Teamkollegen reagieren betroffen auf die Verletzung
Die Reaktionen nach Spielende zeigten deutlich, wie sehr der Vorfall die Mannschaft emotional getroffen hat. Mitchell Marner sprach offen über die Gefühle in der Kabine: „Es ist erschreckend. Ich werde gleich versuchen, nach ihm zu sehen, und hoffe, dass alles in Ordnung ist. Er ist ein Kämpfer. Er hat so viele großartige Dinge für uns getan. Es ist ein großer Verlust, wenn er nicht in der Aufstellung steht.“
Auch Noah Hanifin, einer der Verteidiger, die nach McNabbs Ausfall deutlich mehr Verantwortung übernehmen mussten, zeigte sich betroffen. „Wenn so etwas einem Teamkollegen passiert, besonders jemandem wie ‚Nabber‘, der ein so wichtiger Teil dieser Mannschaft und ein Anführer ist, dann ist das schwer. Es ist hart, so etwas zu sehen. Wir hoffen das Beste für ihn.“
Hanifin sprach außerdem darüber, wie sich die Situation auf die Mannschaft während des Spiels auswirkte: „Natürlich hat es uns beeinflusst. Er war nicht mehr auf dem Eis und wir haben uns Sorgen um ihn gemacht. Aber wir haben für ihn gekämpft. Ich finde, unsere fünf Verteidiger haben einen großartigen Job gemacht. Es ist schrecklich, so etwas bei einem guten Freund zu sehen. Ich hoffe nur, dass es ihm gut geht.“
Ähnlich äußerte sich Brett Howden: „Es ist hart. Es ist eine beängstigende Szene. So etwas möchte man nie sehen.“ Kapitän Mark Stone machte ebenso deutlich, welche Lücke McNabb hinterlässt: „Man verliert einen Spieler wie ihn, der viele Minuten spielt, ein großartiger Teamkollege ist und das Spiel mit so viel Einsatz bestreitet. Das ist schwer.“
Wer füllt die Lücke in Spiel 3?
Sportlich gelang es den Golden Knights zunächst bemerkenswert gut, den Schock zu verarbeiten. Die verbliebenen fünf Verteidiger mussten die restlichen knapp 50 Minuten ohne McNabb absolvieren und übernahmen zusätzliche Eiszeit.
Besonders Shea Theodore war gefordert. Mit 28:30 Minuten stand er länger auf dem Eis als jeder andere Spieler der Partie. Hanifin folgte mit 24:15 Minuten. Jeremy Lauzon, der erst kurz zuvor nach einer Oberkörperverletzung zurückgekehrt war, steigerte seine Einsatzzeit von 13:32 Minuten in Spiel 1 auf beachtliche 21:08 Minuten in Spiel 2.
Dennoch waren die Belastung und die fehlende Tiefe am Ende spürbar. Carolina kämpfte sich im dritten Drittel zurück, erzielte drei Tore und gewann schließlich mit 4:3 nach Verlängerung. Gerade deshalb könnte McNabbs Verfügbarkeit für Spiel 3 eine entscheidende Rolle spielen. Der Verteidiger befand sich vor seiner Verletzung in hervorragender Form. Im Auftaktspiel der Finalserie hatte er beim 5:4-Erfolg der Golden Knights drei Assists erzielt. Es war das erste Drei-Punkte-Spiel seiner Karriere.
Insgesamt kommt McNabb in den laufenden Stanley Cup Playoffs auf sieben Punkte aus 17 Spielen. Noch wichtiger als seine Offensive ist jedoch seine Fähigkeit, gegnerische Angriffe zu entschärfen, Schüsse zu blocken und in kritischen Situationen Ruhe auszustrahlen.
Für die Golden Knights beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Serie ist ausgeglichen, das Heimrecht liegt auf ihrer Seite, und mit den zwei Spielen in Las Vegas bietet sich die Chance, die Kontrolle über das Finale zurückzugewinnen. Doch unabhängig vom sportlichen Ausgang wird die Aufmerksamkeit zunächst auf die medizinischen Updates bezüglich McNabb gerichtet sein.