Noch ist die Playoff-Messe für die St. Louis Blues nicht gelesen. Am Freitag konnten sie mit einem 3:2-Overtimeerfolg im heimischen Enterprise Center zwei wichtige Punkte gegen die Edmonton Oilers im Rennen um einen Platz für die Stanley Cup Playoffs der Western Conference einfahren. 

Keinen unerheblichen Anteil an dem Sieg hatte St. Louis' Schweizer Stürmer Pius Suter. Der 29-jährige Zürcher leitete mit dem 1:2-Anschlusstreffer gut 7 1/2 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit die erfolgreiche Aufholjagd der Hausherren ein. Suter führte die Scheibe ins Angriffsdrittel, diese landete bei Jonathan Berggren, der ihn von hinter dem Tor sah und bediente. Aus kurzer Distanz zog der Schweizer ab und ließ Gästetorwart Connor Ingram keine Abwehrchance.

EDM@STL: Suter netzt die Vorlage von Berggren ein

Die Blues hatten nun die Lunte gerochen. Knapp vier Minuten später glich Cam Fowler den Spielstand aus, und Robert Thomas markierte neun Sekunden vor dem Ablauf der fünfminütigen Verlängerung den vielumjubelten Siegtreffer der Blues. Für Thomas, der seinen Punktestreak auf sieben Spiele ausbauen konnte (fünf Tore, sechs Assists), war es das fünfte Overtimetor in seiner Karriere, wodurch er gemeinsam mit Jaden Schwartz und Brett Hull auf dem siebten Platz der ewigen Bestenliste der Blues steht. 

„Ich habe einfach versucht, mich ein wenig freizuspielen und einen Schuss abzugeben, und der war genau am richtigen Ort. Wir fühlen uns offensichtlich gut. Wir spielen selbstbewusst und nutzen unsere Stärken voll aus. Unsere Verteidiger laufen richtig gut, sie schließen sich den Angriffen an und schaffen viele Chancen. Sie machen den ersten Forechecker, und das eröffnet uns Stürmern viel Raum", erklärte der Sieg-Torschütze.

Überhaupt liegen den Blues in diesem Jahr Spiele, die in die Verlängerung gehen. Für sie war es der elfte Overtime-Sieg in der Saison 2025/26. Bereits jetzt sind es nach 2010/11, 2011/12 und 2021/22 die viertmeisten in ihrer Franchise-Geschichte.

EDM@STL: Thomas zum Sieg der Blues in OT

Was ihnen schon länger nicht mehr gelang, war ein Comeback-Sieg nach einem Rückstand von mehreren Toren im dritten Drittel. Dieses Kunststück vollbrachten sie zuletzt am 10. Oktober 2024 beim 5:4 n.V. bei den San Jose Sharks. Es hätte für sie kaum einen besseren Zeitpunkt geben können, um dies zu ändern als am Freitag. 

„Es hat Spaß gemacht. Es lief zwar zu Beginn nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten, aber ich bin stolz auf unsere Jungs. Wir haben weiter gegen eine wirklich gute Mannschaft gekämpft, die die Punkte dringend brauchte und verzweifelt war, und wir haben einfach durchgehalten, ein paar Tore erzielt und hatten dort in der Verlängerung einen großartigen Schuss von ‚Tommer‘, der den Sieg besiegelte. Es war einfach eine rundum gute Leistung von allen, die im Spiel geblieben sind und weiter gekämpft haben“, freute sich Fowler.

Den Blues (27-29-10) fehlen mit 64 Punkten als Zwölfter im Westen bei noch 16 ausstehenden Partien nur fünf Zähler auf den zweiten Wildcard-Platz, den die Los Angeles Kings (27-23-15) innehaben. Überhaupt lässt sie ihre Bilanz in diesem Monat zuversichtlich stimmen. In ihren bisherigen sieben Partien im März nahmen sie 13 von 14 möglichen Punkten mit (6-0-1) und führen in diesem Zeitraum das ligaweite Klassement an.

„Wir sind gerade richtig gut aufeinander eingespielt, sehr selbstbewusst und gewinnen jedes Spiel“, so Thomas.

Des einen Freud, des anderen Leid. Für die Oilers (32-26-9) ist als Dritter der Pacific Division nach der zweiten Niederlage innerhalb von 24 Stunden, der achten aus ihren letzten zwölf Auftritten (4-7-1), der Vorsprung gegenüber den Kings auf vier Punkte geschmolzen. 

„Ich glaube nicht, dass es für uns in den ersten 40 Minuten und im dritten Drittel mit einem komfortablen Vorsprung viel besser hätte laufen können. Sie haben ihr Tor erzielt, und wir sind etwas nervös geworden und haben uns ein wenig zurückgezogen. Natürlich haben sie stark aufgeholt, und es ist bedauerlich, dass es eine hervorragende Auswärtsserie hätte werden können, bei der wir drei von vier Spielen gewonnen hätten, aber die Niederlagen und nur ein Punkt aus den letzten beiden Spielen sind für uns enttäuschend“, ärgerte sich Edmontons Trainer Kris Knoblauch über die magere Ausbeute seiner Mannschaft.

Weitere persönliche Erfolgserlebnisse hatten bei den Oilers Leon Draisaitl mit einem Assist beim 1:0-Führungstreffer im Mittelabschnitt und Kapitän Connor McDavid, der zur Mitte des Schlussdrittels das 2:0 markierte. McDavid fehlen noch zwei Tore bis zur 400-Tore-Marke, und Draisaitl erzielte während seiner Punkteserie von acht Spielen fünf Tore und elf Assists. Zudem konnte der Kölner zum 356. Mal in seiner NHL-Karriere ein Führungstor vorbereiten, womit er unter den aktiven Spielern, die außerhalb Nordamerikas geboren und ausgebildet wurden, den vierten Platz hinter Alex Ovechkin (544), Evgeni Malkin (461) und Anze Kopitar (446) belegt.

Nach vier Auswärtspartien am Stück treten die Oilers am Sonntag wieder zuhause an, wo sie im Rogers Place die Nashville Predators empfangen (8:00 p.m. ET; Mo 1:00 Uhr MEZ). Für die Blues beginnt eine drei Spiele umfassende Kanada-Reise bei den Winnipeg Jets (3:00 p.m. ET; 20:00 Uhr MEZ).

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