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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2025/26 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Anaheim Ducks

1. Hat sich der Klub mit dem Carlsson-Deal übernommen?

Es dürfte General Manager Pat Verbeek von vornherein klar gewesen sein, dass die Vertragsverlängerung mit Nachwuchsstürmerstar Leo Carlsson teuer wird. Doch mit ihrem Offer Sheet für einen Fünfjahresvertrag über 90 Millionen Dollar (durchschnittlicher Jahreswert 18 Millionen) für den Restricted Free Agent setzten die Philadelphia Flyers das Management der Ducks gehörig unter Druck. Um mit diesem massiven Angebot des Kontrahenten für den Angreifer gleichziehen zu können, musste Anaheim finanziell an die Grenzen und vielleicht sogar darüber hinaus gehen. Der Plan, den sich die Verantwortlichen für die Offseason zurechtgelegt hatten, wurde jedenfalls komplett über den Haufen geworfen.

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Fakt ist: Der Carlsson-Deal schränkt den finanziellen Spielraum der Kalifornier unter dem Salary Cap erheblich ein. Wie stark, wird sich bald zeigen, denn mit Cutter Gauthier wartet noch ein weiterer hochtalentierter Stürmer aus der Riege der Restricted Free Agent auf einen Anschlussvertrag mit satter Gehaltserhöhung. Der Ausgang ist offen.

2. Wie wirkt sich der Aderlass in der Verteidigung aus?

Anaheim erlebte in der Offseason den Verlust von drei erfahrenen Verteidigern, die noch dazu alle auf der rechten Seite zu Hause sind. Es handelte sich um Kapitän Radko Gudas, Jacob Trouba und John Carlson. Sie haben zusammen fast 3000 NHL-Spiele auf dem Buckel. Mit dem 35 Jahre alten Nick Jensen kam lediglich ein routinierter Blueliner in der Free Agency neu zur Mannschaft.

Unklar ist, wie sich der personelle Aderlass in diesem Bereich auswirkt. Sollten keine weiteren Spieler für die Defensive hinzugeholt werden, müssten Talente oder bisherige Ergänzungsspieler größere Rollen in der Verteidigung einnehmen. Die Hoffnungen ruhen in erster Linie auf Akteuren wie Jackson LaCombe oder Pavel Mintyukov. Aber trotz ihrer ansprechenden Leistungen in der zurückliegenden Saison ist es ungewiss, ob sie das Loch stopfen können, dass durch den Abgang der Veteranen entstanden ist.

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3. Ist GM Verbeek zu stark ins Risiko gegangen?

Um finanzielle Ressourcen zu gewinnen, sah sich GM Verbeek gezwungen, zwei Youngster abzugeben, die sinnbildlich für den Neuaufbau in Anaheim standen. Es war ihm jedoch klar, dass sich die Ducks wegen Carlsson und Gauthier nicht auch noch Angreifer Mason McTavish (sieben Millionen Dollar Jahressalär) sowie Verteidiger und Restricted Free Agent Olen Zellweger leisten können. Also entschied er sich, die beiden zu traden – McTavish für zwei Erstrundenpicks beim NHL Draft 2026 zu den St. Louis Blues und Zellweger im Tausch für Stürmer Anton Wahlberg und einen Zweitrundenpick bei der diesjährigen Draftausgabe.

Die Frage ist, ob der Ducks-GM mit diesen zwei Transfers womöglich zu sehr ins Risiko gegangen ist. McTavish und Zellweger waren beim Aufbau eines Teams, das um den Stanley Cup mitspielen soll, als zentrale Bausteine vorgesehen. Wenn es nicht gelingt, ihren Abgang sportlich aufzufangen, dürfte Kritik für Verbeeks Entschluss laut werden – finanzielle Engpässe hin oder her.

4. Wie verkraftet das Team den langfristigen Ausfall von Terry?

Für die Abteilung Attacke der Ducks beginnt die Saison 2026/27 unter erschwerten Bedingungen. Troy Terry wird nach einer Hüftoperation voraussichtlich 25 bis 35 Spiele verpassen. Durch sein Fehlen gilt es, den rechten Flügel der Topreihe neu zu besetzen. Möglicherweise übernimmt Beckett Sennecke vorrübergehend diese Position. Terry gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Scorern der Ducks. Vorige Saison sammelte er 57 Punkte in 61 Einsätzen. Hätte er die komplette Saison spielen können, wäre er sicherlich in den Top 3 der teaminternen Scorerwertung gelandet.

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5. Bestätigt die Mannschaft die positive Tendenz aus der letzten Saison?

Die Messlatte für die Saison 2026/27 ist gesetzt. Trainer Joel Quenneville ist es gleich in seiner ersten Spielzeit in Anaheim gelungen, die Mannschaft in die Stanley Cup Playoffs zurückzuführen. Dort landete der mehrfache Meistercoach mit seinen Schützlingen den nächsten Coup. In der ersten Runde schalteten sie die Edmonton Oilers nach sechs Partien aus. Und in der zweiten Runde wehrten sich die Ducks gegen den späteren Finalisten Vegas Golden Knights nach Kräften. Erst nach sechs Duellen zogen sie den Kürzeren.

Alles andere als die erneute Qualifikation für die Postseason würde als Rückschritt gewertet. Allerdings ist Quenneville gezwungen, die Belegschaft an wesentlichen Stellen neu zu sortieren. Doch dass er es versteht, aus dem ihm zur Verfügung stehenden Kader das Beste herauszuholen, hat er schon oft bewiesen.

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