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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Carolina Hurricanes

Die Carolina Hurricanes haben in der vergangenen Saison endlich die letzte Hürde genommen. Nach Jahren als Dauergast in der Spitzengruppe der Eastern Conference, aber wiederholten Enttäuschungen in den Stanley Cup Playoffs, krönten sie ihre Entwicklung mit dem Gewinn des Stanley Cups. 

Nach einer Hauptrunde mit einer Bilanz von 53-22-7 ließ die Mannschaft von Trainer Rod Brind'Amour auch in der Endrunde keinen Zweifel daran, dass sie bereit war, den entscheidenden Schritt zu gehen. Der Titelgewinn im Stanley Cup Finale gegen die Vegas Golden Knights war das Resultat einer Philosophie, die der frühere Kapitän über Jahre etabliert hat: diszipliniertes, strukturiertes und mannschaftsdienliches Eishockey.

Die Voraussetzungen, den Erfolg in der kommenden Spielzeit 2026/27 zu wiederholen, könnten in Raleigh kaum besser sein. Anders als viele frischgebackene Champions mussten die Hurricanes ihren Kader nicht grundlegend umbauen. General Manager Eric Tulsky gelang es, den Kern der Mannschaft zusammenzuhalten. Zwar wird Carolina zum Saisonauftakt voraussichtlich auf den nach einer Schulteroperation ausfallenden Seth Jarvis verzichten müssen, doch die übrigen Leistungsträger stehen weiterhin langfristig unter Vertrag. Damit zählt der Stanley Cup-Sieger erneut zum engsten Favoritenkreis.

Die schönsten Tore der Hurricanes in der Saison 2025/26

Die wichtigsten Veränderungen im Kader

Die Hurricanes blieben ihrem Weg auch im Sommer treu und verzichteten auf spektakuläre Verpflichtungen. Die wichtigste personelle Veränderung betrifft die Torhüterposition. Routinier Frederik Andersen erhielt bei den Hurricanes keinen neuen Vertrag und wechselte als Free Agent zu den Edmonton Oilers von Leon Draisaitl. Carolina vertraut stattdessen zwischen den Pfosten überwiegend auf die Künste Brandon Bussi, der im Stanley Cup Finale mit drei Siegen in Folge, darunter dem Shutout im entscheidenden Spiel 6, nachhaltig Werbung in eigener Sache machte. Gemeinsam mit Backup Pyotr Kochetkov bildet er künftig das neue Torhütergespann.

CAR@VGK: Puck springt gefährlich vom Tor und Bussi hält

Zur Absicherung verpflichtete der Klub Zachary Sawchenko, der bislang lediglich sieben NHL-Einsätze für die San Jose Sharks absolviert hat. Außerdem erhielt Verteidiger Juuso Valimaki einen Vertrag. Der Finne sucht nach mehreren Stationen in der NHL einen Neustart und könnte vom ausgezeichneten Ruf Carolinas profitieren, Verteidiger in Brind'Amours System weiterzuentwickeln.

In der Offensive bleibt nahezu alles beim Alten. Viktor Neuchev, dessen Rechte Carolina bereits zur Trade Deadline 2025 erworben hatte, soll sich für einen Platz im NHL-Kader empfehlen. Der 24-jährige Angreifer besitzt durchaus Entwicklungspotenzial, dürfte sich seinen Stammplatz jedoch erst erarbeiten müssen.

Darüber hinaus sorgte Carolina am Draft-Wochenende mit der Verpflichtung der Transferrechte von John Carlson noch einmal für Aufmerksamkeit. Zwar entschied sich der erfahrene Verteidiger letztlich für einen Wechsel zu den Tampa Bay Lightning, doch der Vorstoß unterstrich, dass Tulsky trotz des Meistertitels weiterhin aggressiv nach Möglichkeiten sucht, den Kader gezielt zu verstärken. Mit rund zehn Millionen US-Dollar an verfügbarem Salary Cap besitzt der Klub zudem ausreichend finanziellen Spielraum für weitere Maßnahmen.

Schlüsselspieler

Das Fundament der Hurricanes bilden weiterhin zahlreiche Eigengewächse. Sebastian Aho führt den Angriff an und zählt gemeinsam mit Andrei Svechnikov, Logan Stankoven und dem verletzten Jarvis zu den wichtigsten Offensivkräften. Auch Jackson Blake entwickelte sich in der Meistersaison zu einem festen Bestandteil der Top-6.

In der Defensive bleibt Jaccob Slavin der unumstrittene Stabilitätsanker. K'Andre Miller, der vor der vergangenen Saison von den New York Rangers verpflichtet wurde, fand sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hervorragend im Spielsystem zurecht und überzeugte insbesondere in den Stanley Cup Playoffs. Offensiv setzt Carolina zudem große Hoffnungen auf Shayne Gostisbehere. Der offensivstarke Verteidiger kam trotz Verletzungen in lediglich 55 Hauptrundenspielen auf 50 Punkte und könnte bei einer kompletten Saison sogar neue Franchise-Bestmarken für einen Abwehrspieler aufstellen.

DAL@CAR: Miller wird in einer Rückwärtsbewegung angespielt und trifft mit einem Direktschuss

Zwischen den Pfosten beginnt mit Bussi eine neue Ära. Der 27-Jährige geht nach seinen starken Leistungen im Stanley Cup Finale 2026 als Nummer eins in die Saison und soll beweisen, dass Carolina auch nach dem Abschied von Andersen über eine Torhüterlösung auf Spitzenniveau verfügt.

Spieler aus dem DACH-Raum

Fehlanzeige

Stärken

Die größte Stärke der Hurricanes bleibt unbestritten ihre außergewöhnliche mannschaftliche Geschlossenheit. Kaum ein Team setzt das Spielsystem seines Trainers derart konsequent um wie Carolina unter Coach Brind'Amour. Aggressives Forechecking, hohes Tempo und diszipliniertes Defensivverhalten bilden seit Jahren die Grundlage des Erfolgs. Dass sich selbst namhafte Spieler in diesem System zunächst schwertun können, zeigte sich in der Vergangenheit. Wer sich jedoch vollständig darauf einlässt, wird meist zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft.

Auch offensiv verfügt Carolina inzwischen über enormes Potenzial. Mit 296 Treffern stellte der Klub in der vergangenen regulären Saison einen neuen Franchise-Rekord auf und gehörte zu den torgefährlichsten Teams der NHL (Rang zwei hinter den Colorado Avalanche, 302 Treffer). Die Angreifer Sebastian Aho, Andrei Svechnikov, Logan Stankoven, Jackson Blake und der nach seiner Verletzung zurückkehrende Seth Jarvis sorgen dafür, dass die Produktion auf mehrere Reihen verteilt ist. Hinzu kommt eine offensivstarke Verteidigung um Shayne Gostisbehere und K'Andre Miller, die das Angriffsspiel zusätzlich belebt.

Verbesserungspotenziale

Als weitestgehend zusammengebliebener Titelverteidiger weist der Kader der Hurricanes nur wenige Schwachstellen auf. Kurzfristig wiegt der verletzungsbedingte Ausfall von Jarvis schwer, da einer der wichtigsten Flügelstürmer voraussichtlich erst im Verlauf der Saison zurückkehren wird. Zudem beginnt zwischen den Pfosten eine neue Ära. Brandon Bussi überzeugte zwar in den entscheidenden Spielen des Stanley Cup Finales, muss seine Qualitäten als eindeutige Nummer eins jedoch erst über eine komplette NHL-Saison bestätigen.

Auch im Nachwuchsbereich fehlt den Hurricanes derzeit ein Angreifer mit dem Potenzial eines klassischen Top-Torjägers. Bradly Nadeau gilt zwar als eines der größten Offensivtalente der Organisation, wird von vielen Beobachtern aber eher als kreativer Spielmacher denn als künftiger 40-Tore-Stürmer eingeschätzt. Da Carolina aufgrund seiner konstant guten Platzierungen seit Jahren nur selten früh im NHL Draft auswählen darf, überrascht dieses Defizit allerdings kaum.

Vielversprechende Talente

An der Spitze des Prospect Pools steht der bereits erwähnte Nadeau. Der 21-jährige Flügelstürmer erzielte in seiner zweiten AHL-Saison erneut mehr als 50 Punkte und durfte bereits zwölf NHL-Partien absolvieren. Langfristig besitzt er zweifelsohne das Potenzial, sich dauerhaft in den Top Sechs der Hurricanes festzuspielen.

Direkt dahinter folgt Unger-Sorum, dessen Kreativität und Energie ihn zu einem der interessantesten europäischen Talente im System machen. In der Defensive zählen Charles-Alexis Legault und Badinka zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Legault überzeugte bereits mit seinem kompromisslosen Defensivspiel und seiner körperlichen Präsenz, während Badinka trotz begrenzter Eiszeit mit seinem Entwicklungspotenzial auf sich aufmerksam machte.

Auch beim NHL Draft 2026 investierte Carolina erneut gezielt in die Zukunft und sicherte sich unter anderem die Torhüter Ryder Fetterolf und Zachary Jovanovski. Beide gelten als langfristige Projekte mit großem Entwicklungspotenzial.

Playoff-Chancen

Nach dem Gewinn des Stanley Cups geht Carolina erneut als einer der Topfavoriten in die Saison 2026/27. Der Kern der Meistermannschaft blieb nahezu vollständig erhalten, die Gehaltsstruktur ist weiterhin gesund und General Manager Tulsky verfügt sogar noch über finanziellen Spielraum, um den Kader während der Saison gezielt zu verstärken. Sollte Bussi die Erwartungen als neue Nummer eins erfüllen und Jarvis nach seiner Verletzung rasch zu alter Stärke zurückfinden, spricht vieles dafür, dass die Hurricanes erneut zu den stärksten Mannschaften der Eastern Conference gehören. Die erfolgreiche Titelverteidigung zählt in der NHL zu den schwierigsten Aufgaben überhaupt - doch Carolina besitzt alle Voraussetzungen, um im Frühjahr 2027 den nächsten aussichtsreichen Angriff auf den Stanley Cup zu starten.

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