car nikolaj ehlers

Mit Nikolaj Ehlers ist auch ein Däne im Stanley Cup Finale 2026 vertreten. Der Flügelflitzer der Carolina Hurricanes spricht fließend Deutsch, was an einer langen Vergangenheit in der Schweiz liegt. Genau dorthin möchte der 30-Jährige aus Aalborg irgendwann zurückkehren, wie er im exklusiven Interview mit NHL.com/de verrät.

Traumhafter Einstand im Stanley Cup Finale

Erstmals überhaupt in der NHL-Geschichte kam ein Däne, genauer gesagt sogar zwei Dänen, in einem Stanley Cup Finale zu Einsatz: Carolinas Stürmer Ehlers sowie Torwart Frederik Andersen betraten als Vertreter ihrer Heimat Neuland.

„Es bedeutet uns unglaublich viel“, sagt Ehlers. „In Deutschland ist es das gleiche mit (Leon) Draisaitl. Du spielst für Dänemark und bist stolz darauf. Ich werde weiter kämpfen und arbeiten, damit ich den Stanley Cup mit nach Hause nehmen kann.“

Ehlers stand in Spiel 1 des Stanley Cup Finals sogar in den Starting Six - eine unglaubliche Ehre.

„Es war unglaublich cool, ein spezieller Moment für mich, meine Familie und meine Mannschaft, endlich in den Finals zu sein“, erinnert sich Ehlers. „Es war unglaublich.“

Noch unglaublicher wurde es, weil er direkt nach 25 Sekunden das 1:0 und später das 2:0 (13.) erzielte. Ein absoluter Traumstart für Ehlers.

„Natürlich träumt man als Kind vom Toreschießen in einem Stanley Cup Finale, aber wir haben das Spiel verloren. Das war nicht, was wir wollten“, sagt er. „Wenn du jung bist, dann träumst du von diesen Toren. Das mit meinen Eltern hier zu erleben, war sehr schön.“

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Familie ist alles

Die Familie ist für Ehlers enorm wichtig. Dass er von ihr in diesen Tagen vor Ort unterstützt wird, bedeutet ihm viel.

„Sie sind immer um mich herum. Mein Papa ist schon seit Spiel 1 gegen Montreal hier. Meine Mutter ist zum Beginn des Finals eingeflogen. Meine Schwester kam etwas später und mein Bruder dann nochmal etwas später“, zählt Ehlers auf. „Jeder ist hier. Es macht natürlich viel Spaß. Es ist etwas Besonderes, dass sie das hier mit mir durchstehen. Sie fiebern mit mir mit, sind jeden Tag bei mir. Eigentlich sind sie schon dabei, seitdem ich im Alter von drei Jahren das erste Mal auf Schlittschuhen stand. Die ganze Zeit über ihre Unterstützung zu spüren, ist großartig.“

Vater Heinz Ehlers spielte als aktiver Profi in der Schweiz (Biel-Bienne), Österreich (Klagenfurt) und Deutschland (Augsburg, Berlin).

„Ich habe sehr viel von meinem Vater gelernt, auf dem Eis und abseits davon. Er war wie ein Mentor für mich“, erzählt Nikolaj. „Unserer Familie redet immer über Eishockey, immer. Ich habe selbst kurz in Berlin für die Capitals gespielt und später sechs Jahre in der Schweiz. Ich finde, diese Ligen waren super für mich, ich habe viel gelernt. Auch die verschiedenen Stile in den verschiedenen Ländern. Das war super.“

Nikolaj Ehlers spricht auf Deutsch über seine Erfahrungen im Stanley Cup Finale

Wurzeln in der Schweiz

Als Jugendlicher durchlief Nikolaj Ehlers die Juniorenmannschaften des EHC Biel-Bienne. Dort gab er in der Saison 2012/13 auch sein Profi-Debüt in der Schweizer National Liga.

Kein Wunder, dass er fließend Deutsch spricht - wobei er einräumt, dass sein Schwyzerdütsch besser ist als sein Hochdeutsch.

„Ich habe es geliebt und vermisse es immer noch. In Biel zu spielen, in der Schweiz - ein unglaubliches Land“, blickt Ehlers zurück. „Ich hätte gerne die WM in der Schweiz gespielt, aber natürlich hatte ich Wichtigeres zu tun. Die Schweiz war unglaublich für mich als Spieler, hat mir sehr viel geholfen. Ich glaube, ich werde sicher irgendwann zurückkehren.“

Tragende Rolle auf der größtmöglichen Bühne

Wichtiger ist gerade das Stanley Cup Finale. Ehlers ist mittendrin, statt nur dabei. Doch selbst die größte Bühne in der Eishockey-Welt wird schnell zur Normalität.

„Für mich ist es vom ersten Puck-Drop wie ein ganz normales Eishockey-Spiel“, gibt Ehlers einen Einblick in seine Gefühlslage. „Das Intro und alles war cool und etwas Besonderes. Du siehst den Stanley Cup auf dem Eis. Für ihn spielst du. Wenn der Puck aufs Eis fällt, dann fängt das Hockey an.“

Der 1,82 Meter große und 76 Kilogramm schwere Linksschütze ist ein Angreifer, der vor allem über sein Tempo kommt. Er bildet eine Reihe mit Center Jordan Staal (1,93 Meter, 100 Kilogramm) und Flügel Jordan Martinook (1,85 Meter, 94 Kilogramm).

„Ich bin ein bisschen schnell und werde nicht so oft gecheckt“, sagt Ehlers. „Ich spiele auch mit zwei großen Spielern, die viele Räume für mich schaffen. Das ist in dieser Saison gut gelaufen. So müssen wir weitermachen.“

In der regulären Saison markierte Ehlers in 82 Spielen 71 Scorerpunkte (26-45-71). In den Stanley Cup Playoffs kommt er nach 17 Partien auf 17 Punkte (7-10-17). Alleine im Stanley Cup Finale sind es in fünf Einsätzen schon drei Tore und acht Punkte (3-5-8). Ehlers scheint nichts aus der Ruhe zu bringen - auch nicht die vielen Führungs- und Momentum-Wechsel in einer hochunterhaltsamen Finalserie. In der Best-of-7-Serie steht es vor Spiel 6 am Sonntag in Las Vegas 3:2 für die Hurricanes.

„Es ist definitiv ein wenig verrückt“, so Ehlers. „Eigentlich wünschst du dir, dass es nicht so unvorhersehbar ist und du mal eine Zwei- oder Drei-Tore-Führung halten kannst. Aber beiden Teams geht es ähnlich. Wenn du einer Mannschaft eine Chance gibst, dann kassierst du meistens direkt ein Gegentor. Es geht darum, diese Möglichkeiten zu limitieren.“

VGK@CAR: Ehlers erzielt sein zweites Tor im ersten Drittel und erhöht auf 2:0

Zweite NHL-Station

Ehlers wurde im Jahr 2014 in der 1. Runde an 9. Stelle von den Winnipeg Jets gedraftet und lief in zehn seiner elf NHL-Saisons für die Kanadier auf. Im Sommer 2025 unterschrieb er als Free Agent einen bis 2031 laufenden Sechsjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 51 Millionen US-Dollar (durchschnittlich 8,5 Mio. p.a.) in Carolina. Gleich in seiner ersten Saison als Hurricane marschiert er bis ins Stanley Cup Finale. Ein Wechsel, der sich also für beide Seiten voll ausgezahlt hat.

„Es ist immer noch die NHL“, sagt Ehlers. „Man spielt immer noch das gleiche Spiel. Du lebst ein wenig anders und spielst mit anderen Spielern zusammen. Aber beide Stationen waren unglaublich. Ich habe meine zehn Jahre in Winnipeg geliebt. Mein erstes Jahr hier in Carolina war unglaublich. Jetzt sind wir im Stanley Cup Finale - das ist ganz schön spannend.“

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