Zwischen den Pfosten beginnt mit Bussi eine neue Ära. Der 27-Jährige geht nach seinen starken Leistungen im Stanley Cup Finale 2026 als Nummer eins in die Saison und soll beweisen, dass Carolina auch nach dem Abschied von Andersen über eine Torhüterlösung auf Spitzenniveau verfügt.
Spieler aus dem DACH-Raum
Fehlanzeige
Stärken
Die größte Stärke der Hurricanes bleibt unbestritten ihre außergewöhnliche mannschaftliche Geschlossenheit. Kaum ein Team setzt das Spielsystem seines Trainers derart konsequent um wie Carolina unter Coach Brind'Amour. Aggressives Forechecking, hohes Tempo und diszipliniertes Defensivverhalten bilden seit Jahren die Grundlage des Erfolgs. Dass sich selbst namhafte Spieler in diesem System zunächst schwertun können, zeigte sich in der Vergangenheit. Wer sich jedoch vollständig darauf einlässt, wird meist zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft.
Auch offensiv verfügt Carolina inzwischen über enormes Potenzial. Mit 296 Treffern stellte der Klub in der vergangenen regulären Saison einen neuen Franchise-Rekord auf und gehörte zu den torgefährlichsten Teams der NHL (Rang zwei hinter den Colorado Avalanche, 302 Treffer). Die Angreifer Sebastian Aho, Andrei Svechnikov, Logan Stankoven, Jackson Blake und der nach seiner Verletzung zurückkehrende Seth Jarvis sorgen dafür, dass die Produktion auf mehrere Reihen verteilt ist. Hinzu kommt eine offensivstarke Verteidigung um Shayne Gostisbehere und K'Andre Miller, die das Angriffsspiel zusätzlich belebt.
Verbesserungspotenziale
Als weitestgehend zusammengebliebener Titelverteidiger weist der Kader der Hurricanes nur wenige Schwachstellen auf. Kurzfristig wiegt der verletzungsbedingte Ausfall von Jarvis schwer, da einer der wichtigsten Flügelstürmer voraussichtlich erst im Verlauf der Saison zurückkehren wird. Zudem beginnt zwischen den Pfosten eine neue Ära. Brandon Bussi überzeugte zwar in den entscheidenden Spielen des Stanley Cup Finales, muss seine Qualitäten als eindeutige Nummer eins jedoch erst über eine komplette NHL-Saison bestätigen.
Auch im Nachwuchsbereich fehlt den Hurricanes derzeit ein Angreifer mit dem Potenzial eines klassischen Top-Torjägers. Bradly Nadeau gilt zwar als eines der größten Offensivtalente der Organisation, wird von vielen Beobachtern aber eher als kreativer Spielmacher denn als künftiger 40-Tore-Stürmer eingeschätzt. Da Carolina aufgrund seiner konstant guten Platzierungen seit Jahren nur selten früh im NHL Draft auswählen darf, überrascht dieses Defizit allerdings kaum.
Vielversprechende Talente
An der Spitze des Prospect Pools steht der bereits erwähnte Nadeau. Der 21-jährige Flügelstürmer erzielte in seiner zweiten AHL-Saison erneut mehr als 50 Punkte und durfte bereits zwölf NHL-Partien absolvieren. Langfristig besitzt er zweifelsohne das Potenzial, sich dauerhaft in den Top Sechs der Hurricanes festzuspielen.
Direkt dahinter folgt Unger-Sorum, dessen Kreativität und Energie ihn zu einem der interessantesten europäischen Talente im System machen. In der Defensive zählen Charles-Alexis Legault und Badinka zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Legault überzeugte bereits mit seinem kompromisslosen Defensivspiel und seiner körperlichen Präsenz, während Badinka trotz begrenzter Eiszeit mit seinem Entwicklungspotenzial auf sich aufmerksam machte.
Auch beim NHL Draft 2026 investierte Carolina erneut gezielt in die Zukunft und sicherte sich unter anderem die Torhüter Ryder Fetterolf und Zachary Jovanovski. Beide gelten als langfristige Projekte mit großem Entwicklungspotenzial.
Playoff-Chancen
Nach dem Gewinn des Stanley Cups geht Carolina erneut als einer der Topfavoriten in die Saison 2026/27. Der Kern der Meistermannschaft blieb nahezu vollständig erhalten, die Gehaltsstruktur ist weiterhin gesund und General Manager Tulsky verfügt sogar noch über finanziellen Spielraum, um den Kader während der Saison gezielt zu verstärken. Sollte Bussi die Erwartungen als neue Nummer eins erfüllen und Jarvis nach seiner Verletzung rasch zu alter Stärke zurückfinden, spricht vieles dafür, dass die Hurricanes erneut zu den stärksten Mannschaften der Eastern Conference gehören. Die erfolgreiche Titelverteidigung zählt in der NHL zu den schwierigsten Aufgaben überhaupt - doch Carolina besitzt alle Voraussetzungen, um im Frühjahr 2027 den nächsten aussichtsreichen Angriff auf den Stanley Cup zu starten.