Duell auf Augenhöhe
Zu diesem Zeitpunkt einen Favoriten zu küren, ist kaum möglich. Das Niveau ist schlicht und einfach zu ausgeglichen. Nicht nur das Unentschieden in der Serie zeigt das deutlich, auch die Statistiken sprechen dafür. Das Torverhältnis lautet 17:16 für Carolina. Die Hurricanes haben in Sachen Torschüssen einen leichten Vorteil von 2,7 Torschüssen pro Spiel. Dafür haben die Golden Knights mit 164:148 Checks und 83:54 geblockten Schüssen die Nase vorne. Beide Mannschaften haben exakt gleich viele Puckverluste (75) und Puckeroberungen (21). Im Tor ist der Unterschied ebenfalls minimal, Carter Hart hielt für Vegas 85,3 Prozent aller Schüsse, Frederik Andersen und Brandon Bussi kommen für Carolina gemeinsam auf 84,8 Prozent.
„Es ist alles ausgeglichen“, bemerkte auch Hurricanes-Verteidiger Jaccob Slavin. „So wie beide Mannschaften spielen, geht es darum, einfach bei seiner Spielweise zu bleiben. Wir haben beide eine ähnliche Spielweise mit kleinen Unterschieden. Da kommt es dann darauf an, wer sein Spiel konsequenter durchzieht.“
Keine Führung ist sicher
Diese Balance in der Serie ist aber nicht innerhalb der einzelnen Phasen eines Spiels zu sehen. Beide Mannschaften haben ihre starken und schwachen Momente, was für viel Unterhaltung sorgt. Am Ende kommt aber immer ein knappes Ergebnis heraus. In allen vier Spielen holte eine der beiden Mannschaften einen Rückstand von mindestens zwei Toren auf und glich wenigstens noch aus.
„Unsere Identität ist, dass wir Kampfgeist haben“, erklärte Slavin. „Roddy (Trainer Rod Brind'Amour) spricht die ganze Zeit darüber. Wenn du jeden Abend kämpfst, gibst du dir eine Chance auf den Sieg. Dann geht es nur um die kleinen Details, die man ausbügeln muss, oder um etwas Scheibenglück. Wir wollen in jedem Spiel diesen Kampf und diese Energie bringen.“
Carolina ist dabei im ersten und dritten Drittel etwas stärker, Vegas dominiert aber den Mittelabschnitt komplett. Über vier Spiele lautet das Torverhältnis im zweiten Drittel 9:1 für Vegas, im ersten und dritten Drittel zusammen 15:6 für Carolina. Das sorgt für große Aufholjagden und viele Tore. Die zwei Treffer in der Verlängerung in Spiel 2 und 3 mitgezählt, kommen die Teams zusammen schon auf 33 Tore. Mehr Tore fielen in den ersten vier Spielen eines Stanley Cup Finales nur 1918 zwischen den Toronto Arenas und Vancouver Millionaires und 1981 zwischen den New York Islanders und Minnesota North Stars (je 36).