16 Playoff-Spielen hielt er 13 Siege fest (13-2), ließ im Schnitt nur 1,89 Gegentore/Spiel zu, beeindruckte mit einer Fangquote von 91 Prozent und feierte drei Shutouts. In der regulären Saison kam er in 35 Spielen zum Einsatz (16-14-5, 3,05 Gegentore/Spiel, 87,4 Prozent Fangquote).

VGK@CAR: Golden Knights scheitern mit Challenge wegen fehlender Torwartbehinderung

Ob Tulsky mit Andersen verlängern wird, hängt davon ab, wie er mit Brandon Bussi und Pyotr Kochetkov (26; 2,0 Mio., bis 2027) plant und ob es sich die Hurricanes leisten wollen, mit einem gleichstarken Torwart-Trio an den Start zu gehen. Angesichts von rund zwölf Millionen US-Dollar an Gehaltsspielraum dürfte Andersen nicht allzu schwer ins Gewicht fallen, sollte sich sein neuer Kontrakt an dem bisherigen (2,75 Mio. pro Jahr) orientieren.

Einen merklichen Gehaltssprung dürfte Verteidiger Alexander Nikishin machen, dessen Einstiegsvertrag (925.000 Dollar im Jahr) ausläuft. Er wird zum Restrictred Free Agent (RFA). Der 24-jährige Russe spielte seine erstes volles NHL-Jahr in Carolina. In 82 Spielen der regulären Saison kam er auf 33 Scorerpunkte (11-22-33) und war mit 132 Checks sowie 94 Blocks jeweils zweitbester Hurricanes-Verteidiger hinter Walker. In den Playoffs kamen 17 Partien (0-1-1; 25 Checks, neun Blocks) hinzu. In den zwei Jahren zuvor diente der 1,91 Meter große und 99 Kilogramm schwere Linksschütze trotz seines jungen Alters als Kapitän von SKA St. Petersburg in der KHL. In Carolina bildete er das dritte Abwehr-Paar neben dem offensiv-ausgerichteten Shayne Gostisbehere (33; 3,2 Mio., bis 2027). 

Es ist davon auszugehen, dass Nikishin in Raleigh bleibt. Sein Gehalt dürfte sich aber mindestens verdreifachen, wenn nicht gar vierfachen.

Da die Hurricanes auch in der Tiefe für die neue Saison bestens aufgestellt sind, dürften zwei weitere auslaufende Verträge wohl eher nicht verlängert werden: Verteidiger Mike Reilly (32; 42 Spiele, 1-8-9) könnte als siebter Verteidiger aber noch bessere Chancen haben als Angreifer Nicolas Deslauriers (35; sieben Spiele, 0-1-1).

Talente schieben nach

Ferner drängen Talente im Hintergrund nach. Dies gilt insbesondere für Bradley Nadeau (21), Felix Unger Sörum (20) und Justin Robidas (23), die eine starke Saison im Farmteam Chicago Wolves in der AHL spielten und auch in den Calder Cup Playoffs, die mit der Vize-Meisterschaft endeten (1:4 im Finale gegen die Toronto Marlies), herausstachen. 

Weitere spannende Talente sind Stürmer Ivan Ryabkin (19; NHL Draft 2025, 2. Runde, 62. Stelle) und Verteidiger Dominik Badinka (20; Draft 2024, 2. Runde, 34. Stelle), die jeweils bei den Wolves einen spürbaren Entwicklungssprung zeigten.

Chicago Wolves center Justin Robidas (93) warms up prior to game two of the AHL Calder Cup Finals between the Toronto Marlies and the Chicago Wolves on June 14, 2026, at the Allstate Arena in Rosemont, IL. (Photo by Patrick Gorski/Icon Sportswire via Getty Images)

Was passiert mit Kotkaniemi?

Die spannendste Personalie in diesem Sommer dürfte Jesperi Kotkaniemi sein. Der 25-jährige Finne steht noch langfristig bis 2030 unter Vertrag (4,82 Mio. Jahreseinkommen), spielte in den erfolgreichen Stanley Cup Playoffs 2026 aber keine Rolle (kein Einsatz) und kam auch in der regulären Saison nur auf 42 Spiele (2-7-9). Es ist davon auszugehen, dass Tulsky einen Trade für den 1,88 Meter großen, linksschießenden Angreifer anstreben wird.

Dynastie oder „One-Hit-Wonder”?

Bleibt nur noch die Frage offen, ob Carolina den Triumph 2026 in 2027 wiederholen kann und wird. Nicht selten starten Mannschaften nach einer Meisterschaft eine Dynastie und bleiben über Jahre unter den Top-Favoriten. Oder war der Sturmlauf der Hurricanes nur ein One-Hit-Wonder?

„Ein One-Hit-Wonder ist es schon alleine deshalb für mich nicht, weil Carolina seit Jahren an die Tür klopft, weil das Team oft im Eastern Conference Finale stand und immer wieder am Anfang der Playoffs als Favorit gehandelt wurde. Sie waren seit Jahren an dem Punkt, an dem jeder mit dieser Explosion gerechnet hat oder gesagt hat ‚es kann jetzt passieren‘“, sagt Ustorf. „Sie haben in den letzten Jahren gelernt, was vielleicht vorher gefehlt hat, was nötig ist, um diesen letzten Schritt zu gehen. Das wissen sie nun als Organisation, als Mannschaft, als Trainerstab. Für mich werden sie jetzt noch gefährlicher!“

Head coach Rod Brind'Amour of the Carolina Hurricanes celebrates with the Stanley Cup after the team's 3-0 victory over the Vegas Golden Knights in Game Six of the 2026 NHL Stanley Cup Final at T-Mobile Arena on June 14, 2026 in Las Vegas, Nevada. The Hurricanes won the series four games to two. (Photo by Ethan Miller/Getty Images)

Verwandte Inhalte