28 Jahre nach ihrem letzten Titelgewinn stehen die Montreal Canadiens erneut im Stanley Cup Finale. Das begann am Montag jedoch mit einer Enttäuschung. Sie verloren Spiel 1 der Serie gegen die Tampa Bay Lightning auswärts in der Amalie Arena deutlich mit 1:5. Vor Spiel 2 am Mittwoch (8 p.m. ET; NHL.TV; Do. 2 Uhr MESZ) gibt es einige Fehler auszubessern und zurückzuschlagen, wie es Montreal bereits zuvor gegen andere Teams gelungen ist.

"Wir wussten, dass wir hier nicht einfach vier Spiele am Stück gewinnen", äußerte sich Center Nick Suzuki zu dem Spiel. "Ob 1:5 oder 0:1, eine Niederlage ist eine Niederlage. Das müssen wir einfach abhaken und uns auf morgen vorbereiten."
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Besonders die Fehlpässe plagten die Canadiens in der ersten Begegnung mit den Titelverteidigern immer wieder und kamen sie teuer zu stehen. Die Lightning erzielten ihre ersten drei Tore alle nach abgefangenen Pässen. Ohne diese Fehler wäre das Spiel sicherlich anders verlaufen.
"Wie wir mit dem Puck umgehen ist der Schlüssel", bestätigte Suzuki das Problem im ersten Duell. "Wir haben einige Male den Puck verloren, ich persönlich auch. Diese Puckverluste müssen wir in den Griff kriegen, wir müssen klüger mit dem Puck umgehen. Wenn wir den Puck in ihrem Drittel haben, können wir mit unserer harten Arbeit punkten."
Wenn die Canadiens in diesen Stanley Cup Playoffs eine Sache bewiesen haben, dann dass sie jederzeit in der Lage sind, sich nach Rückschlägen wieder aufzuraffen und umso stärker zurückzukommen. In der ersten Runde lagen sie gegen die Toronto Maple Leafs mit 1:3 Spielen zurück und drohten bereits nach fünf Partien auszuscheiden. Sie gewannen daraufhin aber die folgenden sieben Spiele, warfen Toronto aus dem Rennen und verabschiedeten die Winnipeg Jets mit einem Sweep aus den Playoffs.

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"Wir sind schon ein paar Mal zurückgekommen", betonte Stürmer Philipp Danault die Comeback-Qualitäten der Mannschaft. "Wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, scheinen wir einfach besser zu sein. Das erste Spiel war ein Abtasten, jetzt wollen wir einen Zahn zulegen und als Mannschaft einfach besser sein. Wir wissen, wie wichtig das zweite Spiel für uns ist."
Im Stanley Cup Halbfinale befanden sie sich gegen die Vegas Golden Knights in einer ähnlichen Situation wie nach Spiel 1 gegen Tampa. Sie starteten genau zwei Wochen zuvor mit einer 1:4 Niederlage in die Serie gegen Vegas, wie gegen die Lightning kassierten sie die ersten beiden Tore, schafften dann den Anschluss zum 1:2, verloren die Partie aber am Ende. Danach gelang ihnen mit zwei Siegen in Folge eine passende Antwort und sie setzten sich am Ende in sechs Spielen gegen die Golden Knights durch.
"Wir haben Spiel 1 gegen Vegas verloren und sind dann mit einem wirklich guten Spiel 2 zurückgekommen", bemühte Suzuki den Vergleich zur vorherigen Serie. "Wir sind in einer Best-of-7-Serie, wenn wir hier ein Auswärtsspiel gewinnen können, wäre das super für uns, aber selbst wenn nicht, haben wir danach immer noch zwei Heimspiele. Das Spiel morgen ist wichtig für unser Selbstvertrauen und ich denke, wir werden alle bereit dafür sein."
Wenn ein Team so eine Auftaktniederlage verkraften kann, dann die Canadiens. Sie gingen als absolute Außenseiter als letztes Team, das sich für die Playoffs qualifizierte, in die Runde der besten 16. In den ersten drei Playoff-Runden bewiesen sie jedoch ein unglaubliches Selbstvertrauen und eine beeindruckende Fähigkeit aus Fehlern zu lernen und sich der Spielweise des Gegners anzupassen.
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So schafften sie es gegen Vegas die drittbeste Offensive der regulären Saison (3,39 Tore pro Spiel) auf magere 13 Treffer in sechs Spielen einzuschränken. Mit vier ausgeglichenen Reihen zermürbten sie die Skater der Golden Knights und setzten Torwart Marc-Andre Fleury immer wieder unter Druck. Zwischen den eigenen Pfosten ist Torhüter Carey Price in der Form seines Lebens und sorgt für viel Sicherheit und Ruhe in der Abwehr. Mit einer stabilen Verteidigung und brandgefährlichen Kontern von Spielern wie Suzuki, Jesperi Kotkaniemi und Cole Caufield entwickelten sie ein Erfolgsrezept, das sie dem Stanley Cup zum Greifen nahebrachte.
Gegen die Lightning soll nun der nächste Coup gelingen und das finale Kapitel im Märchen der Canadiens mit dem 25. Stanley Cup der Franchise-Geschichte enden. Keine leichte Aufgabe, denn Tampa stellt ein Team mit vielen Stärken und so gut wie keinen Schwächen. Mit einer kompletten Mannschaftsleistung, wie die Canadiens sie in den vorherigen Runden zeigten, kann am Mittwoch jedoch der nächste Streich gelingen, sofern Montreal die Fehler aus Spiel 1 abstellt.