Anaheim Ducks celebrate their victory against the Dallas Stars at Honda Center on January 13, 2026 in Anaheim, California. (Photo by Debora Robinson/NHLI via Getty Images)

Die Anaheim Ducks sind das beste Beispiel dafür, wie schnelllebig Eishockey sein kann. Bis zum 22. Dezember waren die Kalifornier die große Überraschungsmannschaft der NHL. Die Mannschaft, die zuvor sieben Spielzeiten in Folge die Playoffs verpasst hatte, lieferte spektakuläre Spiele ab und führte die Pacific Division an - zwei Punkte vor den Vegas Golden Knights.

Was dann allerdings folgte, war ein völlig überraschender Leistungseinbruch. Neun Spiele in Folge wurden verloren. Die Ducks fielen auf den sechsten Platz der Pacific Division, neun Punkte hinter dem Tabellenführer Vegas. Die Offensive, die bis dahin so treffsicher erschien, bekam während der Niederlagenserie nur noch 2,44 Tore je Spiel zustande. Ebenso schlecht lief es in der Defensive: Bei den jüngsten fünf Niederlagen kassierte die Mannschaft jeweils fünf Gegentore.

Ducks gewinnen Spiele, „wenn wir richtig spielen“

Umso größer die Erleichterung, dass dieser unerklärliche Negativlauf am Dienstag ein Ende fand. Mit 3:1 wurden die Dallas Stars vor heimischem Publikum besiegt. Chris Kreider (24.), Beckett Sennecke (53.) und Jacob Trouba (60, EN) erzielten die Tore. Der einzige Gegentreffer durch Roope Hintz ereignete sich erst gut zwei Minuten vor Spielende, als die Texaner bereits ihren Torwart aus dem Spiel genommen hatten.

„Wir wollten diese Niederlage nicht hinnehmen und auf zehn Spiele in Folge kommen“, sagte der Flügelstürmer Beckett Sennecke über die Negativserie. „Wir sind super motiviert, endlich wieder zu gewinnen und hoffentlich jetzt eine Siegesserie zu starten.“ Torwart Lukas Dostal ergänzte: „Wenn wir richtig spielen, erzielen wir die Ergebnisse. Das hat lange gedauert. Hoffentlich sind die dunklen Zeiten vorbei und wir können auf diesem Sieg aufbauen.“

DAL@ANA: Sennecke trifft mit der Rückhand aus der Nahdistanz und fällt dann auf die Knie

Plan von Trainer Quenneville perfekt umgesetzt

Trainer Joel Quenneville tat es gut, endlich mal wieder ein positives Ergebnis kommentieren zu dürfen. „Mir hat das Spiel von Anfang bis Ende sehr gut gefallen - ein komplett guter Auftritt. Wir hatten heute richtig Tempo in unserem Spiel. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, wir hatten viel Zeit mit der Scheibe, wir hatten viel Zeit in der Angriffszone“, sagte er.

„Im Grunde wollten wir genau so ein Spiel heute zeigen. Man hätte es nicht besser planen oder sich einen größeren Einsatz wünschen können. Die Jungs haben wirklich zusammengehalten uns auf schwierige Weise diese zwei wichtigen Punkte geholt - gegen alle Widerstände.“

Der Übungsleiter erklärte, dass seine Mannschaft sich an die aktuellen Gegebenheiten anpassen müsse: „Wir müssen uns darauf konzentrieren, auch in Zukunft so zu spielen, denn die Liga ist anders als zu Beginn, als wir sehr erfolgreich waren und viele Tore geschossen haben. Man muss über die kompletten 60 Minuten hart spielen. Priorität hat die Defensive. Tore ergeben sich dann von selbst.“

Anaheim ist auch ohne die Top-Scorer erfolgreich

Der Sieg gegen Dallas war besonders beachtlich, weil die drei Top-Scorer der laufenden Saison fehlten. Leo Carlsson war aufgrund einer Unterkörperverletzung nicht einsatzfähig, Cutter Gauthier fehlte krankheitsbedingt, und Troy Terry verpasste wegen einer Oberkörperverletzung sein drittes Spiel in Folge. Alle drei Spieler dürften sehr zeitnah wieder zum Einsatz kommen.

Und doch dürfte der Mannschaft die Erkenntnis guttun, nicht von einzelnen Akteuren abhängig zu sein. „Wenn man sieht, dass diese Jungs nicht im Lineup stehen, muss man einfach noch mal zehn Prozent mehr geben. Und das hat jeder getan“, erklärte Sennecke. Zudem agierte die Mannschaft taktisch sehr clever.

„Wir wussten, dass sie zwei Spiele hintereinander hatten“, sagte Sennecke über die Stars, die am Tag zuvor mit 3:1 gegen die Los Angeles Kings gewannen. „Also wollten wir die Pucks hinter ihre Abwehr bringen, aggressiv forechecken und es ihrer Verteidigung schwer machen. Ich denke, das haben wir gut gemacht. Sie haben die Pucks immer wieder verloren, und wir haben daraus Torchancen generiert.“

Nun gilt es, auf diese starke Leistung anzuknüpfen und möglicherweise zur alten Form zurückzufinden. „Hoffentlich legen wir jetzt einen Lauf hin und gewinnen ein paar Spiele in Folge, um wieder voll da zu sein“, sagt Sennecke.

Ducks blicken vielen Division-Duellen entgegen

Das nächste Spiel findet am Freitag (10:30 p.m. ET; Sa., 4:30 Uhr MEZ) beim Division-Konkurrenten Los Angeles Kings statt. Nur einen Tag später kommt es zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem Lokal-Rivalen, deren Arenen nur rund 30 Autominuten voneinander entfernt sind.

Überhaupt treffen die Ducks in acht der kommenden zehn Spielen, die noch vor den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 stattfinden, auf Division-Rivalen. In diesem Spielen wären Siege besonders wichtig.

„Ich denke, da es sich ja um Division-Spiele handelt, müssen wir sicherstellen, dass wir besonders konzentriert spielen“, sagte Sennecke. „Ich denke, wir haben einen schönen Spielplan mit Heim- und Auswärtsspielen vor uns. Wir müssen einfach konzentriert bleiben und gewinnen.“

Kurzum: Sie müssen wieder dauerhaft so funktionieren, wie sie es bis zum 22. Dezember taten.

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