Nachdem die New Jersey Devils acht ihrer letzten zehn Spiele verloren hatten, sprach am Mittwoch General Manager Tom Fitzgerald ein Machtwort. Seine Mannschaft würde die Erwartungen nicht erfüllen und „nicht gut genug“ spielen, so der GM. Am Abend nahmen sich die Spieler diese Worte offensichtlich zu Herzen. Allen voran Kapitän Nico Hischier (2-0-2), der die Devils im Prudential Center zu einem 3:2-Sieg n.V. gegen den Seattle Kraken führte.

Hischier zieht in die Schlacht

„Wir stecken da alle zusammen drin, die gesamte Mannschaft. Ich bin der Anführer dieser Mannschaft und es ist nicht gut genug. Es ist absolut nicht gut genug. Wir können die Standards und die Erwartungen, die wir uns gesetzt haben, nicht erfüllen“, hatte Fitzgerald am Spieltag erklärt. „Ich weiß, wie leidenschaftlich unsere Fans sind und wie sehr sie sich eine Meisterschaft wünschen. Ich kann die Fans verstehen. Wirklich. Sie sind Teams gewohnt, die um den Stanley Cup mitspielen. Alles andere ist inakzeptabel. Ich glaube an den Kern dieser Mannschaft. Die gesamte Organisation glaubt an diesen Kern. Es gibt keine Ausreden.“

Zu diesem Kern zählt zweifelsohne Hischier als Kapitän. Ob der Schweizer Mittelstürmer Fitzgeralds Worte im Hinterkopf hatte, als er mit einem Schlagschuss-Hammer die zwischenzeitliche 2:1-Führung besorgte (24.) ist nicht bekannt. In der spielentscheidenden Szene in der Verlängerung zeigte der 27-Jährige aus Naters auch viel Gefühl. Pässe von Luke und Jack Hughes starteten einen Konter. Hischier brach über den rechten Flügel durch, skatete in vollem Tempo auf Seattles Torwart Philipp Grubauer (23 Saves, 88,5 Prozent Fangquote) zu, stieg auf die Bremse, legte sich den Puck auf die Rückhand und schob ins Torwarteck ein (64.).

„Eigentlich wollte ich mir den Puck auf die Vorhand legen, aber ich habe den Druck gespürt. Es war Instinkt und ist gut ausgegangen“, freute sich Hischier.

„Er ist unser Kapitän und hat heute zwei wichtige Tore geschossen. Er ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Wenn man sieht, wie Nico in die Schlacht zieht, dann stehen wir definitiv hinter ihm und kämpfen mit ihm“, unterstrich Landsmann und Verteidiger Jonas Siegenthaler.

SEA@NJD: Hischier beendet das Spiel in der Overtime mit einem Rückhandschuss

Geduldsspiel wird belohnt

Nach zwei Siegen in Folge geht es für die Devils (24-21-2) wieder in die richtige Richtung. Der Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der engen Eastern Conference beträgt vier Punkte.

„Wir hatten ein paar Meetings und haben ein paar Dinge angesprochen. Heute haben wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Es war nicht perfekt, aber viel besser als in den letzten Wochen“, attestierte Siegenthaler. „Wir sind heute geduldig geblieben, haben hinten nicht aufgemacht und vorne unsere Chancen genutzt.“

Von einem „Geduldsspiel“ sprach auch New Jerseys Torwart Jacob Markström (15 Saves, 88,2 Prozent Fangquote: „Es gab nicht viele Torchancen, sondern viel harte Arbeit. Wir haben die Pucks tief gespielt und sind hinterhergegangen. Es war wirklich ein toller Teamerfolg für die zwei Punkte heute. Unsere Verteidiger haben Schüsse geblockt, einen guten Aufbau gespielt und es mir leicht gemacht.“

„Geduld war einer der Schlüssel zu diesem Spiel“, fand Devils-Trainer Sheldon Keefe ähnliche Worte. „Seattle macht es dir schwer und lässt nicht viel zu. Wir mussten als Team besser in der Defensive spielen. Das ist die Grundlage. Das ist manchmal schwierig, wenn du nicht triffst. Wir haben gute Spieler, die ihre Tore schießen werden.“

SEA@NJD: Hischier hämmert einen Schlagschuss zum 2:1 ins Tor

Stürmische Zeiten

Hischier ging diesbezüglich mit gutem Beispiel voran. Mit seinen NHL-Treffer Nummer 185 und 186 überholte er Kirk Muller für Platz sechs auf der Franchise-Torjägerliste (Devils, Rockies, Scouts). Mit seinem 26. Siegtreffer zog er sowohl mit Scott Niedermayer als auch mit Bryan Rolston für die elftmeisten in der Klubgeschichte gleich. Mit dem siebten Overtime-Winner seiner NHL-Karriere überholte er Kevin Fiala (Los Angeles Kings) für die zweitmeisten eines Schweizers in der Liga-Historie. Auf mehr kommt nur Roman Josi (Nashville Predators) mit zehn.

New Jersey wird sich auch in den nächsten Spielen voll auf Hischier verlassen, um das Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser zu lenken. Die Devils waren mit einer 13-4-1-Bilanz in die Saison gestartet, seitdem haben sie sich aber mit einem 11-17-1-Record in unruhige Gewässer manövriert.

Am Samstag (7 p.m. ET; Sonntag, 1 Uhr MEZ) kommt mit den Carolina Hurricanes ein Rivale aus der Metropolitan Division zu einem echten Härtetest nach Newark. Fitzgeralds Worte sollen bis dahin noch nicht verhallt sein.

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