Matthew Tkachuk #19 of the Florida Panthers skates the ice during warm ups prior to their game against the Toronto Maple Leafs in Game Six of the Second Round of the 2025 Stanley Cup Playoffs at the Amerant Bank Arena on May 16, 2025 in Sunrise, Florida. (Photo by Eliot J. Schechter/NHLI via Getty Images)

NHL-Spieler werden im Februar an den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 teilnehmen. Damit stehen seit 2014 erstmals wieder die besten Spieler der Welt auf der Olympischen Bühne. Bis zum Turnier wirft NHL.com/de jeden Mittwoch einen Blick auf die Ereignisse rund um die NHL, die sich auf die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 auswirken könnten.

Olympia 2026 als innerer Antrieb für Floridas Tkachuk

Der Gang durch die Hockey Hall of Fame wurde für Matthew Tkachuk zu einem Moment der Reflexion. Zwei nebeneinander stehende Vitrinen erzählten gegensätzliche Geschichten - Triumph und Enttäuschung -, doch in seinen Gedanken stand vor allem die Zukunft im Mittelpunkt, wie er dem NHL.com-Kollegen Mike Zeisberger kürzlich berichtete: die Olympischen Winterspiele im Februar in Italien.

Besonders der Ausstellungsteil rund um das 4 Nations Face-Off im vergangenen Februar ließ alte Wunden wieder aufbrechen. Das großformatige Bild von Connor McDavid, der nach seinem Overtime-Siegtor gegen Team USA jubelt, ist für Tkachuk alles andere als ein angenehmer Anblick. Die 2:3-Niederlage mit der US-Auswahl gegen Kanada in Boston schmerzt ihn noch immer. „Natürlich ist das nicht das Schönste, was man sehen kann“, sagte er. Gleichzeitig ist genau diese Erinnerung zur treibenden Kraft geworden. Die Enttäuschung hat seinen Hunger auf Revanche - und auf Olympisches Gold - weiter angefacht.

Dass Tkachuk, der in der NHL für die Florida Panthers spielt, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Brady bereits zu den ersten sechs nominierten Spielern für Team USA gehörte, unterstreicht seine Schlüsselrolle. Ein Goldmedaillengewinn in Italien wäre für ihn mehr als ein weiterer Titel. Es wäre ein historischer Moment für das amerikanische Eishockey. „Das Ziel wäre, hier irgendwann einen weiteren Schrein für USA Hockey zu sehen“, sagte Tkachuk mit Blick auf die Hall of Fame.

Ein Rückblick auf die schönsten Tore von Tkachuk in der regulären Saison

Wettlauf gegen die Zeit - mit Rückenwind aus der Vergangenheit

Der Weg zu Olympia ist jedoch kein geradliniger. Tkachuk hat die bisherige NHL-Saison komplett verpasst, nachdem er sich im August einer Operation wegen eines Adduktorenrisses und einer Sportlerhernie unterziehen musste. Kürzlich absolvierte er erstmals wieder ein volles Training ohne No-Contact-Trikot. Das war ein wichtiger Schritt, aber noch keine Rückkehr in den Spielbetrieb. Panthers-Trainer Paul Maurice betonte, dass man vorsichtig vorgehe. Entscheidend sei, wie Tkachuk Belastung, Erholung und erneute Belastung verkrafte.

Bis zum Start des Olympischen Eishockeyturniers am 11. Februar bleiben ihm noch rund vier Wochen, um in Form zu kommen. Jeder Tag ist Teil eines Wettlaufs gegen die Zeit, bei dem nichts überstürzt werden soll, aber auch nichts dem Zufall überlassen wird.

Fast kontrastierend wirkt daneben die Erinnerung an den zweiten Stanley Cup in Folge mit den Panthers. In der Hall of Fame erinnert eine Vitrine an diesen Triumph, ergänzt durch den prunkvollen Meisterring von 2025. „Das weckt einfach schöne Erinnerungen“, gab Tkachuk gegenüber NHL.com in der Vorwoche zu Protokoll. Zwei Titel in Serie bilden das Fundament seines Selbstverständnisses. Sie geben ihm die notwendige Sicherheit und das Selbstvertrauen.

Doch so wertvoll diese Erfolge auch sind: Der Blick richtet sich nach vorn. Ein Stanley Cup macht zur NHL-Legende. Olympisches Gold hingegen würde Tkachuk in eine noch größere, internationale Dimension heben. Genau darauf ist in diesen Wochen alles ausgerichtet, wie er betont.

Weitere aktuelle Notizen mit möglichen Auswirkungen auf das Turnier im Februar:

Finnland will trotz Barkov-Ausfall glänzen

Die Auswahl Finnlands für das Olympische Turnier orientiert sich stark am Team des 4 Nations Face-off im vergangenen Februar, muss jedoch auf Kapitän Aleksander Barkov verzichten, der wegen einer Knieverletzung die gesamte reguläre Saison ausfällt.

„Niemand kann Barkov ersetzen, aber wir haben viele unterschiedliche Führungsspieler - auf dem Eis und in der Kabine“, gab sich General Manager Jere Lehtinen trotz allem optimistisch. Diese Verantwortung sollen unter anderem Eeli Tolvanen, Oliver Kapanen und Joel Kiviranta übernehmen, die neu in den Kader rückten.

Trainer Antti Pennanen betonte seinerseits die große Erfahrung seiner Mannschaft. „Wir haben viele Spieler, die unterschiedliche Rollen übernehmen können, große Verteidiger, einen der besten Defensivspieler der Welt in Miro Heiskanen und starke Torhüter. Team Finnland strebt immer nach einer Medaille, egal bei welchem Turnier“, so Pennanen selbstbewusst.

FLA@MTL: Kapanen schlägt den Puck aus der Luft ins Tor

Guerin erklärt Kaderzusammenstellung beim US-Team

Die Entscheidung von USA-Hockey, zahlreiche punktbeste amerikanische NHL-Spieler, wie etwa Jason Robertson (27-28-55 aus 47 Einsätzen, Stand 13.1.) von den Dallas Stars, und Alex DeBrincat (24-25-49 aus 48 Spielen, Stand 13.1.) von den Detroit Red Wings, nicht für die Olympischen Winterspiele 2026 zu nominieren, sorgt weiter für Diskussionen. General Manager Bill Guerin verteidigte den Kurs deutlich. „Diese Jungs sind alles großartige Spieler, das verstehe ich“, sagte Guerin. „Aber wir müssen ein Team zusammenstellen. Wenn wir das nur nach Statistiken machen würden, bräuchte man keinen General Manager und keinen Trainer.“

Guerin betonte, dass es bei der Kaderplanung nicht um individuelle Zahlen gehe, sondern um Rollen, Chemie und Belastbarkeit in einem Best-on-Best-Turnier. „Wir müssen Rollen besetzen. Es gibt bestimmte Verantwortlichkeiten, die wir über alle Reihen hinweg brauchen. Dafür benötigen wir Spieler, die in genau diesen Bereichen elitär sind.“

Besonders positiv bewertete er die Erfahrungen aus dem Vier-Nationen-Turnier im Februar 2025. „Die Chemie war für mich das Wichtigste. Sie hat es den Jungs ermöglicht, so zu spielen, wie sie es getan haben“, erklärte Guerin. Am Ende gehe es nicht um Namen, sondern um ein funktionierendes Team. Am Ende wird er, wie immer im Sport, am Erfolg der von ihm geformten Mannschaft gemessen werden.

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