Die Siegesserie der Winnipeg Jets endete am Samstag (Ortszeit). Zumindest einen Punkt gab es aber trotzdem. Nach vier Siegen in Folge unterlagen die Jets zu Hause im Canada Life Centre den Toronto Maple Leafs mit 3:4 nach Verlängerung. Der Schweizer Nino Niederreiter hatte die Hausherren zwischenzeitlich mit 3:1 in Führung gebracht, Toronto gelang aber das späte Comeback.

„Wir haben einen Weg gefunden, uns zu sammeln“, erklärte Torontos Stürmer Max Domi. „Das zeigt den Charakter in unserem Team. Wir haben zusammengehalten und füreinander gespielt. Und dann hat man gesehen, wie gute Teams einen Weg zum Sieg finden. Respekt vor Winnipeg, sie haben heute gut gespielt. Aber wir konnten dranbleiben und die zwei wichtigen Punkte holen.“

Niederreiter beendet Flaute

Winnipeg kam besser ins Spiel, doch sowohl Heimtorwart Connor Hellebuyck als auch Torontos Dennis Hildeby hielten ihren Kasten im ersten Drittel sauber. Erst in der 23. Minute platzte der Knoten, als Alex Iafallo das 1:0 für die Jets lieferte. Kyle Connor legte sechs Minuten später das 2:0 nach. Dieser Vorsprung hielt aber nur 23 Sekunden, da Kapitän Auston Matthews für Toronto traf.

„Hildeby war unglaublich“, sagte Stürmer Bobby McMann. „Ein paar knappe Saves, etwas Verzweiflung. Er hat nicht aufgegeben. Das war gut zu sehen und er gibt uns immer eine Chance, Spiele zu gewinnen.“

Im Schlussabschnitt schoss sich dann Niederreiter den Frust von der Seele. Nach einem Schuss von der blauen Linie von Luke Schenn kam er vor dem Tor an den Rebound und staubte zum 3:1 ab (43.). Niederreiter hatte zuvor 22 Spiele lang nicht getroffen.

„Alles wird viel schwieriger, wenn man Spiele verliert“, betonte Niederreiter. „Das ist das Schlimmste an so einer Durststrecke, wenn man keine Tore schießt und verliert. Das macht alles schwieriger. In letzter Zeit haben wir Spiele gewonnen. Das erleichtert vieles, man macht sich nicht mehr so viele Gedanken. Das macht die Sache einfacher, aber es ist mental trotzdem eine Herausforderung.“

Vor seiner Flaute war der Schweizer auf einem guten Weg, um seine Ausbeute aus den beiden vorherigen Spielzeiten zu übertreffen. In den ersten 23 Saisonspielen hatte er sechs Treffer verbucht und war auf Kurs zu 21 Toren. In den Jahren davor kam er auf 18 und 17 Treffer.

„Genau das müssen wir tun, wir müssen Wege finden, zu treffen, aber auch den zweiten Punkt zu holen“, kommentierte Jets-Trainer Scott Arniel die Partie. „Am Ende muss man in jedem Spiel Punkte holen, wenn man Teams einholen will. Dieses Spiel hätten wir gewinnen sollen.“

TOR@WPG: Niederreiter staubt  ab

Spätes Comeback für Toronto

Noch 15 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sah es nach einem Sieg für die Jets aus. Toronto gab sich aber nicht geschlagen und machte nochmal Druck. Verteidiger Oliver Ekman-Larsson schaffte in der 46. Minute den Anschluss. Weniger als fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war es dann McMann, der mit seinem 15. Saisontor die Verlängerung erzwang.

In der Zusatzschicht fuhr Toronto das Spiel nach 63:08 Minuten nach Hause. Ekman-Larsson eroberte den Puck an der eigenen blauen Linie und schickte einen Pass zu Matthews nach vorne. Der Kapitän spielte vor Hellebuyck quer zum mitlaufenden Domi ab, der das praktisch leere Tor nutzte.

„Ich habe einfach gewartet, um zu sehen, was der Verteidiger macht“, ließ Matthews wissen. „Er ist ein bisschen auf mich zugekommen, da habe ich abgespielt und Domi hat den Rest erledigt. Ekman-Larsson hat den Puck stark erobert und uns den Angriff ermöglicht.“

TOR@WPG: Matthews bedient Domi zum Sieg in OT

Enttäuschung trotz des Punktgewinns

Für die Jets war es das fünfte Spiel mit einem Punkt in Folge. Zuvor hatten sie viermal hintereinander gewonnen, auch gegen starke Gegner wie die Minnesota Wild und die New York Islanders. Die Ausbeute von neun von zehn möglichen Punkten kann sich sehen lassen.

„Mir hat gefallen, was wir gemacht haben, der Einsatz war da“, lobte Jets-Verteidiger Josh Morrissey. „Wir hatten unsere Chancen auf den Sieg und hätten vielleicht ein Tor mehr schießen können. Im dritten Drittel haben wir uns vielleicht ein bisschen zu sehr zurückgelehnt.“

Trotzdem lässt sich eine gewisse Enttäuschung nicht abstreiten. Die Jets haben jeden Punkt bitter nötig. Nach einem guten Start in die Saison stürzten sie komplett ab und landeten zwischenzeitlich auf dem letzten Platz der gesamten NHL. Dank der jüngsten Erfolgsserie konnten sie immerhin die rote Laterne wieder an die Vancouver Canucks abgeben. Mit 44 Punkten aus 47 Spielen (19-22-6) liegen sie aber noch sieben Punkte hinter der zweiten Wildcard der Western Conference.

„Wir müssen einfach einen Weg finden, diese Spiele nach Hause zu fahren“, erklärte Niederreiter. „Wir haben alles versucht, um Schüsse zu blocken und Hellebuyck freie Sicht zu geben. Wir müssen nur weiter aggressiv spielen. Wir dürfen keine Angst vor Fehlern haben und nicht versuchen, zu defensiv zu spielen, wenn wir das nicht müssen. Das müssen wir lernen.“

Für die Jets stehen die nächsten Punkte am Montag auf dem Spiel, wenn sie bei den Chicago Blackhawks antreten. Die Maple Leafs liegen in der Eastern Conference nur noch einen Punkt hinter der zweiten Wildcard. Sie könnten ebenfalls am Montag mit einem Heimsieg gegen die Minnesota Wild wieder auf einen Playoff-Platz vorrücken.

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