Schockmoment in den letzten Minuten
Der bleibende Eindruck aus der Partie ist nicht etwa eins der hochkarätigen Tore, ein krachender Check oder einer von Akira Schmids starken Saves im Schweizer Tor. Was man aus diesem Spiel in Erinnerung behalten wird, ist die Verletzung von Fiala. Der Angreifer der Los Angeles Kings verletzte sich drei Minuten vor Spielende.
„Er hat versucht, an der blauen Linie einen Move zu machen und verdreht sich da“, kommentierte Fischer die Szene, als Kanadas Tom Wilson im Zweikampf mit Fiala auf dessen Bein fiel. „Wir wissen auch nicht, was es ist. Er ist jetzt im Krankenhaus. Das tut mir extrem Leid für ihn und für unsere Mannschaft.“
Fiala wurde zunächst mehrere Minuten auf dem Eis untersucht und behandelt, ehe er bäuchlings auf einer Trage vom Eis transportiert wurde. Angesichts dieser Bilder war die Stimmung im Schweizer Lager nach dem Spiel am Boden.
„Das war schwierig für uns, ihn auf der Trage zu sehen“, gab Fischer zu. „Kevin gibt alles und will alles geben. Ich hoffe, dass wir schnell eine Diagnose kriegen. Natürlich sind seine Frau und wir alle davon sehr mitgenommen.“
Die Schweiz verliert mit Fiala einen absoluten Leistungsträger. Bei den Kings ist er diese Saison mit 40 Punkten (18 Tore, 22 Assists) der zweitbeste Scorer, Torjäger und Vorbereiter. Für die Schweiz übernimmt er als Assistenzkapitän eine Führungsrolle. Im ersten Spiel gegen Frankreich steuerte er einen Assist bei. Seine Verletzung hinterließ auch beim Gegner einen Eindruck, wie der kanadische Kapitän Sidney Crosby bemerkte.
„Wenn man sich das anschaut, sah es nicht gut aus“, sagte Crosby. „Wir hoffen, dass das wieder wird. Das war hart anzuschauen.“
Einer von Fialas Mitspielern aus Los Angeles stand für Kanada auf dem Eis. Abwehrveteran Drew Doughty richtete noch einige Worte an seinen Kollegen, ehe er vom Eis gebracht wurde.
„Da fühle ich natürlich mit ihm“, versicherte Doughty nach dem Spiel. „Ich habe auf dem Eis schon ein paar Worte zu ihm gesagt. Ich werde jetzt so schnell wie möglich zu ihm gehen.“