Olympics 2026 - roman josi

Die Eishockeymannschaften der Herren sind für die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 in Italien angekommen. Von der Partie ist die Schweiz, erstmals seit 2014 wieder mit NHL-Spielern in ihren Reihen. Das Schweizer Eishockey hat in den vergangenen Jahren große Schritte gemacht und hofft jetzt darauf, die erste Medaille bei Olympischen Spielen seit 1948 zu holen.

„Wir haben alle gehofft, dass wir wieder an den Olympischen Spielen teilnehmen, das ist cool“, freute sich Roman Josi. Der Kapitän der Nashville Predators trat bereits vor zwölf Jahren in Sochi für die Schweiz an. „Es hat etwas Besonderes, wenn man hier ankommt und die ganzen Olympischen Logos sieht und die ganze Umgebung. Es ist wirklich cool, wieder dabei zu sein.“

Lange Durststrecke bei Olympischen Spielen

Für Erfolge muss das Schweizer Eishockey in seiner Olympia-Geschichte weit zurückblicken. In Turin erreichten die Eidgenossen 2006 den sechsten Platz. Das war das beste Ergebnis seit 1952. Die letzte Medaille gab es 1948. Damals holte die Schweiz genau wie 1928 Bronze. Es sind die einzigen beiden Medaillen, die bisher an das Alpenland gingen.

In den beiden Turnieren ohne NHL-Teilnahme lief es nicht besser. In Abwesenheit von Starspielern wie Josi, Kevin Fiala und Nico Hischier landete die Schweiz 2022 auf dem achten Platz, 2018 auf Rang zehn.

Die zwei Schweizer Spieler schätzen ihre Gegner in Gruppe A ein

WM-Ergebnisse machen Mut

Bei Weltmeisterschaften konnte sich die Schweiz allerdings stets auf einige NHL-Spieler verlassen. Die Ergebnisse waren dementsprechend auch besser. In den vergangenen beiden Turnieren lzog das Team jeweils ins Finale ein und ging mit Silber nach Hause. Das Selbstbewusstsein und die eigenen Erwartungen sind daher groß.

„Ja, das gibt uns Selbstvertrauen“, bestätigte Josi. „Auch bei der Weltmeisterschaft muss man als Team gut spielen. Das gilt hier noch mehr, bei diesen starken Gegnern brauchen wir eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir sind als Mannschaft aber schon lange zusammen. Viele unserer Spieler haben schon bei der WM zusammengespielt, das hilft uns auf jeden Fall.“

Diese Erwartungshaltung war nicht immer selbstverständlich. Als Josi seine Karriere begann, war das Erreichen des Viertelfinales bei der WM schon ein gutes Ergebnis. Heute wäre das Aus vor dem Halbfinale eher eine Enttäuschung. Die Evolution des Sports in der Schweiz über die vergangenen 15 Jahre ist beachtlich.

„Das Eishockey in der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren verändert“, betont Nico Hischier, der bei den New Jersey Devils genau wie Josi das C des Kapitäns auf der Brust trägt. „Wir haben immer mehr Spieler in der besten Liga der Welt. Die Qualität steigt und meiner Meinung nach ist auch die Schweizer Liga auf einem wirklich hohen Niveau. Wir haben auch großartige Spieler aus der Heimat. Sie können echt Eishockey spielen. Es macht Spaß mit dieser Mannschaft hier zu sein und das Schweizer Eishockey hat einen super Job bei der Entwicklung junger Spieler und der Verbreitung des Sports gemacht.“

Eingespielte Mannschaft mit Verstärkung

Ein Vorteil der Schweiz gegenüber den Top-Nationen wie Kanada, den USA und Schweden ist, dass die meisten Spieler dieser Teams nie miteinander gespielt haben. In der Schweizer Mannschaft kennt man sich. Praktisch jedes Mitglied der Mannschaft ist schon mit einigen oder sogar den meisten seiner Teamkollegen in der Nationalmannschaft angetreten. Allerdings war die Mannschaft noch nie in dieser Zusammensetzung bei einem Turnier, da die NHL-Spieler bei Olympia fehlten und während der WM einige von ihnen noch in den Stanley Cup Playoffs aktiv waren.

Die Verstärkung aus Nordamerika verändert die Mannschaft nun gewaltig. Ganze zehn NHL-Spieler sind dieses Mal dabei. Dazu kommen Spieler wie Dean Kukan, Denis Malgin und Sven Andrighetto, die mittlerweile wieder in der Schweizer National League spielen, aber einige Erfahrung in der NHL gesammelt haben. Diese Konzentration an Talent und Qualität gab es so noch nie.

„Ich glaube, das ist das beste Schweizer Team, in dem ich je gespielt habe“, merkte Josi an. „Wir sind zum ersten Mal alle zusammen. Wir hatten gute Weltmeisterschaften, aber da haben immer ein paar Spieler gefehlt. Das ist das erste Mal, dass jeder dabei ist. Wir haben viele wirklich gute Spieler und es ist wirklich aufregend, wenn man sich das Team anschaut und wie wir spielen.“

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Vorfreude und Hoffnung

Die Spannung steigt vor dem Beginn des Turniers am 11. Februar. Josi und Nino Niederreiter sind die einzigen Schweizer NHL-Spieler, die bereits 2014 bei den Olympischen Spielen waren. Für die anderen acht Legionäre ist es eine Premiere.

„Das ist so etwas Besonderes“, fiebert Hischier dem ersten Spiel entgegen. „Für mich sind es auch die ersten Olympischen Spiele. Als Athlet wächst man mit diesen großen Events auf, besonders mit Olympia. Es ist nur alle vier Jahre, deshalb ist es so außergewöhnlich und cool, das jetzt zu erleben. Es hat eine Zeit gedauert, aber ich glaube, jetzt sind wir alle sehr glücklich.“

Für Hischier und seine Kollegen beginnt das Turnier mit dem vermutlich leichtesten Spiel der Vorrunde. Am 12. Februar starten sie gegen Frankreich. Am 13. folgt mit der Partie gegen Kanada der schwerste Brocken. Zum Abschluss der Vorrunde steht am 15. Februar das Duell mit Tschechien an.

„Wir wissen, wie stark Kanada sein wird“, erklärte Niederreiter. „Sie haben so einen talentierten Kader. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass wir uns nicht verstecken müssen. Wir müssen unser Spiel durchziehen und Spaß auf dem Eis haben.“

Trotz der schwierigen Gruppe macht die Schweiz sich Hoffnung auf eine Medaille. Die Konkurrenz ist gewaltig, doch allzu weit hergeholt ist diese Hoffnung nicht. Der Leistungsunterschied zwischen den großen Eishockey-Nationen und Ländern wie der Schweiz, Deutschland und Lettland ist in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine dieser Mannschaften einen Favoriten stürzt. Die Spieler jedenfalls halten eine Medaille für absolut möglich.

„Ich meine, das ist natürlich das Ziel und wir wissen, gegen wen wir antreten“, sagte Josi. „Wir kennen die Mannschaften und die Spieler, aber wir können ruhig selbstbewusst sein. Das ist ein anderes Monster als eine WM, aber wir haben einige wirklich gute Weltmeisterschaften gespielt und Schwung geholt. Wir wissen, was uns bevorsteht und wir haben viel Selbstvertrauen.“

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