Montreal Canadiens v Tampa Bay Lightning - Game Two

Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: J.J. Moser vom Tampa Bay Lightning

J.J. Moser schlüpfte in der Saison 2025/26 in seine bislang größte Rolle: Der Schweizer Verteidiger war fester Bestandteil im ersten Abwehr-Paar beim Tampa Bay Lightning. Zunächst an der Seite von Elite-Blueliner Victor Hedman, nach dessen Verletzung neben Senkrechtstarter Darren Raddysh. Am Ende standen persönliche NHL-Rekorde in Sachen Tore (sieben, eingestellt aus 2022/23), Eiszeit/Spiel (21:34 Minuten) und Plus-Minus-Bilanz (+41). Der Plus-Minus-Wert war sogar der beste aller NHL-Verteidiger und der zweitbeste unter allen NHL-Spielern (hinter Teamkollege Nikita Kucherov mit +43).

Mosers Top-5-Plays der Saison 2025/26

Zwei-Wege-Spiel: Der Plus-Minus-König

„Ich bin da schon stolz drauf, denn für einen Spielertyp, wie ich es bin, ist das super. Es ist eine der wichtigeren Statistiken für mich, nachdem ich selbst nicht so viel punkte, wie andere“, sagte Moser im Interview mit NHL.com/de über seine gigantische Plus-Minus-Statistik. „Man sieht einfach, dass die tägliche Arbeit sich auszahlt und man auf einem guten Weg ist. Für die Erreichung der gesteckten Ziele und all die Details im Spiel, an denen man arbeitet, zeigt die Statistik, bei Spielertypen wie mir, dass es fruchtet. Das ist wiederum ein Ansporn, so weiterzumachen.“

In 39 von 79 Spielen (49,4 Prozent seiner Spiele) hatte Moser eine positive Plus-Minus-Bilanz, in 59 von 79 (74,7 Prozent seiner Spiele) war diese mindestens ausgeglichen. Fünf Partien schloss er mit +3 ab.

„Ich wusste nicht, wie gut sein 200-Fuß-Spiel ist“, lobte Lightning-Trainer Jon Cooper das Zwei-Wege-Spiel seiner Nummer 90. „Ich dachte eher, dass er ein Skater ist, der die Angriffe unterstützt. Ich hatte seine Fähigkeiten zum Verteidigen nicht erkannt. Er ist ein phänomenaler Junge, bei dem du so viele Kästchen abhaken kannst.“

Bei Tampa blockte Moser mit 91 Schüssen die zweitmeisten der gesamten Mannschaft. Er erhielt im Schnitt die viermeiste Unterzahl- (2:35 Minuten/Spiel) und Overtime-Eiszeit (1:17 Minuten) und stellte Bestwerte in Sachen durchschnittliche Eiszeit bei Gleichzahl (18:55 Minuten) sowie Eiszeit in absoluten Zahlen (1704:10 Minuten) auf. Ein klarer Vertrauensbeweis von seinem Trainer.

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Defensive: Etwas ganz Besonderes

„Ich bin zufrieden mit meiner Konstanz und konnte über die gesamte Saison zeigen, dass ich die mir selbst gesteckten Ziele erreiche“, so Moser. „Es läuft alles nach Plan: Ich will Jahr für Jahr besser werden und mich wohlfühlen in der Stadt und in der Mannschaft. Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen und mich zu dem Spieler entwickeln, der ich sein möchte. Ich möchte ein Zwei-Wege-Spieler sein, der effektiv in allen Situationen ist, egal ob offensiv oder defensiv, ob auf oder neben dem Eis. Ich möchte Führungsaufgaben übernehmen und ein guter Teamkollege sein.“

Eigentlich war der 26-Jährige aus Biel an der Seite von Hedman vorgesehen gewesen. Doch der Lightning-Kapitän, den Moser ein „Vorbild“ nennt, wurde aufgrund von Verletzungen und einer mentalen Pause auf gerade einmal 33 Spiele reduziert. Also rückte Rechtsschütze Raddysh in die Top-Reihe auf und erfüllte dort den offensiveren Part neben Linksschütze Moser, der viel Defensivarbeit verrichten musste, um seinem Nebenmann den Rücken freizuhalten. Heraus kam eines der besten Abwehr-Duos der gesamten Liga.

„Moser ist ein besonderer Spieler“, schwärmte Raddysh. „Er ist nicht der größte Junge, aber einer der besten Defensivverteidiger in dieser Liga. Er zerstört gegnerische Spielzüge, er ist immer am Skaten, er kann alles. Neben ihm zu spielen, hat meinen Job viel einfacher gemacht. Es hat Spaß gemacht, neben ihm zu spielen. ‚Mo‘ ist etwas ganz Besonderes.“

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Offensive: Ein historisches Playoff-Tor

Dass der 1,86 Meter große und 85 Kilogramm schwere Blueliner auch viel zur Offensive beitragen kann, unterstrichen 29 Scorerpunkte (7-22-29) - den zweitbesten Wert seiner NHL-Karriere (Karriere-Jahr war 2022/23 mit 7-24-31 in 82 Spielen für die Arizona Coyotes).

Darunter war auch ein spezielles Tor in den Stanley Cup Playoffs 2026: In Spiel 2 in der Ersten Runde der Eastern Conference gegen die Montreal Canadiens erzielte Moser nicht nur seinen ersten Playoff-Treffer überhaupt, sondern auch noch den Overtime-Siegtreffer zum 3:2 n.V..

„Das war ein Faceoff-Spielzug, an dem wir gearbeitet hatten. Der Puck wäre fast rausgerutscht, aber ich habe ihn drin gehalten. Plötzlich geht eine Lücke auf und ich schieße. Wir hatten zuvor viel darüber gesprochen, dass wir viele Pucks aufs Tor bringen wollen. So schießt du in den Playoffs Tore“, blickte Moser auf einen historischen Treffer zurück.

Immerhin war es sein erstes Overtime-Tor in der NHL sowie das erste OT-Winner eines Schweizer Verteidigers in den Stanley Cup Playoffs. Auch wenn die Playoffs für Tampa schon unerwartet früh in dieser Ersten Runde endeten - für Moser persönlich war es eines der besten Jahre. Hält seine steile Entwicklung an, könnte es 2026/27 sowohl für den Verteidiger als auch für den Lightning deutlich weitergehen.

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