Er befindet sich in der letzten Saison seiner Karriere, wird in einigen Wochen in den Ruhestand gehen – und ist noch immer ein absoluter Schlüsselspieler seiner Mannschaft. Anze Kopitar erzielte am Freitag beim 3:2-Auswärtssieg seiner Los Angeles Kings gegen die New York Islanders ein Tor. Der 38-Jährige ist mit 1306 Punkten (448 Tore, 858 Assists) kurz davor, Top-Scorer der Franchise-Historie zu werden. Es fehlt nur noch ein Punkt, um mit Marcel Dionne (550 Tore, 757 Assists – 1.307 Punkte) gleichzuziehen.

„Er ist ganz klar einer der besten Spieler und kann das gesamte Spielfeld abdecken“, lobte Kings-Stürmer Alex Turcotte seinen Mitspieler. „Ich habe so viel gelernt, seitdem ich mit ihm zusammenspiele. Aber ich wusste tatsächlich gar nicht, dass er so nahe (am Franchise-Rekord) dran ist. Das ist echt cool.“

Interimstrainer D.J. Smith ergänzte: „Manchmal ist es so, als hätte man mit ihm noch einen zweiten Trainer an der Spitze. Er ist groß und kräftig und weiß, was er zu tun hat. Er gerät auch in schwierigen Situationen nicht in Panik, er lässt sich den Puck nicht wegnehmen und versteht genau, wie man dieses Spiel spielt. Er ist der Anführer dieser Mannschaft und hat wirklich gut gespielt. Er gibt immer Vollgas.“

Bereits jetzt hat er Dionne übertroffen, was die meisten Auswärtspunkte betrifft. Durch seinen Treffer im Auswärtsspiel gegen die Islanders steht Kopitar bei 608 Punkten (221 Tore, 387 Assists). Dionne, der von 1975 bis 1987 für diese Franchise spielte, kam auf 607 Punkte (262 Tore, 345 Assists).

LAK@NYI: Kopitar versenkt den Rebound

Kings treffen dreifach im ersten Drittel

Die Kings spielten in der UBS Arena der Islanders ein großartiges erstes Drittel. Mit den Treffern von Trevor Moore (4.), Kopitar (14.) und Adrian Kempe (19.) führten die Kalifornier bereits zur ersten Drittelpause mit 3:0. Die Islanders kamen zwar durch zwei Treffer von Emil Heineman (31. und 44.) bis auf 2:3 heran, konnten allerdings nicht den Ausgleich erzielen.

„Ich würde eigentlich nicht behaupten, dass wir einen schlechten Start hatten“, sagte New Yorks Trainer Patrick Roy. „Natürlich haben wir uns in eine schwierige Situation gebracht, indem wir 0:3 zurücklagen. Wir müssen besser ins Spiel kommen, dürfen nicht so viele Pucks verlieren. Aber insgesamt sind wir im Spiel geblieben und waren widerstandsfähig. Wir hatten auch die Chance auf den Ausgleich, aber es sollte heute einfach nicht klappen.“

LAK@NYI: Heineman tippt Schaefers Schuss rein

Playoff-Kampf: L.A. überholt die Sharks

Für die Kings war dies ein wichtiger Sieg, denn sie hatten zuvor nur drei der letzten elf Spiele gewonnen (3-6-2) und lagen damit einen Punkt hinter den San Jose Sharks, die den zweiten Wildcard-Platz für die Stanley-Cup-Playoffs der Western Conference belegen. Mit dem Sieg überholten die Kings die Sharks und sicherten sich diesen Wildcard-Platz.

„Unser Ziel ist es, weiter Druck zu machen und Spiele zu gewinnen, um uns eine Chance auf die Playoffs zu sichern“, sagte Smith und lobte dabei erneut Kopitar: „Er hat maßgeblich dazu beigetragen.“ Smith ist seit dem 1. März Interimstrainer dieser Mannschaft, da zuvor Jim Hiller freigestellt wurde. Unter Smith stehen die Kings bei einer Bilanz von drei Siegen und zwei Niederlagen.  

Positiver Einfluss von Interimstrainer Smith

„Ich glaube, die Jungs haben wieder mehr Selbstvertrauen in unser Spiel“, sagte Kings-Verteidiger Mikey Anderson. „Es ist Mist, wenn ein Trainer entlassen wird, aber manchmal braucht eine Mannschaft so etwas. Ich finde, die Jungs haben insgesamt gut reagiert. Man findet wieder einen Rhythmus, spielt besser, alle sind auf dem Eis und auf der Bank etwas lebhafter. Die Entwicklung ist sehr positiv. Darauf müssen wir einfach aufbauen.“

Smith lobt die Entwicklung der Mannschaft: „Ich glaube, wir fangen an zu glauben, dass wir ein Team sind, das etwas bewegen kann. Wir können den Puck gut kontrollieren. Manche Spieler treffen, die vorher vielleicht noch nicht getroffen haben. Sie blocken Schüsse und spielen mit viel Entschlossenheit.“

Kings setzen Auswärtsreise fort

Die Kings befinden sich auf einem Roadtrip mit fünf Auswärtsspielen und haben nach drei Auswärtsspielen eine Bilanz von 2-0-1. Sie gewannen in der Overtime mit 5:4 bei den Columbus Blue Jackets, unterlagen daraufhin in der Verlängerung mit 1:2 den Boston Bruins, ehe sie nun bei den Islanders gewannen. Am heutigen Samstag (7:00 pm ET, Sonntag 0 Uhr) folgt das Auswärtsspiel bei den New Jersey Devils, ehe sie am Montag bei den New York Rangers antreten.

Gut möglich, dass Kopitar in diesen Spielen zum alleinigen Top-Scorer der Franchise-Historie wird.

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