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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Boston Bruins

1. Wer wird Center der ersten Sturmreihe?

Mit 268 Toren haben die Boston Bruins eine sehr gute Saison 2025/26 gespielt. Und doch fehlt der Mannschaft von Trainer Marco Sturm noch ein Puzzleteil, mit dem alle wohl etwas ruhiger schlafen könnten: ein Top-Center für die erste Sturmreihe. Die Rolle ist reizvoll. Denn auf dem rechten Flügel spielt mit David Pastrnak ein Stürmer, der in den vergangenen vier Spielzeiten mindestens jeweils 100 Scorerpunkte in der Statistik hatte. Davon profitieren auch automatisch die Nebenleute. An Kandidaten mangelt es nicht im aktuellen Kader. Geht es nach den reinen Statistiken, dann hat Pavel Zacha die Nase derzeit vorne. Der Tscheche hat in der vergangenen Saison mit 30 Toren und 35 Vorlagen überzeugt. Doch jetzt muss er beweisen, dass diese Leistung keine Eintagsfliege war.

Sucht man eine Alternative für Zacha, wird es dahinter schon dünn. Fraser Minten hat in seiner ersten Saison mit 17 Toren und 18 Vorlagen ebenfalls überzeugt, blieb in sechs Spielen der Stanley Cup Playoffs jedoch ohne Scorerpunkt. Allerdings kommt die Rolle des Anführers der ersten Reihe für den 22-Jährigen womöglich noch etwas zu früh. Das gilt auch für James Hagens. Der 19-Jährige ist nominell ein Center und wurde 2025 im NHL Draft von den Bruins in der ersten Runde an siebter Stelle gezogen. Allerdings wird erwartet, dass er, wenn er den Sprung in den Kader schafft, auf dem Flügel anfängt und später auf die Centerposition wechselt.

Bleibt noch Elias Lindholm. Der Schwede hatte vergangene Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Trotzdem kam er in 69 Spielen auf 17 Tore und 31 Vorlagen. Wenn er wieder an sein Potenzial anknüpfen kann, das er in der Saison 21/22 bei den Calgary Flames gezeigt hat (42-40-82), ist er die wahrscheinlichste Antwort auf die Frage nach dem Top-Center.

CGY@BOS: Lindholm schließt nach schöem Passspiel ab

2. Brauchen die Bruins noch einen erfahrenen Backup für Swayman?

Als die Bruins den Finnen Joonas Korpisalo zu den New York Rangers tradeten, ist auf einmal die Stelle des Backups für die unumstrittene Nummer eins Jeremy Swayman frei geworden. Vor dem Start des Trainingscamps hat wohl Michael DiPietro die Nase vorne. Im Vergleich zu Korpisalo ist DiPietro im Moment die wesentlich preisgünstigere Variante. Die Hoffnung bei den Bruins ist, dass er ähnlich durchstartet wie Dan Vladar (Philadelphia Flyers) oder Brandon Bussi (Carolina Hurricanes), die sich ebenfalls beide bei den Providence Bruins, dem AHL-Farmteam der Boston Bruins, ihre ersten Sporen verdient haben. Allerdings ist DiPietro schon 27 Jahre alt. Wenn er irgendwann noch den Sprung in die NHL schaffen will – jetzt ist der Zeitpunkt. Und wenn er die Trainer nicht überzeugen kann? Dann müsste sich General Manager Don Sweeney auf dem Markt umsehen, ob er noch einen Ersatzmann für Swayman findet.

3. Kann Coach Sturm die Mannschaft weiterentwickeln?

Keine Frage: Der deutsche Coach der Bruins hat der Mannschaft in seiner ersten Saison als Hauptverantwortlicher eines NHL-Teams richtige Impulse verpasst und die Spieler auch entsprechend motiviert. In der Spielzeit 24/25 waren die Bruins noch auf dem letzten Platz der Atlantic Division. Sturm hat aus den Spielern wieder ein Team geformt, das es bis in die Stanley Czp Playoffs schafft. Doch einfach „nur“ in die Playoffs und dann in der ersten Runde rausfliegen – wie die Bruins jüngst in sechs Spielen gegen Buffalo – das ist selbstverständlich nicht genug. Erst recht nicht in einer erfolgsverwöhnten Stadt wie Boston.

Die Herausforderung für Sturm wird nun sein, dieses Leistungsniveau nicht nur zu halten, sondern seine Spieler noch weiter zu verbessern, um in den Playoffs länger dabeizubleiben. Entsprechend groß ist der Druck vor dieser Spielzeit. Doch Sturm hat in der Saison 25/26 gezeigt, dass sein System funktioniert und dass die Spieler ihm vertrauen können. Mit diesem Pfund kann er auch in der bevorstehenden Runde wuchern.

Die schönsten Tore der Bruins in der Saison 2025/26

Ansatzpunkte gibt es für ihn ein paar. Das Unterzahlspiel muss verbessert werden. In der vergangenen Saison lag die Erfolgsquote bei 77 Prozent (Platz 24). Diese Bilanz muss besser werden, wenn die Bruins in den Playoffs weiter kommen wollen. Und Sturm kann seinen Spielern verordnen, mehr Torschüsse pro Spiel zu nehmen. 27 waren es vergangene Saison im Schnitt. Klingt viel, bedeutet aber im Vergleich mit den anderen Mannschaften lediglich Platz 21.

4. Welche Rolle spielt Peterka?

Buffalo, Utah und jetzt Boston – der Münchner hat mit seinen 24 Jahren schon einiges gesehen von der NHL. Mit den Mammoth kam er vergangene Saison immerhin in die Playoffs. Das will er mit den Bruins selbstverständlich wiederholen. Dabei hat er eine gute Chance, das als Linksaußen der ersten Sturmreihe zu tun. Einer seiner Sturmpartner wäre dann mit ziemlicher Sicherheit Pastrnak. Von ihm kann er sich nicht nur den einen oder anderen Trick abschauen. Der Tscheche gehört in die Kategorie Spieler, die die Mitspieler besser machen und mitreißen. Davon kann der Deutsche profitieren.

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5. Kommt noch Verstärkung auf den Außenpositionen?

Die Bruins sind im Moment noch etwas dünn auf den Außenpositionen besetzt. Peterka müsste als nomineller Rechtsaußen auf dem linken Flügel spielen. Tanner Jeannot ist nach aktuellem Stand der einzige nominelle Linksaußen im Kader der Bruins. Klar kann es mit umgeschulten Centern funktionieren. Die Ideallösung ist das aber nicht, vor allem nicht in den ersten beiden Sturmreihen. Aber womöglich haben die Verantwortlichen noch einen Plan für den Sommer. Der eine oder andere Unrestricted Free Agent ist noch auf dem Markt. Vielleicht geht da ja noch was.

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