Zum Abschluss der Vorrunde bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 kommt es am Sonntag (21:10 Uhr MEZ) in der Gruppe C zum Duell zwischen Tabellenführer USA und dem Zweiten Deutschland.
Die Ausgangslage ist klar: Die Vereinigten Staaten ist mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 11:4 voll auf Kurs Richtung Viertelfinale. Die Amerikaner untermauerten ihren Favoriten-Status beim jüngsten 6:3 am Samstagabend gegen Dänemark und gehen auch als haushoher Favorit ins Spiel gegen die Deutschen.
Die DEB-Auswahl hatte bereits am Samstagnachmittag eine überraschende 3:4-Niederlage gegen Lettland kassiert und könnte damit sowohl die direkte Viertelfinal-Qualifikation als auch eine gute Positionierung und damit einen vermeintlich leichteren Gegner in der Zwischenrunde verspielt haben.
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Die Niederlage gab ein paar Rätsel auf. Einerseits hatte Deutschland nicht grundsätzlich schlecht gespielt, andererseits offenbarte es Schwächen in der Defensive und in der Offensive. Hinter war das DEB-Team recht anfällig und kassierte trotz einen starken Philipp Grubauer im Tor auf 22 Schüsse vier Gegentore. Zwei davon waren Gegentreffer in Unterzahl. Die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis muss also besser in die Zweikämpfe finden, weniger hochkarätige Torchancen zulassen und von der Strafbank wegbleiben. Vorne kreierte man zwar 29 Torschüsse, erzielte aber nur drei Treffer - trotz bester Möglichkeiten. Sogar Superstar Leon Draisaitl konnte zwei Alleingänge nicht verwerten. Auch das Powerplay blieb in drei Anläufen erfolglos. Dringendes Steigerungspotenzial gibt es in jedem Fall bei den Special Teams: Das Überzahlspiel steht bei 16,7 Prozent, das Unterzahlspiel bei nur 50 Prozent. Zusammengerechnet also 66,7 Prozent. Gute Special Teams haben eigentlich einen kumulierten Wert von über 100.
Dass auch die USA nicht unverwundbar sind, zeigte der Auftritt gegen Dänemark. Im ersten Drittel gerieten sie mit 0:1 und 1:2 zweimal in Rückstand, drehten dann aber dank ihrer NHL-Stars auf und schlussendlich auch das Spiel. Dennoch mussten die Vereinigten Staaten drei Gegentreffer hinnehmen - trotz eines Elite-Torwarts wie Jeremy Swayman. Gut möglich, dass nach Connor Hellebuyck in Gruppenspiel eins und Swayman in Spiel zwei nun Jake Oettinger in Spiel drei den Start bekommen wird. US-Trainer Mike Sullivan könnte auch Verteidiger Jackson LaCombe und Stürmer Clayton Keller zu ihrem ersten Einsatz bei diesen Olympischen Spielen verhelfen.
Zuletzt trafen sich die USA und Deutschland in der Gruppenphase bei der Weltmeisterschaft 2025 - mit dem besseren Ende für die Amerikaner, die sich mit 6:3 durchsetzen. Die letzten zwei Aufeinandertreffen bei Olympischen Spielen gingen ebenfalls an die Vereinigten Staaten: 2022 in Peking in der Gruppenphase mit 3:2, 2002 in Salt Lake City im Viertelfinale mit 5:0.
Spieler im Fokus
Tim Stützle (Deutschland) - Der 24-jährige Mittelstürmer aus Viersen ist mit drei Toren in zwei Olympia-Spielen (3-0-3) der Top-Torjäger und Top-Scorer der Deutschen und knüpft damit nahtlos an eine starke NHL-Saison bei den Ottawa Senators an (57 Spiele, 28-33-61). Stützle drückt dem deutschen Spiel mit seiner Geschwindigkeit und Spielfreude den Stempel auf, kommt in allen wichtigen Situationen zum Einsatz und arbeitet stets mit energischem Backchecking zurück, was gegen die Amerikaner enorm wichtig sein wird. Dabei trifft der 1,84 Meter große Linksschütze übrigens auf zwei seiner Vereinskollegen in Ottawa: US-Verteidiger Jake Sanderson und Power Forward Brady Tkachuk.





















