Der Bann ist gebrochen. Nach zweieinhalb Monaten durfte Marco Kasper wieder einmal über ein eigenes Tor jubeln. Der gebürtige Innsbrucker traf am Freitag im Heimspiel der Detroit Red Wings gegen die San Jose Sharks in der Little Caesars Arena per Empty Netter zum 4:2-Endstand für die Hausherren.

„Es fühlt sich sehr gut an, ein Tor geschossen zu haben. Ich glaube wir haben in den letzten Wochen ganz gute Spiele abgeliefert und als Mannschaft nehmen wir diesen Sieg mit“, so Kasper im Anschluss der Partie.

„Das war sehr wichtig für Marco. Ich weiß, dass er sich spielerisch weiterentwickelt hat, vielleicht nicht unbedingt in Bezug auf die Punkte, aber seine körperliche Präsenz, seine Hartnäckigkeit, sein Skating – er wirkt momentan wie ein ganz anderer Spieler“, hob Detroits Trainer Todd McLellan die Bedeutung des Tores für den 21-Jährigen hervor und lobte dessen Entwicklung genauso wie Lucas Raymond: „Er hat immer hart daran gearbeitet, nur der Erfolg hatte sich bei ihm noch nicht eingestellt. Er ist ein guter Freund von mir. Es ist sein zweites Jahr und das ist meistens ein schwieriges. Man muss einfach geduldig bleiben und dann kommt auch das Vertrauen zurück.“

SJS@DET: Kasper haut die Scheibe rein

Am 30. Oktober hatte der junge Österreicher sein bis dato letztes Tor erzielen können. Beim 4:3-Auswärtserfolg n.P. gegen die Los Angeles Kings schnürte er einen Doppelpack. Seit dieser Partie gelangen ihm bis zum Freitag gerade einmal drei Assists in 36 Spielen. In seinem Rookie-Jahr 2024/25 waren Kasper 37 Punkte (19 Tore, 18 Assists) in 77 Spielen gelungen.

In Detroit blieben die für den sportlichen Bereich Zuständigen geduldig und gaben ihrem Erstrundenpick (Nr.8) vom NHL Draft 2022 mit durchschnittlich 12:30 Minuten weiterhin zweistellig Eiszeit.

„Man muss Tag für Tag dranbleiben. Aufs Eis gehen und bereit zu sein täglich hart zu arbeiten, im Training und auch in den Spielen. Man muss die kleinen Dinge richtig machen. Videos analysieren, um sich in bestimmten Dingen zu verbessern. Man darf sich nicht aufgeben und darf den Kopf nicht hängen lassen“, erklärt Kasper die Vorgehensweise.

Gegen die Sharks erwischten die Red Wings den besseren Start und nach einem Durchhänger das bessere Ende. Die Gastgeber standen mit einem Mann mehr auf dem Eis als sie, nach einem Querpass von Lucas Raymond, Alex DeBrincat per Onetimer vom linken Bullykreis in der 7. Minute des ersten Drittels 1:0 in Führung schoss. Es war DeBrincats 25. Saisontor und der 50. Scorerpunkt für ihn und Raymond. Zum letzten Mal hatten die Red Wings zwei 50-Punkte-Scorer vor dem 50. Saisonspiel in der Spielzeit 2007/08 mit Henrik Zetterberg und Pavel Datsyuk. Nebenbemerkung am Rande: Damals gewannen die Red Wings im Anschluss zum elften Mal den Stanley Cup.

In der Folgezeit bis in die ersten Minuten des Mittelabschnitts ließen die Red Wings das Spiel entgleiten, mussten zwei Gegentore und einen 1:2-Rückstand wegstecken. Das Vorhaben gelang ihnen, auch Dank Kasper. Er schnappte sich in der neutralen Zone den Puck nach einem Fehlpass von John Klingberg, lief ins Angriffsdrittel, ließ mit einem schönen Move einen Verteidiger der Gäste stehen und sah in der Mitte den freigelaufenen J.T. Compher, der aus kurzer Distanz wenig Mühe hatte Gästetorwart Yaroslav Askarov in der 27. Minute zum 2:2 zu bezwingen.

SJS@DET: Compher gelingt ein Tor

„Ich habe einfach versucht ins Drittel zu kommen, dann hat JT laut gerufen und ich habe ihn gefunden. Das hat sich heute gut angefühlt. Alle sind sie viel gelaufen.“, schildert Kasper die Szene zum Ausgleich.

Die Zeichen auf Sieg der Red Wings, stellte Dylan Larkin mit dem 3:2 in der 45. Minute und Kasper sorgte in der 59. Minute dafür, dass auch tatsächlich nichts mehr anbrennen sollte.

„Es macht immer Spaß, ein Tor zu schießen, besonders nach einer so langen Zeit. Es war ein Empty Netter, aber die zählen genauso, also nehme ich es gerne mit und ich hoffe, dass wir als Mannschaft weiter voranschreiten können“, freute sich Kasper über das Ende seiner Torflaute und blickte bereits nach vorne.

Die anstehenden drei Herausforderungen der Red Wings, die als punktgleicher Tabellenerster der Atlantic Division versuchen werden, die alleinige Führung zu übernehmen, sind in der kommenden Woche auf heimischen Eis am Sonntag die Ottawa Senators (5:00 p.m. ET; 23:00 Uhr MEZ) sowie auswärts am Mittwoch die Toronto Maple Leafs (7:00 p.m. ET; Do 01:00 Uhr MEZ) und am Donnerstag die Minnesota Wild (9:30 p.m. ET; Fr 03:30 Uhr MEZ).

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