Dean Kukan #14 of Team Switzerland celebrates with teammate Jonas Siegenthaler #71 after scoring a goal to win the game while Lukas Dostal #1 of Team Czechia shows dejection in the overtime during the Men's Preliminary Group A match between Switzerland and Czechia on day nine of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 15, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Die Schweiz hat sich am Sonntagmittag in der Santagiulia Ice Hockey Arena in Mailand mit einem dramatischen Sieg nach Verlängerung bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 Rang zwei in Gruppe A gesichert. Verteidiger Dean Kukan traf nach 1:49 Minuten in der Verlängerung zum 4:3 gegen Tschechien und krönte damit eine leidenschaftliche Mannschaftsleistung der Nati im dritten Vorrundenspiel.

Der Routinier zog mit Tempo in die Angriffszone, nahm im linken Bullykreis Maß und jagte den Puck per Handgelenkschuss über die Stockhand von Lukas Dostal hinweg ins Netz. Danach kannte der Jubel bei den Schweizern kein Halten mehr.

Schweizer Effizienz trotz Personalsorgen

Dass die Eisgenossen überhaupt in diese Position kamen, war angesichts der Ausfälle alles andere als selbstverständlich. Trainer Patrick Fischer musste unter anderem auf Kevin Fiala von den Los Angeles Kings verzichten, der im Spiel gegen Kanada verletzt ausgeschieden war. Auch Denis Malgin und Andrea Glauser fehlten.

Doch die NHL-Fraktion übernahm Verantwortung. Kapitän Roman Josi, Timo Meier und Pius Suter erzielten die Schweizer Treffer in der regulären Spielzeit.

Früher Rückstand, starke Reaktion

Zunächst erwischten die Tschechen den besseren Start. Martin Necas bediente Filip Chlapík, der zur Führung einschob (16.). Die Schweizer arbeiteten sich jedoch zunehmend in die Partie, forcierten das Forechecking und belohnten sich im zweiten Drittel.

Beim 1:1 (37.) hatte Josi noch etwas Glück, als ein Passversuch unglücklich abgefälscht wurde. Kurz darauf brachte Meier sein Team im Powerplay mit 2:1 (39.) in Front, nachdem Dostal einen Hammer von der blauen Linie nur hatte abprallen lassen. „Das ist großartig“, freute sich Josi, der Kapitän der Nashville Predators. „Wir wussten, dass es für uns ein wichtiges Spiel war, und auch für sie war es ein Spiel von Bedeutung. Ich finde, wir haben einen wirklich soliden Auftritt abgeliefert. Natürlich gab es im dritten Drittel viele Höhen und Tiefen, aber wir haben einen Weg gefunden. Ein großartiger Sieg gegen eine wirklich gute Mannschaft.“

Schlagabtausch im Schlussabschnitt

Im letzten Drittel entwickelte sich ein offener Fight. Erst glich Radko Gudas’ Team durch Radek Simek aus, ehe Suter nur wenig später das 3:2 (49.) für die Schweiz markierte. Tschechien gab sich aber nicht geschlagen. „Ich finde, wir haben insgesamt gut gekämpft“, sagte Gudas. „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung. Leider hatten wir meiner Meinung nach ein bisschen Pech, aber es ist ein kurzes Turnier. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir gegen jeden Gegner bestehen.“

Ein vermeintlicher Treffer von David Pastrnak wurde wegen Torhüterbehinderung aberkannt, doch in der Schlussphase war es erneut Necas, der mit einem Direktschuss zum 3:3 (58.) traf und die Partie in die Verlängerung schickte. „Ich glaube, das war nicht wichtig“, relativierte der enttäuschte Necas die Bedeutung seines Ausgleichstors hinterher. „Wir brauchten den Sieg und haben ihn nicht bekommen. Ich glaube, wir sind immer noch besser als das, was wir gezeigt haben. Wir wollten den Sieg; egal ob in der regulären Spielzeit, in der Verlängerung oder im Penaltyschießen ... wir wollten den Sieg und haben ihn heute nicht bekommen.“

Kukan setzt den Schlusspunkt

Dort dauerte es keine zwei Minuten, bis Kukan zur entscheidenden Figur wurde. Gegen die individuell stark besetzten Tschechen bewiesen die Schweizer Moral, Tiefe und Qualität im Kader. Goalie Leonardo Genoni hielt mit mehreren Paraden sein Team im Spiel und legte die Basis für den Zusatzpunkt. „Zuerst wollte ich passen, aber dann bot sich mir die Chance zum Schuss“, schlderte Kukan die spielentscheidende Situation. „... Wir versuchen, uns von Spiel zu Spiel zu verbessern, und hoffentlich werden wir im nächsten Spiel noch besser sein. Wir werden sehen, wo wir am Ende landen.“

"Es war ein bisschen ein auf und ab heute. Man will das Spiel natürlich zu Ende bringen, besonders nachdem sie das Tor aberkannt haben", befand Suter hinterher. "Wir müssen einfach sicherstellen, dass wir die Begegnung schon in der regulären Spielzeit gewinnen. Das ist nicht passiert, aber ich denke, wir waren in der Verlängerung aktiv, haben hart gespielt, ihnen nicht viel zugestanden und natürlich gab es einen schönen Abschluss von Dean."

Damit gehen die Eidgenossen mit viel Selbstvertrauen in die Qualifikation für das Viertelfinale – und mit dem guten Gefühl, in einem hochklassigen Duell die Oberhand behalten zu haben.

Verwandte Inhalte