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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2025/26 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse und einem Beitrag mit drei zentralen Fragen, mit denen sich die Mannschaften auseinandersetzen müssen.

In dieser Ausgabe: Drei Fragen bei den Buffalo Sabres

1. Kann Torhüter Lyon den Erwartungen gerecht werden?

Einer der großen Schwachpunkte der Buffalo Sabres war in der Saison 2024/25 die Besetzung der Torhüterposition. Das Team lag mit 289 Gegentoren in 82 Hauptrundenspielen auf Platz 29, was natürlich nicht nur, aber auch an den Goalies lag.

Ukko-Pekka Luukkonen war Stammtorhüter des Teams und kam auf eine Bilanz von 24-24-5 bei einem Gegentorschnitt von 3,20 sowie einer Fangquote von 88,7 Prozent – keine Zahlen, die einem Team helfen, in die Stanley Cup Playoffs einzuziehen. James Reimer, der im Laufe der Saison per Trade von den Anaheim Ducks kam und zum Saisonende Free Agent wurde, brachte es immerhin auf eine Bilanz von 10-8-2 bei einem Gegentorschnitt von 2,90 und einer Fangquote von 90,1 Prozent. Mit 37 Jahren war jedoch nicht zu erwarten, dass er Teil der langfristigen Planung sein würde.

Auch Devon Levi kam in der NHL zum Einsatz, zeigte dabei allerdings schwache Leistungen: 2-7-0, Gegentorschnitt 4,12 und Fangquote 87,2 Prozent.

In der Offseason reagierte das Team und holte Alex Lyon nach Buffalo, um die Lücke im Tor bestmöglich zu schließen. Lyon schaffte den Sprung in die NHL bei den Philadelphia Flyers und spielte anschließend für die Carolina Hurricanes, Florida Panthers und Detroit Red Wings. Der 32-Jährige hat sich als verlässlicher NHL-Torhüter etabliert: In 113 Spielen kommt er auf eine Bilanz von 51-38-11, einen Gegentorschnitt von 2,99 und eine Fangquote von 90,2 Prozent.

Zuletzt war er Stammtorwart der Red Wings und wird sich in Buffalo mit Luukkonen um den Platz im Tor duellieren. Zwar ist Lyon kein Torwart vom Kaliber eines Ryan Miller oder Dominik Hasek, wie sie einst das Tor der Sabres hüteten, doch er ist ein solider Rückhalt, der Spiele gewinnen kann, wenn es darauf ankommt. Für ein Team, das wieder an die Spitze zurückkehren will, war die Verpflichtung eines stabilen Goalies ein wichtiger Schritt. Die Frage ist nun, ob Lyon dieser Herausforderung auch gewachsen ist.

Alex Lyon

2. Kann der Schwung des Saisonendspurts in die Saison 2025/26 mitgenommen werden?

Auch wenn die Stanley Cup Playoffs im Frühjahr 2025 erneut klar verpasst wurden, zeigte die vergangene Saison einige Phasen, in denen die Sabres bewiesen, dass sie durchaus das Potenzial haben, weiter oben mitzuspielen – sofern sie Konstanz auf das Eis bringen. Diese Erkenntnis nährt die Hoffnung auf eine erfolgreichere Spielzeit 2025/26.

Nach einem schwachen 0-3-0-Start brachte es das Team in den darauffolgenden 18 Spielen auf eine starke Bilanz von 11-6-1. Buffalo gewann zudem zwölf seiner letzten 20 Partien, darunter fünf in Folge – die längste Siegesserie seit über zwei Jahren.

„Wir sind besser geworden“, stellte Abwehrchef Rasmus Dahlin fest, der in seiner ersten Saison als Kapitän eine positive Entwicklung erkannte – trotz der erneut enttäuschenden Punktausbeute. „Wir haben die richtigen Schritte gemacht und Abend für Abend solide gespielt. Unser Spiel ist reifer geworden. Ich bin überzeugt, dass wir darauf für die kommende Saison aufbauen können.“

VGK@BUF: Dahlin hämmert einen Schlagschuss bei nur noch 13,6 Sekunden ins Tor

Die Resultate untermauern diese Einschätzung: Auch wenn die Sabres letztlich erneut früh aus dem Playoff-Rennen ausschieden, traten sie in den letzten 20 Spielen deutlich entschlossener auf.

Nun, wie Dahlin und andere Führungsspieler betonten, besteht die Herausforderung darin, den Schwung in die neue Saison mitzunehmen. „Ich denke, das ist es, was man versucht, wenn die Saison insgesamt nicht erfolgreich war – dass man aus jedem Spiel etwas mitnimmt“, sagte Tage Thompson. „Man lernt aus Rückschlägen und aus den Erfahrungen, die man sammelt. Daran wächst man. Wenn man nichts daraus mitnimmt, hat man nichts gewonnen.“

Schon in wenigen Wochen wird sich zeigen, wie gut dieses Vorhaben gelingt.

3. Ist Kesselring für die Sabres eine größere Verstärkung als viele glauben?

Auf dem Papier wirkte die Gegenleistung für JJ Peterka, die die Sabres im Trade mit den Utah Mammoth erhielten, nicht gerade spektakulär. Doch mit dem rechtsschießenden Verteidiger Michael Kesselring, der Teil des Deals war, könnten sie ein beachtliches Problem in der Defensive gelöst haben.

Die Hoffnung der Sabres ist, dass der 25-Jährige künftig gut mit Owen Power harmonieren wird – einem talentierten Verteidiger, der bislang mit vielen verschiedenen Partnern aufs Eis musste. Ein defensiv stabiler Rechtshänder an Powers Seite wäre in der Theorie jedenfalls eine deutliche Verstärkung.

Kesselrings Statistiken (sieben Tore und 22 Assists in 82 Hauptrundenspielen für Utah in 2024/25) waren in den letzten beiden Spielzeiten überzeugend, und er erhielt in der vergangenen Saison mit durchschnittlich 17:41 Minuten pro Partie konstante Eiszeit.

UTA@BUF: Kesselring gleicht das Spiel mit einem schönen Schuss auf 1:1 aus

Vieles von dem, was Power in der Defensive leistet, ist ausgezeichnet – etwa wie er mit seinem Schläger die Wege der Gegner zustellt oder mit seiner Reichweite Räume eng macht. Diese Qualitäten sind allerdings oft nur im Detail zu erkennen. Seine Offensivstatistiken hinken denen von Rasmus Dahlin hinterher, weshalb er – teils zu Unrecht – schwächer eingeschätzt wird, zumal er nicht besonders körperbetont spielt.

Wenn Kesselring sich als fester Partner an seiner Seite etabliert und dazu beiträgt, Powers Potenzial voll zur Entfaltung zu bringen, könnte der Verlust von Peterka bald schon in den Hintergrund treten. Denn dann hätten die Sabres von der blauen Linie aus deutlich mehr Kontrolle über das Spiel.

So zumindest lautet die Hoffnung der Verantwortlichen. Kesselring wird jede Gelegenheit bekommen, sich zu beweisen – und angesichts seiner Entwicklung in Arizona und zuletzt in Utah könnten die Sabres-Fans mit diesem Transfer künftig noch sehr zufrieden sein.

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