"Wir sind schon ein paar Mal zurückgekommen", betonte Stürmer Philipp Danault die Comeback-Qualitäten der Mannschaft. "Wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, scheinen wir einfach besser zu sein. Das erste Spiel war ein Abtasten, jetzt wollen wir einen Zahn zulegen und als Mannschaft einfach besser sein. Wir wissen, wie wichtig das zweite Spiel für uns ist."
Im Stanley Cup Halbfinale befanden sie sich gegen die Vegas Golden Knights in einer ähnlichen Situation wie nach Spiel 1 gegen Tampa. Sie starteten genau zwei Wochen zuvor mit einer 1:4 Niederlage in die Serie gegen Vegas, wie gegen die Lightning kassierten sie die ersten beiden Tore, schafften dann den Anschluss zum 1:2, verloren die Partie aber am Ende. Danach gelang ihnen mit zwei Siegen in Folge eine passende Antwort und sie setzten sich am Ende in sechs Spielen gegen die Golden Knights durch.
"Wir haben Spiel 1 gegen Vegas verloren und sind dann mit einem wirklich guten Spiel 2 zurückgekommen", bemühte Suzuki den Vergleich zur vorherigen Serie. "Wir sind in einer Best-of-7-Serie, wenn wir hier ein Auswärtsspiel gewinnen können, wäre das super für uns, aber selbst wenn nicht, haben wir danach immer noch zwei Heimspiele. Das Spiel morgen ist wichtig für unser Selbstvertrauen und ich denke, wir werden alle bereit dafür sein."
Wenn ein Team so eine Auftaktniederlage verkraften kann, dann die Canadiens. Sie gingen als absolute Außenseiter als letztes Team, das sich für die Playoffs qualifizierte, in die Runde der besten 16. In den ersten drei Playoff-Runden bewiesen sie jedoch ein unglaubliches Selbstvertrauen und eine beeindruckende Fähigkeit aus Fehlern zu lernen und sich der Spielweise des Gegners anzupassen.
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So schafften sie es gegen Vegas die drittbeste Offensive der regulären Saison (3,39 Tore pro Spiel) auf magere 13 Treffer in sechs Spielen einzuschränken. Mit vier ausgeglichenen Reihen zermürbten sie die Skater der Golden Knights und setzten Torwart Marc-Andre Fleury immer wieder unter Druck. Zwischen den eigenen Pfosten ist Torhüter Carey Price in der Form seines Lebens und sorgt für viel Sicherheit und Ruhe in der Abwehr. Mit einer stabilen Verteidigung und brandgefährlichen Kontern von Spielern wie Suzuki, Jesperi Kotkaniemi und Cole Caufield entwickelten sie ein Erfolgsrezept, das sie dem Stanley Cup zum Greifen nahebrachte.
Gegen die Lightning soll nun der nächste Coup gelingen und das finale Kapitel im Märchen der Canadiens mit dem 25. Stanley Cup der Franchise-Geschichte enden. Keine leichte Aufgabe, denn Tampa stellt ein Team mit vielen Stärken und so gut wie keinen Schwächen. Mit einer kompletten Mannschaftsleistung, wie die Canadiens sie in den vorherigen Runden zeigten, kann am Mittwoch jedoch der nächste Streich gelingen, sofern Montreal die Fehler aus Spiel 1 abstellt.