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Lange konnte die Schweiz mit den übermächtigen Kanadiern mithalten, am Ende setzte es aber doch eine deutliche 1:5-Niederlage - die erste in der Gruppenphase bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026. Den Unterschied an diesem Freitagabend in der Santa Giulia Ice Hockey Arena machte Kanadas überwältigende Feuerkraft mit fünf unterschiedlichen Torschützen sowie vier Multi-Punkte-Spielern.

Mac-Mc-Mack-Attack

Die NHL-Superstars der Ahornblätter strahlten über 60 Minuten einfach heller als eine aufopferungsvoll kämpfende Nati. Connor McDavid (1-2-3) und Nathan MacKinnon (1-2-3) lieferten ein Drei-Punkte-Spiel. Auch Macklin Celebrini (1-1-2) und Cale Makar (0-2-2) tauchten als Multi-Punkte-Spieler in der Statistik auf. Hinzu kamen die Torschützen Thomas Harley (1-0-1) und Sidney Crosby (1-0-1).

Die Beiträge der genannten Spieler sind kein Zufall: McDavid führt die Top-Scorer-Liste in der NHL an (58 Spiele, 34-62-96). Es folgen Top-Torjäger MacKinnon (55 Spiele, 40-53-93) auf Platz zwei sowie Celebrini auf Rang vier (55 Spiele, 28-53-81).

Kanadas Trainer stellte seine Top-Reihe gegen die Schweiz um und brachte MacKinnon, McDavid und Celebrini in einer Linie. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Kumuliert brachte es „Mac-Mc-Mack-Attack“ auf drei Tore und acht Scorerpunkte (3-5-8).

„Es sind zwei der besten Spieler der Welt, zwei Legenden auf dem Höhepunkt ihrer Karriere“, schwärmte Celebrini vonn seinen Nebenleuten. „Es ist leicht neben ihnen zu spielen, wenn sie heißlaufen. Es bedeutet mir viel, dass ich das Vertrauen vom Trainer-Team bekommen habe.“

„Wir wissen alle, dass es ein kurzes Turnier ist und dass es verschiedene Kombinationen geben wird, denn wir haben zahlreiche Optionen“, weiß Crosby. „Wir werden das vielleicht in den nächsten Spielen wieder sehen. Wenn es passiert, will jeder beitragen, was er kann. Das ist ein großes Ziel von uns, und manchmal brauchst du genau so etwas.“

Schweiz hat alle Hände voll zu tun

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Frag nach bei Torwart Akira Schmid (34 Saves, 87,2 Prozent Fangquote). Beim 0:1 zog ein MacKinnon-Querpass das Schweizer Penalty Killing auseinander, sodass McDavid einschoss. Beim 1:3 spielte MacKinnon einen kurzen No-Look-Pass mit der Rückhand auf Celebrini, der mit einem schnellen Abschluss erfolgreich war. Beim 1:4 fälschte Crosby unmittelbar vor dem Tor ab.

„Sie haben alle einen hohen Hockey-IQ, und man muss für alles gewappnet sein“, so Schmid. „Natürlich haben wir sie uns in der Video-Analyse angeschaut, aber sie haben die Fähigkeiten, immer etwas Unerwartetes zu zeigen. Jedes NHL-Team hat ein paar Superstars - in ihrer Aufstellung ist aber jeder Spieler ein Superstar.“

Ähnliches: Schmid mit irrer Parade gegen Crosby

„Das ist eine großartige Einheit, einige der besten Spieler der Welt in einer Formation“, staunte auch Kapitän Roman Josi. „Sie bewegen den Puck gut, wir hatten gegen sie alle Hände voll zu tun. Es ist schwer, gegen Kanada zu spielen. Sie haben viel Feuerkraft und Geschwindigkeit in der Offensive.“

„Man muss sich nur mal ihren Kader anschauen“, sagte Power Forward Timo Meier. „Wir wollten uns nicht allzu sehr von ihren Stars beeindrucken lassen und uns auf uns konzentrieren. Wir wissen, was uns besonders macht und müssen mehr davon zeigen. Für einen Großteil des Spiels waren wir voll da. Sie haben ihre Chancen genutzt. Sie haben im Powerplay früh getroffen, was ihre Top-Spieler beflügelt und ins Spiel gebracht hat. Es war es schwer, aber wir haben gut gekämpft und hätten ein paar mehr Chancen nutzten müssen.“

Kanada effektiver - Schweiz will dazulernen

Genau das gelang aber Kanada besser. Das Mutterland des Eishockeys nutzte seine Chancen eiskalt. 39 Torschüsse verwandelten sie in fünf Treffer.

„Wir hatten ein paar gute Phasen. Wir haben aber gegen eine gute Mannschaft gespielt, die dich bezahlen lässt, wenn du Fehler machst. Sie haben ihre Chancen definitiv gut genutzt“, musste Stürmer Philipp Kurashev anerkennen.“

„Wir haben zwei Drittel gut gespielt, es war ein enges Spiel. Sie brauchen aber nicht viele Chancen, um zu treffen“, sagte Verteidiger Josi. „Wir waren vielleicht ein bisschen zu oft in der Verteidigung, dafür lassen sie dich bezahlen. Wir hätten ein bisschen mehr angreifen müssen.“

Für den weiteren Turnierverlauf will die Schweiz aus der 1:5-Niederlage gegen den Gold-Favoriten ihre Lehren ziehen und schon im letzten Spiel der Gruppe A am Sonntag (12:10 Uhr MEZ) gegen Tschechien umsetzen.

„Für uns gilt, daraus zu lernen, dass unsere Verteidiger dieses Tempo mitgehen können“, so Trainer Patrick Fischer.

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