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Rekordverdächtige Powerplays

Inside the numbers: Colorado Avalanche könnten Überzahl-Bestmarke aufstellen

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Steigende Powerplay-Zahlen

Die Saison 2018/19 zeigt beeindruckende Powerplay-Werte: Vor allem die Colorado Avalanche und Winnipeg Jets sind ganz besonders effizient bei Überzahl und jagen einen 40 Jahre alten NHL-Rekord. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, wie beeindruckend das Powerplay dieser zwei Teams derzeit klickt.

 

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Canadiens halten den PP-Rekord

Den Rekord für das beste Powerplay halten die Montreal Canadiens: In der Saison 1978/79 kamen die Habs zum Ende der Spielzeit auf 31,9 Prozent Erfolgsquote. Die Schallmauer von 30 Prozent zu knacken, gelang seit der Datenerfassung überhaupt erst zwei Teams: Auch die New York Islanders mit 31,4 Prozent in 1977/78 sowie 31,1 Prozent in 1978/79 schafften es in den PP-Olymp. 

Seit mittlerweile 40 Jahren gelang dieses Kunststück Keinem mehr. Im Vorjahr (2017/18) hatten die Pittsburgh Penguins das beste Überzahlspiel mit 26,2 Prozent. Die Saison davor (2018/19) waren es die Buffalo Sabres mit 24,5 Prozent. Und vor drei Jahren (2015/16) landeten die Anaheim Ducks mit 23,1 Prozent ganz vorne. 

2018/19 - die Saison der Powerplayer?

Verglichen mit der laufenden Spielzeit 2018/19 bedeuten diese früheren Top-Werte gerade einmal Mittelmaß und würden für Rang acht, neun und elf reichen. Stattdessen bringen es gleich sieben Teams auf über 25 Prozent Erfolgsquote: Die Washington Capitals (26,8 Prozent), Florida Panthers (27,2 Prozent), Boston Bruins (27,6 Prozent), Tampa Bay Lightning (28,6 Prozent), Toronto Maple Leafs (28,2 Prozent), Winnipeg Jets (29,3 Prozent) und Colorado Avalanche (32,2 Prozent).

Die 30-Prozent-Schallmauer hätte derzeit also Colorado geknackt. Mehr noch: Die Avalanche wären auf Rekordkurs und würden Montreals Bestmarke pulverisieren. Mit Winnipeg und Toronto kratzen sogar zwei weitere Teams an der 30-Prozent-Marke. Die Saison 2018/19 könnte also die Spielzeit der Powerplayer werden.

Video: COL@DET: MacKinnon nutzt schnelles Passspiel im PP

Colorado Avalanche: Landeskog hinter dem Tor

Doch was macht das Überzahlspiel in diesem Jahr so gefährlich? Coloado schickt mit Mikko Rantanen, Nathan MacKinnon und Gabriel Landeskog auch in Überzahl die gefährlichste Sturmreihe der NHL aufs Eis. Im Powerplay agieren die Avalanche im Umbrella (deutsch: "Schirm"). Samuel Girard spielt den Quarterback zentral an der blauen Linie, MacKinnon orientiert sich an die linke Bande, Rantanen gegenüber auf dem rechten Flügel, Colin Wilson ist der Mann im Slot und Landeskog bietet sich hinter dem Tor an. Situativ stechen Landeskog, MacKinnon oder Rantanen zusätzlich in den Slot, um Rebounds zu verwerten und Überzahl vor dem gegnerischen Kasten zu schaffen. 

Eine Taktik, die bislang voll aufging: Rantanen (15 Powerplay-Punkte), MacKinnon (14) und Landeskog (11) bringen es jeweils auf fünf Powerplay-Tore.

 

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Winnipeg Jets: Zwei Mann im Slot

Auch Winnipeg spannt in Überzahl den Schirm auf: Josh Morrissey gibt den Libero, Blake Wheeler spielt rechts außen, Patrik Laine links außen. Vor dem Tor wirbeln Kyle Connor und Mark Scheifele. Während Connor zumeist im Slot zu finden ist, spielt Scheifele etwas versetzt und lauert dahinter im High-Slot. Oft prasseln die Schüsse von außen ein, somit haben die Jets gute Chancen auf Abpraller im Gefahrenbereich.

Individuell sticht bislang Laine mit zehn Powerplay-Treffern heraus. Connor und Scheifele folgen mit jeweils fünf Toren in Überzahl.

Video: CHI@WPG: Laine schnappt sich den Puck und trifft 

Mehr Risiko und Geschwindigkeit

Unterm Strich lässt sich sagen, dass NHL-Mannschaften in der jetzigen Ära in Überzahl mehr ins Risiko gehen. Wurde früher stur mit zwei Verteidigern und drei Stürmern gespielt, bietet mittlerweile fast jeder Klub vier Stürmer und einen Offensivverteidiger auf. Im Trend liegt, einen schussgewaltigen Angreifer mit an die blaue Linie zu stellen. Auch das Umbrella-System wird aufgrund der Variabilität immer beliebter. Im Vergleich zu früher ist das Spiel an sich schneller und athletischer geworden, was gerade in Unterzahl noch erschöpfender für die Penalty Killer ist. Alle in Überzahl aufgestellten Spieler haben exzellente Offensiv-Fähigkeiten und sind sowohl gute Passgeber als auch gute Schützen. Manche Teams haben auch einen "Go-To-Guy"in ihren Reihen, also einen Spieler, der ganz besonders gerne gesucht wird, um am Ende einer Kombinationskette den Abzug zu drücken. Als Paradebeispiel hierfür gilt Alex Ovechkin von den Washington Capitals (sieben Tore, vier Assists im Powerplay).

Die besten Überzahl-Torjäger heißen Laine (zehn Treffer), David Pastrnak (neun) und Brayden Point (Tampa Bay Lightning, neun). Die besten Vorbereiter sind Wheeler (16 Assists), Keith Yandle (New York Rangers, 14) und John Carlson (Washington Capitals, 13). Yandle ist zusammen mit Nikita Kucherov (Tampa Bay Lightning, 17 Scorerpunkte) auch der derzeitige Powerplay-Top-Scorer.

Colorado auf Rekord-Kurs

Nach einem Drittel der Saison deutet vieles daraufhin hin, dass Colorado und Winnipeg die 30-Prozent-Marke erreichen und damit einem exklusiven Klub beitreten könnten. Den Avalanche winkt gar ein neuer NHL-Rekord - 90-mal spielten die Avs in dieser Saison in Überzahl und erzielten dabei 29 Tore!

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