Es war ein großartiger Abend für die Boston Bruins – auf und neben dem Eis. Das Team ehrte am Donnerstag den ehemaligen Kapitän Zdeno Chara und zog seine Trikotnummer 33 zurück. Das muss die Spieler offenbar beflügelt haben, denn mit dem 4:2-Sieg gegen die Seattle Kraken feierte die Mannschaft von Marco Sturm den fünften Triumph in Folge – all diese Partien fanden in der eigenen Arena statt.

„Ich denke, wir sind momentan richtig stabil“, freute sich Sturm. Insgesamt war dies der siebte Sieg innerhalb der vergangenen acht Spiele. „Ich muss meinen Jungs ein großes Lob dafür aussprechen, wie gut sie auf dieses Spiel eingestellt waren. Sie waren nach der Zeremonie sofort hellwach.“

Zeremonie für Chara als „Augenöffner“

Sturm glaubt, dass die Ehrung der Bruins-Ikone sogar einen positiven Einfluss auf die Mannschaft hatte: „Spieler wie David (Pastrnak) oder Charlie (McAvoy) kennen ihn natürlich. Wir wissen heute alles über seine großartige Karriere. Aber gerade für die anderen Jungs, auch die jüngeren Spieler, war es großartig zu sehen, was er für diese Franchise bedeutet - und was er geleistet hat, um ein Champion zu werden. Natürlich wusste jeder, wer er ist. Aber einigen waren vermutlich nicht bewusst, wie groß sein Einfluss auf diese Organisation wirklich ist. Diese Zeremonie war ein Augenöffner.“

Torwart Jeremy Swayman sagte: „Es war ein unglaublicher Abend, und was für eine Ehre für Big Zee und alles, was er hier erreicht hat. Er ist eine riesige Motivation für uns und wir wollen eines Tages direkt neben ihm stehen. Wir hatten uns diesen Tag im Kalender markiert und es wurde ein super Abend.“

SEA@BOS: Bruins ehren Chara und ziehen seine Nummer zurück

Bereits nach vier Minuten lagen die Bruins durch die Treffer von Marat Khusnutdinov und Viktor Arvidsson mit 2:0 in Führung. Besonders das Tor von Khusnutdinov, das sich schon nach 54 Sekunden ereignete, war sehenswert, weil er sich nach einem Zuspiel von Charlie McAvoy an der Bande durchsetzte, zum Tor zog und den Puck gekonnt per Rückhand ins Netz beförderte.

Großes Lob für Khusnutdinov

„Das zeigt mir, dass er selbstbewusst ist, und genau das wollen wir", sagte Sturm über Khusnutdinov. „Er war die ganze Saison über herausragend und weiß, wo er gerade im Team steht. Er spielt in der ersten Reihe und schießt jetzt auch ein paar Tore. Ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung und der Art, wie er für uns und unser Team spielt.

Chandler Stephenson von den Kraken gelang in der 8. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2 im Powerplay. In der fünften Minute des zweiten Drittels baute Mark Kastelic die Führung mit einem Unterzahl-Tor auf 3:1 aus. Die Kraken ließen sich allerdings nicht abschütteln. Eeli Tolvanen (43.) traf im Powerplay zum 2:3.

SEA@BOS: Kastelic verwertet Turnover mit Rückhand-Unterzahltor

Die Entscheidung fiel erst 15 Sekunden vor Spielende, als David Pastrnak im Powerplay zum 4:2 ins leere Tor traf. Der 29-Jährige erzielte dadurch seinen 20.Saisontreffer. Bereits zum zehnten Mal in Folge erreichte er diese Marke. Gemeinsam mit Patrice Bergeron und Johnny Bucyk steht er in der Franchise-Historie auf Platz 2 für die meisten 20-Tore-Saisons in Folge. Lediglich Brad Marchand (12) steht noch vor ihm.

Sturm lobt Fortschritte seiner Mannschaft

Es gibt vor allem zwei Aspekte im Spiel der Bruins, die Sturm bei der Heimserie zufriedenstellen. „Das Spiel ohne Puck. Wir haben die Art und Weise, wie wir verteidigen, noch einmal verändert. Das hatte aber keine Auswirkungen auf unser Offensivspiel. Wir haben sogar mehr Tore erzielt. Wir waren immer auf der richtigen Seite des Pucks“, so der Trainer.

„Außerdem sind wir geduldiger geworden. Es gab früher oft Phasen, in denen wir zu viele Höhen und Tiefen hatten. Jetzt sind wir sehr konstant. Wenn man sich unsere fünf Heimspiele anguckt, gehörten die dritten Drittel vermutlich zu unseren besten. Um konstanter zu sein, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und eine gute Defense zu spielen. Außerdem waren unsere Torhüter großartig.“

Bruins auf Playoff-Kurs

Die Bruins sind durch die Erfolgsserie mit einer Bilanz von 27-19-2 und 56 Punkten wieder auf einen Wild-Card-Platz für die Stanley Cup Playoffs vorgerückt. „Wir sind fit, laufen richtig gut Schlittschuh, helfen uns gegenseitig, spielen präzise Pässe und harmonieren hervorragend“, sagte Arvidsson über das Erfolgsgeheimnis seiner Mannschaft. „Wir haben einfach Spaß auf dem Eis, und das ist auch ein wichtiger Teil davon.“

Verwandte Inhalte