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Die Carolina Hurricanes haben Spiel 2 des Stanley Cup Finals 2026 am Donnerstagabend im Lenovo Center mit 4:3 n.V. gegen die Vegas Golden Knights gewonnen. Den Hurricanes gelang eine irre Aufholjagd im dritten Drittel. Am Ende wurde Seth Jarvis zum Overtime-Helden. In der Best-of-7-Serie gleicht Carolina damit auf 1:1 aus.

„Jemand musste aufstehen. Jemand musste etwas machen. Genau das ist passiert“, sagte Hurricanes-Trainer Rod Brind’Amour. „Plötzlich ist die Halle wieder da, alle wollen wieder Spielzüge. Plötzlich beginnt das Spiel von vorne.“

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Aufstellung: Keine Veränderungen

Brind’Amour vertraute nach der 4:5-Niederlage in Spiel 1 auf dieselbe Aufstellung. Im Tor startete Frederik Andersen (23 Saves, 88,5 Prozent Fangquote). 

Vegas-Headcoach John Tortorella sah nach sieben Playoff-Siegen in Serie ebenfalls keinen Grund für personelle Wechsel. Demnach erhielt Torwart Carter Hart (22 Saves, 84,6 Prozent Fangquote) den Start.

1. Drittel: Howden bestraft den ersten Fehler

Der Beginn war recht zerfahren. Beide Teams versuchten mit vielen Checks die Oberhand zu bekommen, brachten den Puck jeweils schnell aus der eigenen Zone heraus und spielten ihn danach meist sofort tief ins gegnerische Drittel, um ins Forechecking überzugehen. So gab es zwar viel Körperspiel zu sehen, jedoch auch nur zwei Torschüsse (1:1) bis zur ersten TV-Unterbrechung bei 7:37. Selbst bei einem frühen Powerplay blieben die Hurricanes in zwei Minuten ohne Schuss aufs Tor.

VGK@CAR: Seth Jarvis erzielt den Siegtreffer in der Verlängerung, mit dem die Hurricanes die Serie zum 1:1 ausgleichen

Danach erhöhte Carolina den Druck und näherte sich dem ersten Treffer an. Bei den Golden Knights verschwand derweil Verteidiger Brayden McNabb in der Kabine, nachdem er einen 140-km/h-Direktschuss von Nikolaj Ehlers mitten ins Gesicht bekommen hatte, und kehrte nicht wieder zurück.

„Es ist schwer, wenn du mit ansehen musst, wie das einem Teamkollegen, insbesondere einem Führungsspieler wie ‚Nabber‘, der so wichtig für diese Mannschaft ist, passiert“, betonte Abwehrmann Noah Hanifin. „Wir hoffen das Beste für ihn.“

Die große Frage war also: Wer würde den ersten Fehler machen? Die Antwort: Die Hurricanes-Defensive, die eine von Mitch Marner mit der Rückhand aus der eigenen Zone hochgeflippte Scheibe an der eigenen blauen Linie nicht bändigen konnte. Also brach Vegas-Stürmer Brett Howden durch und markierte bei seinem Alleingang seinen zwölften Playoff-Treffer mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck 1:0 (14.).

„Mitch hat den Puck in eine tolle Position gebracht“, beschrieb Howden den Führungstreffer. „Ich schaue runter und der Puck liegt da. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen knappen Vorsprung hatte.“

VGK@CAR: Howden verwandelt eine Konterchance zur Führung

2. Drittel: Vegas eiskalt - Howden erhöht nach Zuckerpass

Im zweiten Durchgang sorgten beide Teams jeweils mit partiellen Alleingängen samt Rückhand-Schuss für Aufsehen: Bei Vegas zog Ivan Barbashev gegen Andersen den Kürzeren (24.). Auf der anderen Seite scheiterte Jordan Martinook in Unterzahl an Hart (26.).

Gerade als die Hurricanes an Fahrt aufnahmen, schlugen eiskalte Golden Knights erneut zu: Barbashev spielte einen Zuckerpass durch eine Nahtstelle an der gegnerischen blauen Linie aufs Tape von Howden, der frei vor dem Tor Andersen mit einer Rückhand-Vorhand-Bewegung narrte und für seinen 13. Playoff-Treffer zum 2:0 einschob (28.).

„‚Barby‘ hat einen großartigen Pass gespielt. Ich habe über die Mitte Tempo aufgenommen und er findet mich in einer tollen Position“, ließ Howden das Tor revuepassieren.

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Bei Carolina wuchs mehr und mehr die Frustration. Obwohl die Hurricanes mehr Zeit in der Offensivzone hatten, sprang dabei zu wenig heraus. In dieser Phase ging das sonst so geradlinige Spiel mit vielen Torschüssen aufgrund von schlechten Entscheidungen mit dem Puck verloren. Stattdessen blieb Vegas mit punktuellen Konterangriffen hochgefährlich. Bei einem solchen zog William Karlsson gegen Andersens Fanghand den Kürzeren (33.).

Bis zur zweiten Pause blieb die Defensive der Golden Knights stabil, blockte viele Schüsse und hielt den Gegner aus dem Hochgefahrenbereich heraußen.

3. Drittel: Carolina wie Phoenix aus der Asche

Auch im dritten Abschnitt fand Carolina lange nicht zu seinem Spiel. Vielmehr verwaltete Vegas den Vorsprung gekonnt, hielt den Gegner konsequent auf den Außen und rieb ihn an den Banden auf. Stattdessen verbuchte Marner den nächsten Hochkaräter, als er einen Schlagschuss aus dem hohen Slot an die Latte donnerte (48.).

Nach 10:20 Minuten schöpften die Hurricanes plötzlich neue Hoffnung: Logan Stankoven eroberte den Puck mit einem aggressiven Forecheck hinter dem Tor, umkurvte das Gehäuse und gab einen Rückhandschuss ab, den Golden Knights-Verteidiger Jeremy Lauzon unglücklich ins eigene Tor abfälschte (51., zehntes Playoff-Tor).

„Es ist verrückt“, sagte Stankoven. „Plötzlich ist alles wieder eng und Spannung drin. Es juckt dich regelrecht, bevor es wieder aufs Eis geht. Wir haben wieder Energie bekommen und drauf aufgebaut.“

VGK@CAR: Nach einem Puckgewinn hinter dem Tor, zieht Stankoven nach vorne und erzielt den Treffer

Dieser Knotenlöser war sowohl auf Eis als auch auf den Rängen zu spüren. Jeder Angriff von Carolina wurde von den lautstarken Fans in Raleigh frenetisch vorangepeitscht. William Carrier legte den Puck im Fallen für Mark Jankowski ab, der aus halblinker Position genau ins rechte Kreuzeck traf (53.). 2:2 - im Lenovo Center flog fast das Dach weg.

„Wenn es so eine Achterbahnfahrt ist, dann versuchst du, so ausgeglichen wie möglich zu bleiben“, beschrieb Jankowski seine Gefühlslage. „Wir haben viele erfahrene Anführer in unserer Mannschaft. Es ist leicht, ihnen zu folgen. Wir sind im Moment geblieben.“

Für die Schlussphase war also wieder ordentlich Feuer drin. Barbashev versuchte einen Bauerntrick, den Andersen stark vereitelte (55.). Während „Freddie! Freddie!“-Rufe durch die Arena hallten, ließ Tortorella die Situation in Hoffnung auf einen Treffer mit der Coaches Challenge überprüfen, bekam aber nicht Recht.

„Ich habe vor ‚Freddie‘ einen freien Puck gesehen. Unser Spieler hat ihn mit dem Schläger reingestochert, den Torwart nicht berührt und er rutscht rein. Ich würde diese Situation in zehn von zehn Fällen challengen“, so Tortorella.

In Folge dessen bekamen die Hurricanes ein Powerplay zugesprochen. Shayne Gostisbehere spielte einen Doppelpass mit Andrei Svechnikov und feuerte einen Distanzschuss ab, den Jordan Staal zum 3:2 ins Tor abfälschte (56.).

„Das ist auch für unsere Fans“, unterstrich Staal. „Die Halle hat uns ins Laufen gebracht. Wir haben diesen Funken gebraucht. Wenn es so abgeht, dann fühlen sich unsere Jungs gut. Wir haben weitergemacht, die Jungs sind drangeblieben. Wir haben einen Weg gefunden.“

VGK@CAR: Das 3. Tor in 5:05 Minuten dreht das Spiel für Carolina

Doch damit nicht genug des Wahnsinns: Vegas zog kurz vor dem Ende den Torwart für einen zusätzlichen Angreifer. Marner feuerte einen Distanzschuss ab, den Andersen nach vorne abwehrte, wo der Puck vom Körper von Mark Stone zurück in den Gefahrenbereich prallte. Carolinas Verteidiger Jaccob Slavin wollte klären, stupste die Scheibe dabei aber unglücklich ins eigene Tor zum 3:3 (59.).

„Das zeichnet unser Team schon das ganze Jahr aus: Wir bleiben einfach dran“, so Hanifin. „Wir hatten zum Ende des Drittels viel Selbstvertrauen. Ich finde, wir könnten diese dreckigen Tore noch viel öfter erzielen.“

Verlängerung: Jarvis spielt das Zünglein an der Waage

In der Verlängerung waren die Hurricanes voll am Drücker und drängten auf die Entscheidung. Diese sollte recht schnell im Powerplay fallen: Seth Jarvis wurde im linken Faceoff-Kreis von Gostisbehere angespielt und hämmerte einen Direktschuss zum 4:3 n.V. ins Torwarteck (64.).

Für Spiel 3 wechselt die Serie nach Las Vegas. Faceoff ist am Samstag um 8 p.m. ET (Sonntag, 2 Uhr MESZ) in der T-Mobile Arena.

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