Hurricanes axlar inget favoritskap inför spurten i finalserien

Über einen Mangel an Spannung und Unterhaltungswert kann man sich im Stanley Cup Finale 2026 sicherlich nicht beschweren. Die Carolina Hurricanes und die Vegas Golden Knights liefern sich ein erbittertes und ausgeglichenes Duell mit vielen Toren und spektakulären Aufholjagden. Vegas ging mit Siegen in Spiel 1 und 3 der Serie zwei Mal in Führung, Carolina glich zwei Mal aus, zuletzt mit einem 5:3-Erfolg in Spiel 4 am Dienstag in Vegas. Nun geht es zurück nach Carolina, wo Spiel 5 die Vorentscheidung bringen kann.

„Der Sieg gestern war extrem wichtig für uns“, betont Stürmer Sebastian Aho. „Allerdings müssen wir jetzt zu Hause den nächsten Schritt machen. Das ist alles, worauf wir uns konzentrieren. Man kann zu weit vorausschauen. Wir wollen einfach nur einen guten Start ins Spiel und dann sehen wir weiter.“

CAR@VGK: Hurricanes besiegen Golden Knights

Duell auf Augenhöhe

Zu diesem Zeitpunkt einen Favoriten zu küren, ist kaum möglich. Das Niveau ist schlicht und einfach zu ausgeglichen. Nicht nur das Unentschieden in der Serie zeigt das deutlich, auch die Statistiken sprechen dafür. Das Torverhältnis lautet 17:16 für Carolina. Die Hurricanes haben in Sachen Torschüssen einen leichten Vorteil von 2,7 Torschüssen pro Spiel. Dafür haben die Golden Knights mit 164:148 Checks und 83:54 geblockten Schüssen die Nase vorne. Beide Mannschaften haben exakt gleich viele Puckverluste (75) und Puckeroberungen (21). Im Tor ist der Unterschied ebenfalls minimal, Carter Hart hielt für Vegas 85,3 Prozent aller Schüsse, Frederik Andersen und Brandon Bussi kommen für Carolina gemeinsam auf 84,8 Prozent.

„Es ist alles ausgeglichen“, bemerkte auch Hurricanes-Verteidiger Jaccob Slavin. „So wie beide Mannschaften spielen, geht es darum, einfach bei seiner Spielweise zu bleiben. Wir haben beide eine ähnliche Spielweise mit kleinen Unterschieden. Da kommt es dann darauf an, wer sein Spiel konsequenter durchzieht.“

Keine Führung ist sicher

Diese Balance in der Serie ist aber nicht innerhalb der einzelnen Phasen eines Spiels zu sehen. Beide Mannschaften haben ihre starken und schwachen Momente, was für viel Unterhaltung sorgt. Am Ende kommt aber immer ein knappes Ergebnis heraus. In allen vier Spielen holte eine der beiden Mannschaften einen Rückstand von mindestens zwei Toren auf und glich wenigstens noch aus.

„Unsere Identität ist, dass wir Kampfgeist haben“, erklärte Slavin. „Roddy (Trainer Rod Brind'Amour) spricht die ganze Zeit darüber. Wenn du jeden Abend kämpfst, gibst du dir eine Chance auf den Sieg. Dann geht es nur um die kleinen Details, die man ausbügeln muss, oder um etwas Scheibenglück. Wir wollen in jedem Spiel diesen Kampf und diese Energie bringen.“

Carolina ist dabei im ersten und dritten Drittel etwas stärker, Vegas dominiert aber den Mittelabschnitt komplett. Über vier Spiele lautet das Torverhältnis im zweiten Drittel 9:1 für Vegas, im ersten und dritten Drittel zusammen 15:6 für Carolina. Das sorgt für große Aufholjagden und viele Tore. Die zwei Treffer in der Verlängerung in Spiel 2 und 3 mitgezählt, kommen die Teams zusammen schon auf 33 Tore. Mehr Tore fielen in den ersten vier Spielen eines Stanley Cup Finales nur 1918 zwischen den Toronto Arenas und Vancouver Millionaires und 1981 zwischen den New York Islanders und Minnesota North Stars (je 36).

Kein Heimvorteil

Man sollte meinen, dass die Hurricanes mit einem Vorteil in Spiel 5 gehen. Sie spielen zu Hause und rücken mit einem Sieg im vorherigen Spiel an. Davon will Brind'Amour aber nichts wissen.

„Das scheint kein großer Vorteil zu sein“, sagte der Hurricanes-Trainer. „Beide Mannschaften spielen auswärts wirklich gut. Wenn man so weit kommt, muss man auswärts gut spielen können. Ich weiß nicht, wie groß da der Vorteil ist oder sein wird. Ich hoffe darauf, aber ich zähle sicher nicht darauf.“

Damit hat Brind'Amour durchaus recht. Beide Teams traten im Finale zwei Mal zu Hause an, beide haben bisher einen Heimsieg und einen Auswärtssieg. Keine Mannschaft konnte bisher zwei Spiele hintereinander gewinnen. Die Hurricanes erlebten in ihrer Geschichte bereits 15 Mal ein 2:2 in einer Playoff-Serie. Davon gewannen sie am Ende acht Serien und verloren sieben.

Vorentscheidung in Spiel 5

Angesichts dieser Ausgeglichenheit scheint Spiel 5 bereits der Zeitpunkt der Vorentscheidung zu sein. Gelingt Carolina der Heimsieg, bräuchten die Golden Knights ihrerseits zwei Siege in Folge und dürften sich keinen Fehler mehr erlauben. Die Hurricanes verloren nicht nur im Finale keine zwei Spiele in Folge, sie ließen seit dem 13. Januar keine zwei Niederlagen hintereinander zu.

„Darauf konzentrieren wir uns die ganze Zeit“, sagte Brind'Amour. „Gute Mannschaften verlieren auch zwei Spiele hintereinander. Das passiert. Wir haben es irgendwie geschafft, immer ein gutes nächstes Spiel zu liefern, egal ob nach einem Sieg oder einer Niederlage. Die Spieler bereiten sich super auf jedes Spiel vor und das gibt uns die Chance auf so eine Strähne.“

Carolina und Vegas bereit für Spiel 5 am 11. Juni

Allerdings sind sich auch die Golden Knights sicherlich bewusst über den Ernst der Lage und die Bedeutung der nächsten Partie. Wenn in der Geschichte des Stanley Cups ein Finale beim Stand von 2:2 in Spiel 5 ging, gewann der Sieger der Partie 20 von 27 Mal (74,1 Prozent). In der anstehenden Begegnung am Donnerstag (8 p.m. ET; Fr. 2 Uhr MESZ) sollte man also einen weiteren spannenden Schlagabtausch erwarten, bei dem beide Mannschaften alles geben.

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