Am Samstag (12:10 Uhr MEZ) steht für Deutschland das zweite Spiel bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 an. In der Gruppe C geht es gegen Lettland.
Die Deutschen starteten dank ihrer NHL-Profis mit einem 3:1-Sieg gegen Dänemark ins Olympische Turnier. Leon Draisaitl (1-1-2), Superstar der Edmonton Oilers, und Tim Stützle (2-0-2), Mittelstürmer bei den Ottawa Senators, sorgten für die Tore. Zwischen den Pfosten lieferte Torwart Philipp Grubauer vom Seattle Kraken ein ganz starkes Spiel ab und entschärfte 37 von 38 dänischen Torschüssen mit viel Ruhe (97,4 Prozent Fangquote). Legt die DEB-Auswahl gegen Lettland nach, hätte sie eine exzellente Ausgangslage, um sich entweder direkt für das Viertelfinale zu qualifizieren oder einen vermeintlich leichteren Gegner in der Zwischenrunde zu erhalten.
Doch auch Lettland will dabei ein Wörtchen mitreden. Der Olympia-Auftakt der Letten ging recht deutlich mit 1:5 gegen den Gruppen-Favoriten USA verloren. Das bislang einzige Turnier-Tor erzielte Renars Krastenbergs. Die Balten haben weitaus mehr Potenzial und verfügen über sechs aktive NHLer in ihrem Kader: Darunter die beiden Torhüter Elvis Merzlikins (Columbus Blue Jackets) und Arturs Silovs (Pittsburgh Penguins), Verteidiger und Stanley Cup Champion Uvis Balinskis (Florida Panthers) sowie die Stürmer Teddy Blueger (Vancouver Canucks), Zemgus Girgensons (Tampa Bay Lightning) und Sandis Vilmanis (Florida Panthers).
Im Vergleich dazu kommt Deutschland auf acht NHL-Exporte, diese spielen allerdings weitaus bedeutendere Rollen in ihren Klubs. Draisaitl, Stützle und Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings sind Schlüsselspieler und Gesichter ihrer Organisationen. Torjäger JJ Peterka nimmt beim Utah Mammoth eine Top-6-Rolle ein. Nico Sturm ist bei den Minnesota Wild ein geschätzter Faceoff- und Unterzahl-Experte. Grubauer hat die starke Form aus den letzten Wochen konservieren können und sorgt in Seattle wieder für einen offenen Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten.
Auffällig war die gute Chemie in den deutschen Sturmreihen: Draisaitl und Frederik Tiffels, zwei langjährige Jugend-Freunde aus Köln, harmonierten, als hätten sie schon immer zusammengespielt. Sie zählen zum goldenen 1995-Jahrgang, genauso wie Dominik Kahun und Marc Michaelis, die Seite an Seite in der dritten Linie aufliefen. Stützle und Peterka, beide im NHL Draft 2020 gezogen, schienen sich in der zweiten Formation blind zu verstehen und wirkten bei Stützles Traumtor zum 2:1 zusammen. Den Begriff „Energy Line“ füllten Sturm, Tobias Rieder und Alexander Ehl mit viel Lauf- und Kampf-Einsatz mit Leben.
Spieler im Fokus
Tim Stützle (Deutschland) - Bei seiner Olympia-Premiere gelang dem 24-Jährigen aus Viersen nicht nur sein erstes Länderspiel-Tor für Deutschland, sondern direkt auch ein Doppelpack. Ottawas Center kam in allen wichtigen Situationen zum Einsatz, war in der Offensive brandgefährlich und arbeitete konsequent nach hinten mit. Bei den Senators ist er auf Kurs für eine 40-Tore-Saison und steht nach 57 Spielen bei 61 Punkten (28-33-61). Klar, dass Bundestrainer Harold Kreis so oft wie möglich auf seine Nummer 18 zurückgreift.
























