Brind'Amour überrascht mit mutiger Torhüterentscheidung
Die größte Überraschung gab es bereits vor dem ersten Bully. Hurricanes-Trainer Rod Brind'Amour entschied sich dafür, den bisherigen Stammkeeper Frederik Andersen aus dem Kader zu nehmen und stattdessen Bussi das Vertrauen zu schenken.
Andersen hatte die ersten 16 Playoff-Spiele Carolinas bestritten und in den ersten drei Runden herausragende Zahlen aufgelegt. Im Stanley Cup Finale geriet der Däne jedoch ins Straucheln. Zwölf Gegentore bei lediglich 65 Schüssen bedeuteten eine Fangquote von nur 81,5 Prozent. Bereits in Spiel 3 war er nach vier Gegentoren auf 16 Schüsse vorzeitig ausgewechselt worden.
Brind'Amour erklärte die Entscheidung nüchtern: „Freddie braucht eine kleine Pause. Wenn man ihm eine Pause geben will, dann muss man ihm auch wirklich eine Pause geben.“ Deshalb erhielt Bussi den Start, während Pyotr Kochetkov als Ersatzmann auf der Bank Platz nahm.
Für Bussi war es ein außergewöhnlicher Moment. Der ungedraftete Torhüter hatte sich über Jahre seinen Weg in den Profibereich erarbeitet und stand nun erstmals als Starter in einem Stanley Cup Finale auf dem Eis. Große Emotionen ließ er nach dem Spiel allerdings nicht erkennen.
„Wir werden diesen Sieg heute genießen, aber morgen liegt der Fokus bereits auf Spiel 5“, sagte Bussi. Die Bedeutung des Moments werde er vermutlich erst nach Saisonende richtig einordnen können. Besonders emotional war für ihn die Unterstützung seiner Familie. Nachdem seine Verlobte und deren Eltern bereits Spiel 3 besucht hatten, machten sich auch seine Eltern kurzfristig aus New York auf den Weg nach Las Vegas.
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Frühe Rettungstat und das nötige Quäntchen Glück
Bussi zeigte früh, dass ihn die große Bühne nicht einschüchtern würde. Bereits im ersten Drittel musste er bei einem gefährlichen Alleingang von Mark Stone eingreifen. Die spektakuläre Parade verhinderte den frühen Ausgleich und gab den Hurricanes zusätzliche Sicherheit.
Dabei hatte Carolina zunächst einen Traumstart hingelegt. Bereits nach 1:06 Minuten traf Logan Stankoven zum 1:0, ehe Jackson Blake nur etwas mehr als zwei Minuten später auf 2:0 erhöhte.
Doch Vegas kämpfte sich zurück. Stone verkürzte nach einem Breakaway auf 1:2 (8.). Anschließend war Bussi mehrfach gefordert. Besonders brenzlig wurde es gegen Ende des ersten Drittels. Zunächst musste er einen Powerplay-Abschluss von Ivan Barbashev entschärfen. Einen Augenblick nach Ablauf der Spielzeit jagte Brayden McNabb einen Schlagschuss ins Netz. Die Arena jubelte bereits, doch die Videobilder zeigten eindeutig: Die Uhr hatte bereits die Null erreicht. Kein Tor.
Bussi selbst wusste zunächst nicht, wie die Situation ausgehen würde. „Ich habe keine Ahnung gehabt“, sagte er später mit einem Lächeln. „Zum Glück hat das Tor nicht gezählt.“ Es war genau jene Mischung aus Reaktionsstärke und Fortune, die erfolgreiche Torhüter in entscheidenden Spielen oft benötigen.
Hurricanes überstehen Vegas-Aufholjagd
Trotz der frühen Führung blieb das Spiel äußerst ausgeglichen. Nachdem Jordan Staal im ersten Drittel per Powerplay-Tor auf 3:1 (13.) erhöht hatte, schlugen die Golden Knights erneut zurück. William Karlsson verkürzte im zweiten Drittel auf 2:3 (25.). Später stellte Brett Howden mit seinem bereits 14. Playoff-Tor den 3:3-Ausgleich her (38.).
In dieser Phase drohte das Spiel zu kippen. Vegas hatte Momentum, die Zuschauer waren lautstark präsent und Carolina wirkte kurzzeitig unsicher. Doch Bussi blieb ruhig und verhinderte weitere Gegentreffer.
Dass seine Einwechslung in Spiel 3 hilfreich gewesen sei, bestätigte der Torhüter selbst. „Spielpraxis lässt sich im Training schwer simulieren. Deshalb hat mir das definitiv geholfen.“ Gleichzeitig lobte er die Arbeit seiner Teamkollegen und Trainer, die ihn während der gesamten Playoffs spielbereit gehalten hätten.
Im Schlussabschnitt schlug schließlich die Stunde von Jordan Staal. Nach einem Fehler von McNabb landete die Scheibe bei Nikolaj Ehlers, der sie direkt zu Staal weiterleitete. Der Hurricanes-Kapitän traf trotz eines Sturzes im Slot per Rückhand zum entscheidenden 4:3.