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Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: Josh Samanski von den Edmonton Oilers

Josh Samanski wurde in der Saison 2025/26 zum nächsten Deutschen in der NHL. Der 24-jährige Senkrechtstarter aus Erding schaffte den Sprung dorthin über die DEL und AHL und hakte gleich mehrere Kästchen ab: Erstes NHL-Spiel, erster -Punkt, erstes -Tor und das Ganze noch einmal in den Stanley Cup Playoffs.

DEL, AHL, NHL: Samanskis steiler Aufstieg

Am 2. April 2025 unterschrieb Samanski einen Einstiegsvertrag über zwei Jahre bei den Edmonton Oilers. Zuvor hatte der Stürmer in der Deutschen Eishockey Liga bei den Straubing Tigers (52 Spiele, 14-26-40; sieben Playoff-Partien, 2-2-4) und in der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2025 (sieben WM-Spiele, 2-3-5) auf sich aufmerksam gemacht.

Die Realität in Nordamerika aber hieß zunächst Bakersfield Condors, das Farmteam der Oilers in der AHL, für die der 1,90 Meter große Linksschütze 45-mal die Schlittschuhe schnürte und sich mit 31 Punkten (8-23-31) aber vor allem mit seinem Laufeinsatz und Defensivarbeiten für noch höhere Aufgaben empfahl.

„Als Josh hierherkam, wussten wir nicht, was er mitbringen würde, denn unser Trainerstab hatte ihn zuvor nie spielen sehen“, sagte Edmontons damaliger Trainer Kris Knoblauch. „Wir wussten nicht, wer er ist und ob er jemals in der NHL spielen würde. Er hatte ein ausgezeichnetes Camp und hat auf alle einen starken Eindruck hinterlassen. An Tag 1 war er noch nicht bereit für die NHL, aber in Bakersfield konnte er sich an das Eishockey in Nordamerika gewöhnen und hat dort richtig gut gespielt.“

Also erhielt Samanski am 26. Januar 2026 erstmals den Call-up in die NHL.

„Wir wollten mehr Geschwindigkeit und Physis in der Aufstellung haben und einen Spieler, der ins Forechecking gehen kann“, erklärte Knoblauch. „Genau das bringt er mit. Das ist eine große Chance für ihn. Wir freuen uns darauf, ihn zu sehen.“

„No Broke Boys“ während der „Rookie Lap”      

Die größte Freude an diesem Schachzug aber hatte Samanski selbst: „Es ist überragend! Ich freue mich sehr, dass es losgeht und ich mein erstes Spiel erleben darf“, sagte das Talent vor seinem NHL-Debüt. „Ich bin sehr glücklich über diese Möglichkeit und freue mich darauf, mein Können zu zeigen. Ich habe viel an meinen Faceoffs gearbeitet und möchte dieselbe Energie mitbringen wie in ‚Bako‘ (Bakersfield, Anm. d. Aut.). Ich freue mich auf den Schritt aufs Eis und möchte Energie einbringen.“

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Diesen Schritt ging Samanski noch am Abend des 26. Januar im Rogers Place im Heimspiel der Oilers gegen die Anaheim Ducks. Der Song „No Broke Boys“ von „Disco Lines & Tinashe“ hämmerte aus den Boxen, als Samanski seine „Rookie Lap” auf dem Eis drehte. Seine blonden Locken flatterten im Fahrtfind, was seine neuen Mitspieler im Nachgang für den einen oder anderen Scherz auf seine Kosten zu nutzen wussten.

Am Ende stand ein 7:4-Sieg. Edmontons Nummer 81 erhielt als Center der dritten Reihe 7:43 Minuten Eiszeit, gewann 75 Prozent seiner Faceoffs, kam auf einen Plus-Minus-Wert von +2 ab und schrammte bei seiner NHL-Premiere haarscharf an seinem ersten Tor vorbei.

„In seinem ersten Spiel hat er ein paar richtig gute Kontakte und Spielzüge gezeigt, auch defensiv: Er checkt gut, ist stark, schnell, groß und kontrolliert das Eis“, attestierte Knoblauch einen gelungenen Einstand.

Der erste Assist gelang Samanski in seinem dritten NHL-Spiel am 31. Januar bei der 3:7-Niederlage gegen die Minnesota Wild. Sein erstes NHL-Tor folgte in seinem 14. Spiel am 21. März bei der 2:5-Niederlage gegen den Tampa Bay Lightning - und was für ein Kurioses: Der Erdinger berührte den Puck im Gewühl an der Bande als letzter und sah, wie die Scheibe von zwei Lightning-Spielern ins eigene Tor gelenkt wurde.

Seine erste NHL-Saison schloss Samanski mit 24 Spielen, vier Punkten (2-2-4), 27 Checks, 14 Blocks und +2 ab.

„Ich bin die gesamte Saison schon zufrieden mit ihm“, so Knoblauch. „Wir haben erwartet, dass er in Zukunft ein Oiler sein kann und hätten nicht gedacht, dass es so schnell passieren würde.“

Ein Tor im ersten Playoff-Spiel

In den Stanley Cup Playoffs griff Edmonton erneut auf Samanski zurück und holte ihn vor Spiel 2 in der Ersten Runde gegen die Anaheim Ducks in den Kader, weil sich Adam Henrique verletzt hatte.

„Ich freue mich sehr darauf“, sagte Samanski vor seiner Playoff-Premiere. „Es wird etwas Besonderes sein. Aber ich bin nicht der Typ dafür, nervös zu sein. Ich bin einfach froh, dass ich da raus darf.“

Mut und Enthusiasmus waren auf dem Eis zu spüren, denn Samanski lieferte mit seinem ersten Playoff-Treffer das 4:4. Das Erstrunden-Aus nach sechs Spielen konnte aber auch der deutsche Senkrechtstarker nicht abwenden. In fünf Playoff-Partien markierte er zwei Punkte (1-1-2).

Ein berauschendes Jahr wurde auf internationalem Eis abgerundet: Samanski vertrat Deutschland bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 (fünf Spiele, 1-1-2) sowie bei der IIHF-Weltmeisterschaft in der Schweiz (sieben Spiele, 2-5-7).

Ab Sommer geht er in sein zweites Vertragsjahr bei den Oilers und könnte dabei kaum weiter von einem „Broke Boy“ (deutsch: „Mittelloser Junge“) entfernt sein.

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