Peterka sees BOS as good fit

Der Wechsel kam für ihn am Freitag völlig unerwartet – doch inzwischen überwiegt die Vorfreude. Bei seiner ersten Pressekonferenz als Spieler der Boston Bruins sprach JJ Peterka am Samstag offen über den überraschenden Trade von den Utah Mammoth, seine Enttäuschung über die vergangene Saison und die Hoffnungen, die er mit seinem Neustart bei einem der traditionsreichsten NHL-Klubs verbindet.

Dabei wurde schnell deutlich: Neben den sportlichen Perspektiven spielen auch die deutschen Verbindungen innerhalb der Organisation für den 24-Jährigen eine wichtige Rolle.

Überraschender Anruf und die Chance auf einen Neustart

Dass Peterka künftig das Trikot der Bruins tragen würde, erfuhr er mitten in der Nacht in seiner Heimat München. Mit einem Anruf seines Beraters hatte er kurz vor dem NHL Draft überhaupt nicht gerechnet.

„Ehrlich gesagt war ich total überrascht. Ich bekam den Anruf direkt vor dem Draft. Hier war es fast ein Uhr nachts. Das war für mich eine riesige Überraschung“, berichtete der deutsche Nationalspieler.

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In Boston sieht Peterka nun die Gelegenheit, nach einer für ihn persönlich enttäuschenden Saison wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Zwar erzielte er für Utah in allen 82 Hauptrundenspielen 25 Tore und 47 Punkte, blieb jedoch hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Ein Jahr zuvor hatte er für die Buffalo Sabres mit 68 Punkten noch seine bislang beste NHL-Saison gespielt.

„Ich war mit der Art und Weise, wie ich gespielt habe, überhaupt nicht zufrieden. Ich glaube, dass ich deutlich mehr zu bieten habe als das, was ich gezeigt habe. Deshalb freue ich mich riesig auf diese Chance in Boston. Ich denke, das wird hervorragend zu mir passen.“

Auch Bruins-General-Manager Don Sweeney ist überzeugt, dass Peterka in einem neuen Umfeld wieder sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Er verwies darauf, dass Spieler nach einem Wechsel häufig noch einmal einen deutlichen Entwicklungsschritt machen. Entscheidend sei nun, den Flügelstürmer in den richtigen Situationen einzusetzen und ihm wieder mehr offensive Verantwortung zu übertragen.

Deutsche Verbindungen sorgen für großes Vertrauen

Ein wesentlicher Grund für Peterkas Optimismus ist das Umfeld, das ihn in Boston erwartet. Mit Marco Sturm steht erstmals ein deutscher Cheftrainer hinter der Bruins-Bande. Hinzu kommt Assistenztrainer Matt McIlvane, den Peterka bereits aus gemeinsamen Zeiten unter anderem bei der deutschen Nationalmannschaft kennt.

„Ich habe in der Vergangenheit gesehen, wie wichtig eine gute Beziehung zum Trainer sein kann. Dass ich jetzt zu einem deutschen Coach komme und mit einem Assistenztrainer arbeite, der mich schon in jungen Jahren trainiert hat, macht die Sache besonders spannend.“

Sturm

Vor allem das Wiedersehen mit McIlvane erfüllt ihn mit großer Vorfreude.

„Es war schon etwas Besonderes, mit Marco auf Deutsch zu sprechen. Er hat mir gesagt, wie sehr er sich freut. Mir geht es genauso. Und mit Matt verbindet mich ohnehin eine lange Geschichte. Es war immer unser Traum, irgendwann wieder gemeinsam in der NHL zu arbeiten. Seit er mich damals trainiert hat, hatten wir immer ein sehr gutes Verhältnis. Das wird großartig.“

Auch außerhalb des Trainerstabs wird Peterka auf vertraute Gesichter treffen. Mit Landsmann Lukas Reichel spielte er bereits mehrfach für die deutsche Nationalmannschaft. Nach Bekanntwerden des Trades versuchte Peterka seinen Freund noch in der Nacht anzurufen – vergeblich, weil dieser bereits schlief. Umso größer war die Freude am nächsten Morgen, als beide miteinander sprechen konnten und sich auf das erneute Zusammenspiel freuen konnten.

Boston sieht in Peterka den perfekten Baustein

Für Sweeney passt Peterka exakt in das Profil, das Boston in diesem Sommer gesucht hat. Bereits vor dem Draft hatte der General Manager angekündigt, die Mannschaft schneller, variabler und offensiv gefährlicher machen zu wollen. Genau diese Eigenschaften bringt der deutsche Nationalspieler aus seiner Sicht mit.

Sweeney lobte insbesondere Peterkas Geschwindigkeit, seine technische Qualität und seinen „Elite-Schuss“. Zudem könne der Angreifer auf beiden Außenbahnen eingesetzt werden, verschiedene Center ergänzen und sowohl im Powerplay als auch im Fünf-gegen-Fünf-Spiel zusätzliche Gefahr erzeugen. Gleichzeitig passe der 24-Jährige altersmäßig ideal zwischen den etablierten Leistungsträgern und den jungen Talenten der Bruins.

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Peterka selbst beschreibt seine Stärken ähnlich selbstbewusst.

„Wenn ich mein bestes Eishockey spiele, dann kann ich von praktisch überall Tore schießen. Ich kreiere Chancen, mache viele Spielzüge und kann ein Spiel übernehmen. Das ist das, was ich auf höchstem Niveau einbringen kann. Im Moment geht es vor allem darum, mein Selbstvertrauen zurückzubekommen und mein Spiel wieder auf das Niveau zu bringen, das ich erreichen kann.“

Gerade im Powerplay dürfte ihm in Boston wieder eine größere Rolle zukommen als zuletzt in Utah, wo er aufgrund des tiefer besetzten Kaders weniger Eiszeit in Überzahl erhielt. Auch darin sehen die Bruins erhebliches Entwicklungspotenzial.

Die Aussicht auf eine Reihe mit Pastrnak

Besonders reizvoll erscheint für Peterka die Möglichkeit, künftig an der Seite von David Pastrnak aufzulaufen. Der tschechische Superstar zählt seit Jahren zu den gefährlichsten Offensivspielern der NHL.

„Das wäre eine riesige Ehre. Gegen ihn zu spielen war immer unglaublich schwer und ihn zu beobachten hat immer Spaß gemacht. Die Möglichkeit, einmal mit ihm zusammenzuspielen, wäre wirklich etwas Besonderes.“

Auch Sweeney kann sich verschiedene Rollen für seinen Neuzugang vorstellen. Peterka könne sowohl eine eigene Angriffsreihe tragen als auch neben einem Ausnahmespieler wie Pastrnak für zusätzliche Dynamik sorgen. Seine Vielseitigkeit mache ihn zu einem wichtigen Bestandteil der künftigen Bruins-Offensive.

Für Peterka beginnt damit ein neues Kapitel seiner NHL-Karriere. Nach vier Jahren in Buffalo, einer durchwachsenen Saison in Utah und einem überraschenden Trade sieht er in Boston genau die Chance, auf die er gehofft hatte: einen sportlichen Neustart in einem traditionsreichen Original-Six-Klub, vertraute Gesichter im Trainerstab und die Möglichkeit, wieder das offensive Niveau zu erreichen, das ihn einst zu einem der vielversprechendsten deutschen NHL-Spieler machte.