Lehren aus den Fehlern ziehen
Um gegen die USA bestehen zu können, muss die deutsche Auswahl vor allem im Spiel gegen den Puck eine Schippe drauflegen. Gegen Lettland offenbarten sich in der Defensive Lücken, die auf diesem Niveau bestraft werden. Besonders im zweiten Abschnitt verlor das deutsche Team zeitweise die Struktur und damit die Kontrolle über das Geschehen.
Die Gegentore, insbesondere die Treffer von Dans Locmelis, resultierten aus Unachtsamkeiten und unnötigen Strafzeiten. Gegen die USA wird Disziplin der Schlüssel sein, denn Unterzahlsituationen wird das hochkarätig besetzte Team bestrafen.
Tim Stützle von den Ottawa Senators, der mit seinem späten Anschlusstreffer noch einmal Hoffnung weckte, weiß um die Schwere der Aufgabe. „Sie sind ein gutes Team. Sie spielen schnell und wir müssen einen Weg finden, wie wir mithalten können.“
Die Lösung des Angreifers ist simpel und auf den Punkt gebracht: „Wir müssen defensiv gut stehen.“ Nur dann hat Deutschland eine Chance, das enorme offensive Potenzial der Amerikaner einzudämmen.
Der amerikanische Tempo-Test
Der kommende Gegner ist ein anderes Kaliber als Dänemark oder Lettland. Die USA starteten dominant in das Turnier und ließen den Letten in ihrem Auftaktspiel mit 5:1 keine Chance. Die USA verfügen über eine enorme Tiefe im Kader. Keine der vier Angriffsreihen fällt ab. Jede Formation ist in der Lage, Druck zu erzeugen und Tore zu erzielen. Diese qualitative Dichte macht die Amerikaner unberechenbar und wird Deutschland zu 60 nahezu fehlerfreien Minuten zwingen.
Bundestrainer Harold Kreis hat den Gegner genau analysiert und weiß, was auf seine Mannschaft zukommt. „Die Amerikaner sind mit vier Reihen sehr stark besetzt. Also müssen wir in der Struktur gut bleiben und geduldig spielen. Man muss auf diesem kleinen Eis immer, egal gegen wen man spielt, sorgfältig mit der Scheibe umgehen.“
Lukas Reichel fasste die Erwartungshaltung in der Kabine zusammen: „Wir wissen, dass es gegen die USA vermutlich das härteste Spiel wird.“
Neue Impulse im Torwart-Duell
Philipp Grubauer stand sowohl beim Auftaktsieg gegen Dänemark als auch bei der Niederlage gegen Lettland zwischen den Pfosten. Der Torhüter der Seattle Kraken hatte alle Hände voll zu tun, wehrte allein gegen Lettland 18 Schüsse ab und war oft der letzte Fels in der Brandung, wenn die Vorderleute die Übersicht verloren.
Diese hohe Belastung sorgt dafür, dass das Trainerteam um Kreis für das Spiel gegen die USA eine Veränderung plant. „Mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir Grubi eine Pause gönnen“, erklärte Kreis nach dem Lettland-Spiel.
Die Entscheidung ist keine Kritik an der Leistung Grubauers, sondern zollt der Intensität des Turniers Tribut. „Das ist sehr anspruchsvoll. Er hat auch heute sehr viel zu tun gehabt“, so der Bundestrainer weiter. Zwar sei die endgültige Entscheidung unmittelbar nach dem Spiel noch nicht gefallen gewesen, doch die Tendenz war eindeutig.