Marty Walsh

Da die Saison 2026/27 der National Hockey League mit großen Schritten näher rückt, hat sich NHL.com/de mit Marty Walsh, dem Geschäftsführer der Spielergewerkschaft NHLPA, zusammengesetzt, um seine Gedanken zur aktuellen Lage des Sports und zu den internationalen Perspektiven zu erfahren.

Hallo, Herr Walsh! Die NHL schaut regelmäßig in Europa vorbei. Warum ist dieser Markt so wichtig?

Viele NHL-Spieler kommen aus Europa. Es liegt aber auch daran, dass Eishockey dort ein beliebter Sport ist. Wir können den Sport und die NHL dort größer machen. Es geht nicht nur ums Geschäftliche für die Liga, Teams und Spieler, sondern auch darum, den Spielern Chancen zu ermöglichen. Wir haben einen großen Markt in Kanada und in den USA. Diesen auch in Europa zu etablieren, ist der logische nächste Schritt.

Wie sehr schätzen die Spieler Events wie die Global Series?

Sie lieben es. Sie lieben es wirklich. Sie sind nur ein paar Tage vor Ort, unternehmen aber auch viel neben dem Eis. Einerseits höre immer wieder die Frage von Spielern, wann ihr Team mit Global Series Spielen an der Reihe ist. Andererseits habe ich noch von niemanden gehört, dass er das nicht machen möchte. Die Spieler lieben es und genießen diese Erfahrung.

Wie haben Sie die aktive Offseason erlebt?

Viele Leute haben lange auf so viel Aktivität gewartet. Die Gehaltsobergrenze ist gestiegen, was sich in den nächsten Jahren fortführen wird. Es ist wichtig für das Wachstum des Sports, dass auch die Gehälter ansteigen. Das gibt unseren Spielern mehr Möglichkeiten.

Mit Leon Draisaitl in Köln und JJ Peterka in München spielen in der Saison 2027/28 zwei NHL-Spieler in ihrer Heimatstadt. Was haben Sie schon von der Begeisterung mitbekommen?

Sie freuen sich sehr darauf. Es ist aber auch spannend für ihre Teamkollegen, denn sie kommen auch mit und dürfen das erleben. Es ist auch überragend für sie. Auch für die Fans wird es großartig werden, wenn die Helden ihrer Stadt nach Hause kommen. Es gibt Vorfreude überall - das ist fantastisch.

Leon Draisaitl spricht im Interview mit Sky Sport über die Global Series 2027 in Köln

Was ist die Vision der Liga und der Spielergewerkschaft für den deutschen Markt?

Deutschland ist ein Markt, auf den wir uns stark konzentrieren. Es gibt hier viele Möglichkeiten. Sowohl die Liga als auch wir von der Spielergewerkschaft haben viele

Gespräche und Meetings. Die Vorfreude auf diese Reise nach Deutschland ist größer als je zuvor. Wir glauben, dass sie wichtig sein wird, um den Eishockey-Sport beliebter zu machen.

Welche Rolle spielt die NHLPA bei der Ernennung der Teams für den World Cup of Hockey in der nächsten Saison?

50:50 - wir teilen uns diese Verantwortung gleichmäßig auf. Es gibt wirklich schwierige Entscheidungen zu treffen. Der europäische Standpunkt könnte anders sein als der amerikanische, was die Teilnahme von Russland angeht. Wir müssen berücksichtigen, wie sich die Regierungen verhalten.

Was halten Sie vom neuen All-Star Format?

Als wir das 4 Nations Face-Off veranstaltet haben, dachten viele, dass es das All-Star Game ersetzen würde. Das ist aber nicht so. Es ist wichtig, kreativ zu sein - und ich denke, dass wir es hier waren. Wir werden sehen, dass wir das All-Star Game interessant und spannend gestalten. Das Wichtigste ist, dass sich die Spieler darauf freuen - dann werden die Fans es ganz automatisch tun.

In wie fern sind internationale Vergleiche für die Spieler das Salz in der Suppe?

Keine Frage, da muss man sich nur das Spiel um die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen ansehen. Es war so eng. Schon im Viertelfinale war es sehr knapp, viele Spiele wurden nur mit einem Tor Unterschied entschieden. Es war ein so enger Wettkampf. In Sachen Talent sind die Mannschaften viel enger zusammengerückt.

Auf was dürfen sich die Fans in Europa in den nächsten Jahren freuen?

Wir wollen den Sport insgesamt viel größer machen, das betrifft auch die Ligen in Deutschland, der Schweiz und Schweden. Wir wollen mehr Fans zu den Spielen bringen. Mehr Leute sollen NHL sehen, wenn die Besten gegen die Besten spielen. Es soll die Möglichkeiten für alle Eishockey-Fans erweitern.

Ab der kommenden NHL-Saison 2026/27 wird es 84 statt 82 Spiele in der regulären Saison geben. Was wird sich dadurch verändern?

Das kann ich noch nicht beantworten. Fragt mich das in ein paar Jahren noch einmal.

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