Jon Cooper

NHL-Spieler werden im Februar an den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 teilnehmen. Damit stehen seit 2014 erstmals wieder die besten Spieler der Welt auf der Olympischen Bühne. Bis zum Turnier wirft NHL.com/de jeden Mittwoch einen Blick auf die Ereignisse rund um die NHL, die sich auf die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 auswirken könnten.

Kanadas Lightning-Achse für Olympia

Wenn Brandon Hagel im Februar in Mailand für Team Kanada aufs Eis geht, wird sich vieles erstaunlich vertraut anfühlen. Der Stürmer weiß genau, was ihn erwartet, schließlich steht mit Jon Cooper derselbe Trainer an der Bande, der ihn auch bei den Tampa Bay Lightning und beim gewonnenen 4 Nations Face-Off betreut hat. „Selbst im Training muss ich mir kaum Gedanken machen, wo ich sein muss. Ich kenne jede Übung, jedes Detail“, sagte Hagel in der Vorwoche gegenüber NHL.com. „Wenn dein Trainer hinter dir steht, kennt er dich, und du kennst ihn. Dazu kommen Mitspieler aus Tampa, du weißt, wie sie spielen.“

Kanada könnte damit bei Olympia von einer eingespielten Achse profitieren. Neben Hagel gehören auch Anthony Cirelli und Brayden Point zum kanadischen Aufgebot, sofern alle Spieler rechtzeitig fit werden.

Head coach Jon Cooper of Team Canada runs a practice session prior to the 2025 NHL 4 Nations Face-Off at Bell Centre on February 11, 2025 in Montreal, Quebec. (Photo by Andre Ringuette/4NFO/World Cup of Hockey via Getty Images)

Cooper setzt auf mehr als nur Scorerpunkte

Coach Cooper macht keinen Hehl daraus, dass für ihn bei der Kaderzusammenstellung weit mehr zählt als bloße Offensivstatistiken. „Oft schauen die Leute nur auf den Spielbericht und sagen: Gib mir die 20 punktbesten Kanadier oder Schweden und das ist dann das Team“, erklärte der Coach. „Aber es gibt Unterzahl, Überzahl, Fünf-gegen-Fünf, Vier-gegen-Vier. Es gibt so viele Dimensionen dieses Spiels, und nicht jeder kann alles davon spielen.“

Gerade deshalb setzt Cooper auf Spieler wie Cirelli, Hagel und Point. „Es gibt Jungs, die checken, es gibt welche, die den Puck halten können, und es gibt Spieler, die viele Minuten fressen“, sagte er. „Das ist die Kunst und auch der Spaß daran, ein Team zusammenzustellen.“ Aus seiner Sicht bringen die Profis der Lightning genau diese Vielseitigkeit mit.

Eine Erfolgsformel aus Tampa

Der Trainer weiß aus eigener Erfahrung, wie wertvoll dieses Trio sein kann. Cirelli und Point gewannen unter ihm 2020 und 2021 den Stanley Cup, alle drei erreichten 2022 das Stanley Cup Finale und holten zuletzt mit Kanada den Titel beim 4 Nations Face-Off. „Ich weiß, dass ich mich in bestimmten Situationen auf sie verlassen kann, auch gegen Top-Gegner und unter Druck“, betonte Cooper.

Vor allem Cirelli und Hagel sind ein eingespieltes Duo in Unterzahl. Sie standen bereits beim 4-Nationen-Turnier als erste Spieler auf dem Eis und sind auch bei Tampa Bay ein zentraler Bestandteil des Unterzahlspiels, das zu den besten der NHL zählt. Gleichzeitig können beide offensiv Akzente setzen. In dieser Saison spielen sie regelmäßig gemeinsam in einer Reihe, zuletzt sogar an der Seite von Superstar Nikita Kucherov.

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Schneller Start als Schlüssel zum Olympia-Gold

Für die kanadische Auswahl bleibt kaum Zeit, um sich einzuspielen. Nach wenigen Trainingstagen beginnt das Turnier direkt mit dem Auftaktspiel gegen Tschechien, gefolgt von Partien gegen die Schweiz und Frankreich. „Es ist offensichtlich kein langes Turnier“, meinte Cirelli. „Man hat eigentlich keine Zeit, um Chemie aufzubauen. Deshalb ist es riesig, dass es diese Vertrautheit mit ‚Hags‘ gibt. Wir spielen hier zusammen, auch in Unterzahl. Diese Chemie ist schon ein Stück weit da.“

Auch Point sieht darin einen klaren Vorteil. „Wir spielen sehr ähnlich“, erklärte er mit Blick auf Tampa Bay und Team Kanada. „Es gibt nur ein paar kleine Änderungen im System. Im Grunde spielst du einfach das Spiel, das du immer spielst. Das hilft enorm für das Wohlfühlgefühl.“

Sollten alle Spieler gesund bleiben, bringt Kanada damit nicht nur individuelle Klasse, sondern auch vertraute Abläufe und klare Rollen aufs Olympische Eis. In einem kurzen und intensiven Turnier könnte genau dieser Vorsprung den entscheidenden Unterschied machen.

Weitere aktuelle Notizen mit möglichen Auswirkungen auf das Turnier im Februar:

Johansson und Lindholm neu im schwedischen Kader

Team Schweden hat sein Aufgebot für die Winterspiele angepasst. Marcus Johansson (Minnesota Wild) und Hampus Lindholm (Boston Bruins) wurden in den Kader berufen und ersetzen die verletzten Leo Carlsson (Anaheim Ducks) und Jonas Brodin (Wild).

Für Johansson ist es bereits die zweite Olympia-Teilnahme. Der 35-Jährige gewann 2014 in Sotschi Silber und bringt reichlich internationale Erfahrung mit. In der laufenden NHL-Saison kommt der Angreifer auf 35 Scorerpunkte in 49 Spielen (Stand 27.1.) für Minnesota. Wild-Trainer John Hynes lobte insbesondere Johanssons starke Leistungen für Schweden bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.

Lindholm steht erstmals bei Olympischen Spielen auf dem Eis. Der 32-jährige Verteidiger gewann 2018 WM-Gold und steuerte in dieser Saison 17 Punkte in 40 Spielen (Stand 27.1.) für Boston bei. Beide sollen dem schwedischen Team Stabilität und Routine verleihen, nachdem die Ausfälle von Carlsson und Brodin eine kurzfristige Umplanung notwendig gemacht hatten.

Faber und Hughes setzen auf Chemie aus Minnesota

Brock Faber und Quinn Hughes haben sich in kurzer Zeit zu einem der stärksten Verteidigerduos der NHL entwickelt. Diese eingespielte Zusammenarbeit wollen beide nun auch zu den Winterspielen in Mailand mitnehmen, wo sie gemeinsam für Team USA antreten sollen. Gerade bei einem Turnier mit wenig Vorbereitungszeit ist eingespielte Chemie ein entscheidender Faktor.

Seit Hughes’ Wechsel nach Minnesota Mitte Dezember steht er nahezu durchgehend an Fabers Seite. Die Zahlen unterstreichen den Erfolg: Hughes kommt in 22 Spielen auf 26 Punkte, Faber auf 17 Zähler (Stand 27.1.).

Für Faber ist die Vertrautheit ein klarer Vorteil: Die Abstimmung mit Hughes sei „nahezu nahtlos“. Ob das Duo auch bei Olympia zusammenbleibt, entscheidet am Ende Trainer Mike Sullivan. Die Verantwortlichen hoffen jedoch, dass sich die starke NHL-Form auch auf internationaler Bühne fortsetzt.

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