VGK@CAR: Seth Jarvis erzielt den Siegtreffer in der Verlängerung, mit dem die Hurricanes die Serie zum 1:1 ausgleichen

Lange sah es in Spiel 2 des Stanley Cup Finals 2026 nach einem souveränen Sieg für die Vegas Golden Knights aus. Nach zwei Dritteln führten die Gäste dank eines Doppelpacks von Brett Howden mit 2:0, ließen nur wenig zu und erstickten sämtliche Angriffsversuche der Carolina Hurricanes im Keim. Der Gameplan, diesen Stil über 60 Minuten durchzuziehen, ging aber nur 50:20 Minuten auf. Dann änderte sich in einem total verrückten dritten Drittel alles - vielleicht sogar die gesamte Statik der Serie.

Howden und die verpasste Heldenrolle

Im Sport werden Helden gesucht. Dieser schien in Howden für Spiel 2 bereits gefunden zu sein. Kaltschnäuzig wie schon in den gesamten Stanley Cup Playoffs 2026 verwandelte zwei Alleingänge, brachte effektive Golden Knights mit 2:0 in Führung und schraubte sein persönliches Playoff-Tore-Konto auf 13 Treffer. „Das waren zwei toll herausgespielte Tore“, befand Howden.

Auch die erste Hälfte des dritten Drittels hatte Vegas eigentlich alles im Griff. Carolina verspürte keinerlei Momentum, traf in der Offensivzone immer wieder die falsche Entscheidung, entschied sich zu oft für einen Pass statt für einen geradlinigen Schuss und blieb immer wieder an tapfer-blockenden Golden Knights (25 geblockte Schüsse) hängen. „Zu diesem Zeitpunkt in der Saison ist das purer Wille“, erklärt Howden. „Wir wollen uns in die Schüsse werfen und alles dafür tun, um zu gewinnen.“

Doch plötzlich änderte sich alles: Ein von Logan Stankoven provoziertes Eigentor wirkte wie ein Knotenlöser für die Hurricanes (51.). Mark Jankowski glich kurz danach aus (53.). Dann drehte Jordan Staal die Partie im Powerplay, nachdem eine Coaches Challenge von John Tortorella nicht bestätigt worden war (56.).

„Jeder war hoffnungsvoll“, beschrieb Flügelstürmer Mitch Marner die Gefühlslage zu diesem Zeitpunkt. „Der Puck war frei, ‚Barby‘ (Ivan Barbashev) kommt an den Puck. So läuft es manchmal.“

Drei Gegentore in 5:05 Minuten hätten schon nach regulärer Spielzeit die Niederlage für Vegas bedeuten können, doch die Golden Knights zeigten noch einmal Comeback-Qualitäten und glichen bei gezogenem Torwart bei nur noch 1:21 Minuten auf der Uhr dank Mark Stone aus (59.).

„Es war wild. Es ist viel passiert. Einfach verrückt mit dem nicht gegeben Tor“, so Howden. „Danach haben wir uns gut zurückgekämpft, auch wenn wir es in der Overtime nicht zu Ende bringen konnten.“

Rupp fasst die ersten zwei Spiele des Stanley Cup Finals in Carolina zusammen

McNabb verletzt sich wohl schwerer

In der Verlängerung schien Vegas ein wenig die Luft auszugehen. Kein Wunder, denn mit Brayden McNabb verletzte sich ein wichtiger Defensivverteidiger schon früh im ersten Drittel. In seinem siebten Wechsel der Partie hatte McNabb einen 140 km/h schnellen Direktschuss von Nikolaj Ehlers mitten ins Gesicht bekommen, verschwand in der Kabine und kehrte nicht wieder zurück.

„Das war schwer. Es war beängstigend, denn das möchte keiner sehen“, blickte Howden auf diese kritische Situation zurück. „Wir haben ihn noch nicht gesehen. Ich hoffe, dass es ihn gut geht. Wir haben für ihn gekämpft, und die fünf Verteidiger haben es gut gemacht.“

„Es war furchtbar“, bestätigte Marner. „Wir werden uns nach ihm erkundigen, hoffentlich geht es ihm gut. Er ist ein Krieger, der so viele wichtige Dinge für uns macht. Wenn er fehlt, dann ist das ein großer Verlust. Unsere fünf verbliebenen Verteidiger haben aber einen guten Job gemacht: Sie haben den Puck gut bewegt und sich durch viele Wechsel gekämpft, bei denen sie kaum vom Eis gekommen sind.“

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Kein gutes Ende in der Verlängerung

Ausgerechnet als Tomas Hertl - der Siegtorschütze und große Held beim 5:4-Erfolg der Golden Knights in Spiel 1 - auf die Strafbank geschickt wurde, erzielte Carolina den Overtime-Siegtreffer durch Seth Jarvis (64.).

„Manchmal läuft es im Eishockey so“, sagte Marner. „Du musst geduldig bleiben und die Dinge tun, die wir im ersten und zweiten Drittel gut gemacht haben. Wir haben die Pucks zu leicht hergegeben und im einen oder anderen Moment aufgehört, direkt zu spielen.“

„Natürlich wären wir hier lieber mit zwei Siegen rausspaziert, aber das liegt in der Natur des Spiels“, meinte Kapitän Mark Stone.

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Golden Knights kehren nach Vegas zurück

Die Best-of-7-Serie wechselt beim Stand von 1:1 nun nach Las Vegas. Der Puck fällt in Spiel 3 am Samstag um 8 p.m. ET (Sonntag, 2 Uhr MESZ) aufs Eis. Die Golden Knights müssen aufpassen, dass nach einem verrückten dritten Drittel in Spiel 2 jetzt nicht die gesamte Final-Serie kippt.

„Es wird kein leichtes Spiel geben. Auch diese Serie wird nicht leicht werden. Das wussten wir, bevor sie angefangen hat. Wir werden jetzt zurück ins Hotel fahren, uns entspannen, und dann geht es nach Hause, wo wir unser Ding machen müssen“, blickt Marner voraus. „Wir müssen einfach weiter das zeigen was wir gezeigt haben. Wir wussten, dass es nicht leicht werden würde, das ist es nie. Wir sind im Stanley Cup Finale.“

Genauso sieht es auch Howden: „Wir haben uns schon die ganze Saison gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt. Jetzt müssen wir die nächste Stufe erklimmen. Ich freue mich sehr darauf, dass es zurück nach Hause geht, wo wir vor unseren Fans spielen werden.“

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