Brayden McNabb #3 of the Vegas Golden Knights is pursued by Seth Jarvis #24 of the Carolina Hurricanes during the first period of Game Two of the Stanley Cup Final between the Vegas Golden Knights and the Carolina Hurricanes at Lenovo Center on June 04, 2026 in Raleigh, North Carolina. (Photo by Brian Babineau/NHLI via Getty Images)

Die Vegas Golden Knights reisen mit großen Sorgen im Gepäck zurück nach Nevada. Zwar steht die Best-of-7-Serie beim Stanley Cup Finale 2026 nach zwei Spielen gegen die Carolina Hurricanes ausgeglichen 1:1, doch die wichtigste Frage vor Spiel 3 am Samstagabend (8 p.m. ET; So. 2 Uhr MESZ) in der T-Mobile Arena betrifft nicht Taktik oder Formkurven. Stattdessen richtet sich der Blick im Lager der Golden Knights auf den Gesundheitszustand von Verteidiger Brayden McNabb, dessen schwer wirkende.

Gesichtsverletzung die Mannschaft in Spiel 2 tief erschütterte.

Der Vorfall ereignete sich nach 10:52 Minuten im ersten Drittel im Lenovo Center in Raleigh. McNabb verteidigte vor dem eigenen Tor, als Hurricanes-Stürmer Nikolaj Ehlers einen Schlagschuss von der blauen Linie abfeuerte. Die Scheibe traf den Routinier der Golden Knights im Bereich des Visiers beziehungsweise des Gesichts. Sofort war erkennbar, dass es sich um eine ernste Situation handelte.

Spieler beider Mannschaften signalisierten umgehend den Schiedsrichtern, dass medizinische Hilfe benötigt wird. McNabb ging zu Boden, hielt sich Nase und Mund und verließ anschließend aus eigener Kraft, aber sichtlich gezeichnet, das Eis in Richtung Kabine. Später wurde berichtet, dass der Verteidiger zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden sei.

Keine Entwarnung vor dem Flug nach Las Vegas

Auch knapp zwölf Stunden nach Spielende konnte Vegas-Trainer John Tortorella am Freitagmorgen keine konkreten Informationen liefern. Die Unsicherheit bleibt damit bestehen. „Kein Update. Er wird mit uns reisen, aber es gibt keine aktuelle Information“, erklärte Tortorella kurz und knapp.

Die Aussage macht deutlich, dass die Golden Knights zwar hoffen dürfen, aber derzeit keine Gewissheit besitzen. Ob McNabb bereits in Spiel 3 wieder einsatzfähig sein wird, ist ebenso offen wie die Frage, ob er im weiteren Verlauf der Finalserie überhaupt noch einmal eingreifen kann.

Die Sorge innerhalb der Mannschaft ist groß. Schließlich handelt es sich bei McNabb nicht nur um einen Stammspieler, sondern um eine der wichtigsten Führungspersönlichkeiten im Kader. Seit Jahren gehört der 35-Jährige zu den konstantesten Defensivspielern der Organisation und war bereits Teil der Mannschaft, die 2023 den Stanley Cup gewann.

William Karlsson unterstrich die Bedeutung seines Teamkollegen: „Er ist ein enorm wichtiger Teil dieser Mannschaft. Er ist schon lange hier. Er war jedes Jahr wichtig. Defensiv ist er außergewöhnlich stark. In entscheidenden Situationen hilft er uns immer weiter. Natürlich war es schwer, den Rest des Spiels ohne ihn bestreiten zu müssen.“

Diese Einschätzung deckt sich mit den Zahlen. McNabb hatte in der regulären Saison 142 Schüsse geblockt und führt die Klubgeschichte der Golden Knights sowohl bei den geblockten Schüssen (1417) als auch bei den Checks (1469) an. Allein in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs kam er bereits auf 33 Blocks.
Noch beeindruckender ist sein Einfluss auf die Stabilität der Defensive. Oft übernimmt McNabb die schwierigsten Aufgaben gegen die besten Angriffsreihen des Gegners, spielt in Unterzahl und bringt eine enorme physische Präsenz mit. Ein Akteur dieses Profils lässt sich kaum ersetzen.

VGK@CAR: Seth Jarvis erzielt den Siegtreffer in der Verlängerung, mit dem die Hurricanes die Serie zum 1:1 ausgleichen

Teamkollegen reagieren betroffen auf die Verletzung

Die Reaktionen nach Spielende zeigten deutlich, wie sehr der Vorfall die Mannschaft emotional getroffen hat. Mitchell Marner sprach offen über die Gefühle in der Kabine: „Es ist erschreckend. Ich werde gleich versuchen, nach ihm zu sehen, und hoffe, dass alles in Ordnung ist. Er ist ein Kämpfer. Er hat so viele großartige Dinge für uns getan. Es ist ein großer Verlust, wenn er nicht in der Aufstellung steht.“

Auch Noah Hanifin, einer der Verteidiger, die nach McNabbs Ausfall deutlich mehr Verantwortung übernehmen mussten, zeigte sich betroffen. „Wenn so etwas einem Teamkollegen passiert, besonders jemandem wie ‚Nabber‘, der ein so wichtiger Teil dieser Mannschaft und ein Anführer ist, dann ist das schwer. Es ist hart, so etwas zu sehen. Wir hoffen das Beste für ihn.“

Hanifin sprach außerdem darüber, wie sich die Situation auf die Mannschaft während des Spiels auswirkte: „Natürlich hat es uns beeinflusst. Er war nicht mehr auf dem Eis und wir haben uns Sorgen um ihn gemacht. Aber wir haben für ihn gekämpft. Ich finde, unsere fünf Verteidiger haben einen großartigen Job gemacht. Es ist schrecklich, so etwas bei einem guten Freund zu sehen. Ich hoffe nur, dass es ihm gut geht.“

Ähnlich äußerte sich Brett Howden: „Es ist hart. Es ist eine beängstigende Szene. So etwas möchte man nie sehen.“ Kapitän Mark Stone machte ebenso deutlich, welche Lücke McNabb hinterlässt: „Man verliert einen Spieler wie ihn, der viele Minuten spielt, ein großartiger Teamkollege ist und das Spiel mit so viel Einsatz bestreitet. Das ist schwer.“

Wer füllt die Lücke in Spiel 3?

Sportlich gelang es den Golden Knights zunächst bemerkenswert gut, den Schock zu verarbeiten. Die verbliebenen fünf Verteidiger mussten die restlichen knapp 50 Minuten ohne McNabb absolvieren und übernahmen zusätzliche Eiszeit.

Besonders Shea Theodore war gefordert. Mit 28:30 Minuten stand er länger auf dem Eis als jeder andere Spieler der Partie. Hanifin folgte mit 24:15 Minuten. Jeremy Lauzon, der erst kurz zuvor nach einer Oberkörperverletzung zurückgekehrt war, steigerte seine Einsatzzeit von 13:32 Minuten in Spiel 1 auf beachtliche 21:08 Minuten in Spiel 2.

Dennoch waren die Belastung und die fehlende Tiefe am Ende spürbar. Carolina kämpfte sich im dritten Drittel zurück, erzielte drei Tore und gewann schließlich mit 4:3 nach Verlängerung. Gerade deshalb könnte McNabbs Verfügbarkeit für Spiel 3 eine entscheidende Rolle spielen. Der Verteidiger befand sich vor seiner Verletzung in hervorragender Form. Im Auftaktspiel der Finalserie hatte er beim 5:4-Erfolg der Golden Knights drei Assists erzielt. Es war das erste Drei-Punkte-Spiel seiner Karriere.

Insgesamt kommt McNabb in den laufenden Stanley Cup Playoffs auf sieben Punkte aus 17 Spielen. Noch wichtiger als seine Offensive ist jedoch seine Fähigkeit, gegnerische Angriffe zu entschärfen, Schüsse zu blocken und in kritischen Situationen Ruhe auszustrahlen.

Für die Golden Knights beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Serie ist ausgeglichen, das Heimrecht liegt auf ihrer Seite, und mit den zwei Spielen in Las Vegas bietet sich die Chance, die Kontrolle über das Finale zurückzugewinnen. Doch unabhängig vom sportlichen Ausgang wird die Aufmerksamkeit zunächst auf die medizinischen Updates bezüglich McNabb gerichtet sein.

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