Die Schweiz steht vor ihrem zweiten Spiel bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026. Am Freitagabend (21:20 Uhr MEZ) kommt es in der Gruppe A gegen Kanada zum ultimativen Härtetest.
Die Nati geht nach dem ungefährdeten 4:0-Sieg beim Auftakt gegen Außenseiter Frankreich mit Rückenwind ins Spiel gegen den ultimativen Top-Favoriten. Ob Torwart Leonardo Genoni, der einen 27-Save-Shutout feierte, erneut den Start bekommen wird, ist noch offen. Immerhin haben die Schweizer mit Akira Schmid (Vegas Golden Knights) und Reto Berra drei gleichwertige Torhüter im Kader, die in der Gruppenphase wohl alle zum Einsatz kommen werden.
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Die Ahornblätter mussten gegen Tschechien direkt gegen ein Schwergewicht ran und lieferten mit einem 5:0-Erfolg eine Machtdemonstration. Was wie ein Spaziergang klingt, war jedoch enorm harte Arbeit in einer Partie mit hoher Intensität und vielen krachenden Checks. Kanada dürfte also direkt voll im Wettkampf-Modus sein, vielleicht hat der Auftaktsieg aber auch Körner gekostet. Torwart Jordan Binnington (St. Louis Blues) könnte nach seinem 26-Save-Shutout eine Pause im anstehenden Back-to-Back-Spiel bekommen. Headcoach Jon Cooper (Tampa Bay Lightning) hat die Qual der Wahl zwischen Darcy Kuemper (Los Angeles Kings) und Logan Thompson (Washington Capitals).
An Motivation sollte es den Kanadiern zumindest nicht fehlen, immerhin gibt es noch eine offene Rechnung zu begleichen: Bei der Weltmeisterschaft 2024 in Prag/Tschechien gewann die Schweiz im Halbfinale knapp mit 3:2 nach Penaltyschießen. Während die Nati am Ende die Silbermedaille gewann, verlor das Mutterland des Eishockeys auch das kleine Finale (2:4 gegen Schweden) und landete auf Blech, was fernab von den eigenen Ansprüchen war.
Das letzte Aufeinandertreffen bei Olympischen Spielen passierte 2018 in Pyeongchang. Auch ohne das volle NHL-Ensemble setzte sich Kanada in der Gruppenphase deutlich mit 5:2 gegen die Schweiz durch.
Spieler im Fokus
Timo Meier (Schweiz) - Dem Power Forward von den New Jersey Devils gelang gegen Frankreich ein Doppelpack im dritten Drittel (2-0-2) und ist damit der erste Schweizer NHL-Spieler, dem dieses Kunststück bei Olympischen Spielen gelang. Dass eine reine NHL-Linie mit Meier, Pius Suter (St. Louis Blues) und Philipp Kurashev (San Jose Sharks) auf dem Papier die dritte Reihe der Schweiz darstellt, zeigt die Tiefe im Kader. Meier ist ein Spieler, der dahin geht, wo es wehtut. Der 29-Jährige aus Herisau fährt knackige Checks, zieht konsequent zum Tor und verfügt über einen guten Schuss. Für die Devils markierte er in 52 NHL-Spielen 28 Scorerpunkte (14 Tore, 14 Assists).
Connor McDavid (Kanada) - Der Center der Edmonton Oilers machte genau da weiter, wo er in der NHL aufgehört hatte: Er punktet wie am Fließband. Der NHL-Top-Scorer (58 Spiele, 34-62-96) war gegen Tschechien mit drei Assists (0-3-3) der punktbeste Spieler. Der 29-Jährige aus Richmond Hill, Ontario, gilt als der schnellste und beste Spieler der Welt. Bei Kanada bildet er zusammen mit Macklin Celebrini (San Jose Sharks) und Tom Wilson (Washington Capitals) eine schlagkräftige erste Sturmreihe.
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Schlüsselstatistiken
8 - Die Schweiz erlaubte sich gegen Frankreich acht Strafminuten, was gegen Kanada teuer werden könnte. Immerhin konzentrieren diese ihre unglaubliche Feuerkraft auf eine klangvolle Formation um „Quarterback“ Cale Makar (Colorado Avalanche), auf den linken Flügel Connor McDavid (Edmonton Oilers) auf dem rechten Flügel, Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche) auf der linken Flanke, Sam Reinhart (Florida Panthers) als Bumper sowie Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins) vor dem Tor sowie auch als Faceoff-Experte. Entsprechend gilt es für die Schweiz, diszipliniert aufzutreten, um den Gegner nicht in Überzahl kommen zu lassen.
5 - Kanada hatte beim 5:0 gegen Tschechien fünf unterschiedliche Torschützen: Celebrini, Mark Stone (Vegas Golden Knights), Bo Horvat (New York Islanders), MacKinnon und Nick Suzuki (Montreal Canadiens). Somit tauchten alle vier Sturmreihen auf dem Scoreboard auf. Dies unterstreicht die unglaubliche Tiefe und das vorhandene Secondary Scoring bei den Ahornblättern.
Du sagst es…
„Wir freuen uns auf morgen. Es geht gegen eine andere Mannschaft. Wir müssen über 60 Minuten sehr diszipliniert sein. Wenn nicht, haben sie die Fähigkeiten, uns dafür bezahlen zu lassen. Wir müssen da rausgehen und kämpfen. Wir vertrauen auf uns und wissen, was zu tun ist“ - Nico Hischier (Schweiz, New Jersey Devils)
„Wir hatten ein paar hochkarätige Spielzüge. Es war schön zu sehen, dass wir uns bei ein paar Toren gut gefunden haben“ - Jordan Binnington (Kanada)
Was dich erwartet…
Das wohl temporeichste Spiel der bisherigen Olympischen Spiele 2026! Sowohl die Schweiz als auch Kanada verfügen über unfassbar schnelle Spieler und werden die Schlagzahl über 60 Minuten hoch halten.























