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Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: Nino Niederreiter von den Winnipeg Jets

Nino Niederreiter erlebte in der NHL-Saison 2025/26 mit den Winnipeg Jets ein Jahr der extremen Gegensätze. Es war eine Spielzeit, die durch historische Meilensteine im Schweizer Eishockey, eine überraschend ausgeprägte sportliche Talfahrt seines Teams und erhebliche körperliche Verschleißerscheinungen geprägt war. Am Ende stand eine Bilanz, die zwar einerseits die Widerstandsfähigkeit des 33-jährigen Churer Power Forwards eindrucksvoll untermauerte, aber auch unangenehme Fragen über seine sportliche Zukunft aufwarf.

Der historische Meilenstein: 1000 Spiele auf NHL-Eis

Der emotional und historisch bedeutendste Moment der Saison ereignete sich Mitte Dezember 2025. Als erster Schweizer Feldspieler knackte Niederreiter die magische Marke von 1000 absolvierten Partien in der regulären Saison der NHL.

Dieser Meilenstein ist das Ergebnis einer bemerkenswerten Konstanz. Seit dem NHL Draft 2010, als Niederreiter an Position 5 durch die New York Islanders ausgewählt wurde, hat sich der Bündner kontinuierlich weiterentwickelt: vom reinen Torjäger hin zu einem der verlässlichsten und physisch robustesten Zwei-Weg-Stürmer der Liga.

Bis zum Ende der Spielzeit schraubte er sein persönliches Konto auf 1030 NHL-Spiele, in denen ihm 248 Tore und 251 Assists (insgesamt 499 Scorerpunkte) gelangen. Damit schrammte er haarscharf an einer weiteren historischen Marke – der 500-Punkte-Schwelle – vorbei.

WSH@WPG: Die Jets ehren Niederreiters Karriere-Meilenstein mit einer Zeremonie vor dem Spiel

Das Rollenprofil in Winnipeg: Physische Verlässlichkeit

Sportlich agierte Niederreiter in der Saison 2025/26 primär in der dritten Angriffsreihe der Jets. Gemeinsam mit Teamkapitän Adam Lowry bildete er das defensive Gewissen und die physische Achse des Teams. Seine Rolle war klar definiert: Dem Gegner unter die Haut gehen, Forechecking betreiben und defensive Stabilität garantieren.

In insgesamt 61 Einsätzen in der Regular Season erzielte er acht Tore und steuerte elf Assists bei (19 Scorerpunkte). Dennoch vernachlässigte er nie seine physischen Pflichten und verbuchte 66 Hits sowie 20 geblockte Schüsse, während er in der gesamten Saison lediglich 18 Strafminuten kassierte.

Krisenstimmung und das Verpassen der Stanley Cup Playoffs

Für die Jets verlief die Saison 2025/26 wie eine Achterbahnfahrt. Nachdem das Team im Vorjahr noch sensationell die Presidents' Trophy als punktbestes Team der regulären Saison gewonnen hatte, schlugen die Kanadier im Winter harte Töne an. Trotz eines starken Saisonstarts (9-3-0) schlitterte die Mannschaft um Star-Stürmer Mark Scheifele in eine tiefe Formkrise.

Anfang des Jahres sprach der Schweizer dann auch mit NHL.com/de über die aktuelle Lage in der Provinz Manitoba. Er selbst hatte sich am Neujahrstag als „Healthy Scratch“ auf der Tribüne wiedergefunden, ging aber professionell mit dieser Entscheidung um. „Natürlich möchte keiner gerne draußen sitzen. Ich hatte aber in vielen Spielen nicht produziert und gewisse Dinge auf dem Eis nicht gemacht, die ich hätte tun sollen. Dann ist es eine Tatsache, dass so etwas passieren kann“, blickte Niederreiter selbstreflektiert zurück. „Es war eine Erinnerung daran, dass in dieser Liga kein Tag selbstverständlich ist. Ich habe die Marke von 1000 Spielen geknackt und es kommen hoffentlich noch viele weitere Spiele hinzu, aber gleichzeitig muss ich einen Weg in der Mannschaft und in der Organisation finden, um die Dinge zu verändern“, gab er damals zu Protokoll.

Am Ende verpassten die Jets die Playoffs deutlich. Mit einer Bilanz von 35 Siegen, 35 Niederlagen und zwölf Overtime-Niederlagen (82 Punkte) beendeten sie die Saison auf dem enttäuschenden 7. Platz der Central Division und dem 12. Rang der Western Conference. Am 13. April 2026 besiegelte eine bittere 2:6-Niederlage gegen die Vegas Golden Knights das vorzeitige Saisonende.

Verletzungspech und die medizinische Zwangspause

Ein wesentlicher Faktor für das Verpassen der Stanley Cup Playoffs in diesem Frühjahr war auch die Verletzungsmisere des Schweizer Stürmers. Ende Februar 2026 erlitt Niederreiter eine hartnäckige Unterkörperverletzung, die sich als Meniskusschaden herausstellte. Er musste sich einer Kniearthroskopie unterziehen, was das Team wochenlang schwächte.

Niederreiter verpasste dadurch 20 aufeinanderfolgende Spiele der Jets. Erst am 6. April 2026 feierte er sein Comeback auf dem Eis, um der Mannschaft im finalen Playoff-Push zu helfen – ein Vorhaben, das angesichts des kollektiven Formtiefs der Jets letztlich erfolglos blieb.

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Internationales Rampenlicht und körperlicher Tribut

Trotz der permanenten NHL-Strapazen stand 2025/26 für Niederreiter auch wieder im Zeichen der Nationalmannschaft. Im Februar 2026 erlebte er den emotionalen Höhepunkt seiner Nationalmannschaftskarriere, als er bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die Schweizer Delegation als Fahnenträger anführen durfte.

Die darauffolgende Weltmeisterschaft im eigenen Lande im Mai 2026, bei der Niederreiter mit der Auswahl der Schweiz gemeinsam mit Leonardo Genoni, Christian Marti, Dean Kukan, Sven Andrighetto, Christoph Bertschy, Ken Jäger und Nico Hischier zum dritten Mal in Serie mit einer Silbermedaille für seine Mühen belohnt wurde, forderte von allen Beteiligten jedoch ebenfalls ihren Tribut.

Die enorme Zusatzbelastung aus NHL-Alltag, Olympia und der darauffolgenden Weltmeisterschaft hinterließ bei Niederreiter rückblickend tiefe Spuren. Ende Mai sprach der Routinier nach dem Erfolg bei der Heim-WM dann auch ungewohnt offen über die physischen Qualen. Er gestand, die letzten Monate der Saison nur unter permanenten Schmerzen und Infiltrationen (Schmerzmittelspritzen) durchgestanden zu haben. Angesichts von über 1100 Profispielen in den Knochen äußerte er erstmals leise Zweifel über seine sportliche Zukunft.

Sein Vertrag in Winnipeg läuft noch bis zum Ende der Saison 2026/27, doch der Fokus liegt nun vor allem auf der vollständigen Regeneration seines Körpers.

Fazit: Die NHL-Saison 2025/26 war für Niederreiter eine emotionale Grenzerfahrung. Während sein Name durch das 1000. NHL-Spiel endgültig in den Geschichtsbüchern des Schweizer Sports zementiert wurde und er bereits die insgesamt fünfte WM-Silbermedaille seiner Karriere bejubeln durfte, forderten der Misserfolg der Jets und die schweren Verletzungen einen unbarmherzigen Tribut. Dennoch bleibt er das physische Gewissen der Jets und das ultimative Vorbild für die nächste Generation Schweizer Eishockeyspieler.

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