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Viel spricht nach den Spielen 4 (3:5) und 5 (2:4) nicht gerade für die Vegas Golden Knights. Doch sollte man nicht den Fehler machen, die Golden Knights abzuschreiben. Einerseits gab es in einem total verrückten Stanley Cup Finale 2026 schon diverse unvorhersehbare Wendungen, die nun erneut passieren könnten. Andererseits ist Vegas eine erfahrene Mannschaft, die besonders gut mit Drucksituationen umgehen kann. Und der Druck ist zweifelsohne groß: Angesichts eines 2:3-Rückstands in der Best-of-7-Serie stehen die Golden Knights mit dem Rücken zur Wand. Der wahrscheinliche Ausfall von Center William Karlsson macht die Sache nicht einfacher.

Karlsson verletzt - Wohin mit Marner?

Karlsson hatte sich im zweiten Drittel nach einem harten Check von Carolina Hurricanes-Verteidiger Sean Walker eine Oberkörperverletzung zugezogen. Er war kurz auf der Bank angeschaut worden, verschwand dann für weitere Untersuchungen in der Kabine und kehrte nicht wieder zurück.

Somit dürfte Vegas‘ gefährlichste Sturmreihe Geschichte sein: Top-Torjäger Brett Howden (14-4-18) und Top-Scorer Mitch Marner (10-19-29) hatten zusammen mit dem spielmachenden Zwei-Wege-Center (3-6-9) ein Trio Infernale gebildet. Nun muss Trainer John Tortorella eine neue Linie komponieren.

„Ich habe mir es noch nicht überlegt und bin gerade erst aufgestanden“, sagte Tortorella bei einem Medien-Call am Freitagmorgen. Ob es Neuigkeiten über Karlssons Zustand gäbe? „Nein“, antwortete der Headcoach gewohnt wortkarg.

Tortorella hat jetzt mehrere Möglichkeiten: Entweder lässt er beide Flügelspieler als Duo zusammen und findet einen neuen Center, der diese Reihe komplettiert. Hier scheint Tomas Hertl (5-9-14) die wahrscheinlichste Option zu sein. Oder er formiert eine Elite-Reihe mit Spielmacher Jack Eichel (2-20-22) und Power Forward Mark Stone (7-5-12), was bereits im dritten Drittel von Spiel 5 geprobt wurde, und wertet eine weitere Formation mit Howden auf. Eine dritte Option stammt ebenfalls aus der Frühphase der Stanley Cup Playoffs 2026 und würde Marner als Center neben Howden und Scharfschütze Pavel Dorofeyev (12-4-16) vorsehen.

Letzterer löste seinen persönlichen Knoten und erzielte beide Golden Knights-Treffer in Spiel 5.

„Zuletzt war es ein wenig ruhig um ihn geworden, jetzt hat er ein paar Tore geschossen“, so Tortorella. „Er hat mal gute und mal schlechte Phasen. Für ihn ist es genau die richtige Zeit, sich jetzt in diese Richtung zu entwickeln und Tore zu schießen. Wir werden uns die Reihen-Zusammenstellungen in den nächsten Tagen genau anschauen. Hoffentlich macht er so weiter.“

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Verbesserungen in allen Bereichen nötig

Derweil suchen die Golden Knights nach Möglichkeiten, sich für Spiel 6 am Sonntag (8 p.m. ET; Montag, 2 Uhr MESZ) zu verbessern. Special Teams (13,3 Prozent im Powerplay, 62,5 Prozent im Penalty Killing im Finale) werden hier ein wichtiger Faktor sein. Genauso wie das Faceoff-Spiel (43,8 Prozent Bully-Quote im Finale).

„Faceoffs musst du immer gewinnen“, weiß Tortorella. „Es gibt nicht nur eine Sache, in der wir besser sein müssen. Wir müssen unser ganzes Spiel verbessern. Egal, ob du ein Spiel gewonnen oder verloren hast, in einer Serie musst du dich im nächsten Spiel immer in allen Bereichen steigern. Wir haben unsere Special Teams ein wenig verloren und haben ein paar Gegentore in Unterzahl kassiert. Wir hatten im Penalty Killing auch ein paar gute Phasen, in denen wir aggressiv waren und es hinbekommen haben. Dann gab es wieder Phasen, die nicht so gut waren. Wir müssen uns ein paar Dinge anschauen. Bei ihrem zweiten Powerplay-Tor haben sie uns ausgekontert, da sind wir ein wenig auseinandergefallen. Die Special Teams haben uns also wehgetan. Wir wollen defensiv besser werden und uns, wie gesagt, in allen Bereichen steigern.“

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Auch Verteidiger Brayden McNabb, der nach einem Puck-Treffer mit 140 km/h in Spiel 2 mit laut eigener Aussage „20 bis 30 Stichen“ an der Nase genäht wurde und schon die ganze Serie als Vorkämpfer vorangeht, fordert: „Wir müssen einfach gut mit dem Puck umgehen. Das ist eine aggressive Mannschaft, und man weiß, dass es manchmal ziemlich hart zur Sache gehen kann. Wir müssen einfach darauf achten, dass wir gut mit dem Puck umgehen, Puckverluste vermeiden und ihre Chancen begrenzen.“

Dass seine Mannschaft das kann, davon ist Tortorella überzeugt: „Sie (die Spieler) haben das alles schon durchgemacht und wissen, was hier auf dem Spiel steht“, so der 67-jährige Trainer-Routinier. „Wir müssen ein Spiel spielen und sind bereit.“

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