Michael Fora #45, Roman Josi #90, and Sven Andrighetto #85 of Team Switzerland walk to the ice before the second period during the Men's Preliminary Group A match between Canada and Switzerland on day seven of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 13, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

Die Sorgenfalten beim Schweizer Nationaltrainer Patrick Fischer vor dem dritten und letzten Spiel seiner Mannschaft in Gruppe A am Sonntag gegen Tschechien (12:10 Uhr) in der Santagiulia Ice Hockey Arena in Mailand sind tief. Der Grund: Bei der Niederlage am Freitag gegen Kanada schieden mit Kevin Fiala, Denis Malgin und Andrea Glauser gleich drei Stützen des Teams verletzt aus. Für Fiala von den Los Angeles Kings sind die Olympischen Winterspiele vorbei. Er zog sich eine schwere Beinblessur zu. Ob Glauser (Verdacht auf Gehirnerschütterung) und Malgin (Schulterverletzung) gegen die Tschechen auflaufen können, ist äußerst fraglich.

Durch das Aus von Fiala ist Fischer gezwungen, die Linksaußen-Position in der ersten Sturmreihe neu zu besetzten. Mögliche Kandidaten dafür sind Nino Niederreiter von den Winnipeg Jets und Philipp Kurashev von den San Jose Sharks. Center Nico Hischier und Rechtsaußen Timo Meier, die beide in Diensten der New Jersey Devils stehen, gelten in der Top-Formation als gesetzt. Den Mittelstürmerposten von Malgin in der zweiten Reihe könnte Calvin Thürkauf einnehmen.

Das Fehlen von Glauser würde eine große Lücke in den Abwehrverbund der Nati reißen. Er bildete dort zusammen mit Roman Josi das erste Verteidigerpaar. Für den Part an der Seite des Kapitäns der Schweiz und der Nashville Predators ist auf jeden Fall ein defensiv orientierter Blueliner vonnöten. Die plausibelste Lösung wäre sicherlich Jonas Siegenthaler. Der Devils-Verteidiger erfüllt dieses Anforderungsprofil bestens. In den ersten zwei Spielen agierte er als Partner von Dean Kukan. Sollte Glauser wie erwartet nicht einsatzbereit sein, dürfte Tim Berni als siebter Defensivmann erstmals bei den Spielen in Mailand ins Schweizer Aufgebot rücken.

Beim Kontrahenten aus Tschechien ist die Stimmung gut. Im Anschluss an die deftige, aber durchaus eingepreiste 0:5-Niederlage gegen Kanada besiegten sie Frankreich mit 6:3. Allerdings ließ der Weltmeister von 2024 auch in diesem Spiel zwischendurch eklatante Abwehrschwächen erkennen. So gerieten die Tschechen nach einer 2:0-Führung während eines fünfminütigen Tiefschlafs mit 2:3 ins Hintertreffen. Doch am Ende rückte die Abteilung Attacke die Verhältnisse wieder zurecht.

„Wir wissen, dass wir uns solche Fehler nicht erlauben dürfen. Man muss einfaches Hockey spielen und die Pucks tief in die gegnerische Zone bringen“, sagte Verteidiger Michal Kempny, der 2018 mit den Washington Capitals den Stanley Cup gewann und jetzt seine Brötchen bei Brynäs IF in Schweden verdient, über die Aussetzer gegen Frankreich.

Timo Meier #28 of Team Switzerland celebrates with teammates after scoring a goal in the third period during the Men's Preliminary Group A match between Switzerland and France on day six of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 12, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Jared C. Tilton/Getty Images)

Spieler im Fokus

Timo Meier (Schweiz) – Der Power Forward hat schwierige Wochen und Monate in der NHL hinter sich. Im Scoring lief es zuletzt überhaupt nicht. Er sammelte gerade einmal 28 Punkte in 52 Partien. Aber bei Olympia in Mailand zeigte er sich von seiner besten Seite. Beim Erfolg gegen Frankreich (4:0) schnürte er einen Doppelpack und auch im Match gegen Kanada gehörte er zu den Aktivposten in der Offensive.

Matej Stransky (Tschechien) – Vor dem Angreifer des HC Davos hat man im Schweizer Lager eine Menge Respekt. Das liegt daran, dass er mit 22 Treffern und 45 Punkten im Moment erfolgreichster Torjäger und Scorer in der National League ist. Gegen Frankreich hat er es auf einen Treffer und einen Assist gebracht.

Schlüsselstatistiken

68 – So viele Torschüsse haben die Schweizer in den ersten beiden Begegnungen abgegeben. Der Vergleich mit der Übermannschaft aus Kanada (75) veranschaulicht, wie gut es um die Offensivpower der Nati bestellt ist.

10 – Auf diesem Platz rangiert Tschechien beim Penalty Killing. Die Erfolgsquote beträgt 50 Prozent. Das bedeutet gemeinsam mit Deutschland den vorletzten Platz. Schlusslicht in diesem Ranking ist Dänemark.

Du sagst es…

„Die Ausfälle sind schmerzhaft für uns. Aber es nützt nichts, wenn wir uns darüber beklagen. Wir müssen gegen die Tschechen alles raushauen.“ – Coach Patrick Fischer (Schweiz)

„Es wird ein sehr wichtiges Spiel für uns gegen die Schweiz. Wir kämpfen gegeneinander um Platz zwei, was in jedem Fall ein Vorteil wäre für den weiteren Turnierverlauf.“ – Ondrej Palat (Tschechien/New York Islanders)

Was dich erwartet…

Das Match zwischen der Schweiz und Tschechien ist das Endspiel um den zweiten Platz in Gruppe A. Der Sieger hat die Chance, im Ranking für die Qualifikationsrunde weit vorne zu landen, um einen schwächeren Gegner zu bekommen und den Weg ins Viertelfinale zu vereinfachen. Der beste Gruppenzweite mit dem direkten Einzug ins Viertelfinale ist aufgrund des starken Torverhältnisses der Finnen (16:5; Zweiter in B) zu weit entfernt. Beide Teams dürften trotzdem mit offenem Visier zu Werke gehen und ihr Heil in der gegnerischen Zone suchen. Zugleich hat die Schweiz mit Tschechien noch eine Rechnung für die Finalniederlage bei der WM von vor zwei Jahren in Prag offen. Es wäre zweifellos eine feine Sache, sich dafür bei Olympia zu revanchieren.

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