Staal 06 09 26

Die Carolina Hurricanes haben Spiel 4 des Stanley Cup Finales 2026 am Dienstagabend in der T-Mobile Arena mit 5:3 gegen die Vegas Golden Knights gewonnen. Damit steht es in der Best-of-7-Serie 2:2.

„Es ist ein wilder Ritt oder nicht?“, stellte Hurricanes-Stürmer Jordan Staal eine rhetorische Frage. „Es gibt so viele Emotionen, so viele Aufs und Abs.

Aufstellung: Ein Bussi bitte - Carolina wechselt den Starter

Vegas-Trainer John Tortorella sah nach dem wilden 5:4-Sieg n.2.V. keinen Grund für personelle Wechsel. Im Tor startete Carter Hart (23 Saves, 85,2 Prozent Fangquote).

Carolinas Headcoach Rod Brind‘Amour hatte vor Spiel 4 gepokert, wer sein Starter sein würde. Die Wahl fiel auf Brandon Bussi (18 Saves, 85,7 Prozent Fangquote), der seinen ersten Start in einem Stanley Cup Finale erlebte. Die bisherige Stammkraft Frederik Andersen, der das Montagstraining aufgrund von Reha-Maßnahmen verpasst hatte, fehlte komplett im Kader. Die Backup-Rolle füllte Pyotr Kochetkov aus. Ansonsten blieb die Aufstellung unverändert.

1. Drittel: Blitzstart dank Stankoven und Blake

Die Hurricanes erlebten einen Blitzstart nach nur 66 Sekunden: Nach einem Offensivfaceoff rutschte der Puck in Richtung Hart, der aber an der Scheibe vorbeiwischte. So kam Logan Stankoven unmittelbar vor dem Tor zum Schuss und verwandelte mit der Rückhand zum 1:0 (2.).

CAR@VGK: Die Hurricanes gehen bereits nach 66 Sekunden in Spiel 4 in Führung

Die Partie nahm im Sekundentakt an Fahrt auf, was sich in harten Checks und hochkarätigen Torchancen ausdrückte: Golden Knights-Kapitän Mark Stone scheiterte bei einem Alleingang in Unterzahl an Bussi (3.). Auf der anderen Seite zogen im Powerplay Sebastian Aho (3.) und Nikolaj Ehlers (4.) gegen Hart den Kürzeren.

Die Strafe war gerade abgelaufen und Carolina noch immer in der Überzahl-Aufstellung, da spielte Taylor Hall einen Querpass vor dem Tor durch die Beine von Verteidiger Jeremy Lauzon genau aufs Tape von Jackson Blake, der sich nicht lange bitten ließ und auf 2:0 erhöhte (4.).

Vegas war wie wachgeküsst und kam wenig später zum Anschluss. Shea Theodore spielte einen traumhaften Breakaway-Pass in die Spitze auf Stone, der frei vor Bussi auftauchte, einen Schlagschuss antäuschte, doch stattdessen eine starke Bewegung machte und gegen die ausgetreckte Schiene des Torhüters sehenswert ins rechte Eck zum 1:2 traf (8.).

Das Spiel war somit wieder völlig offen. Vegas‘ Pavel Dorefeyev hatte den Ausgleich auf dem Schläger (12.), doch stattdessen klingelte es auf der anderen Seite im Powerplay: Carolinas Offensivverteidiger Shayne Gostisbehere schoss von der blauen Linie, der vor dem Tor postierte Jordan Staal staubte reaktionsschnell ab - 3:1 (13.).

„Ich sage den Jungs schon seit ich weiß nicht wie vielen Jahren, dass sie zum Tor ziehen sollen“, so Staal. „Hier passieren gute Dinge. Der Puck ist von vier verschiedenen Spielern abgeprallt und lag dann mitten da. Da musst du einfach zur Stelle sein. Ich finde, wir können da nach wie vor noch einen besseren Job machen, um dem Torwart die Sicht zu nehmen und Chaos zu provozieren. Ich mache das schon eine lange Zeit, aber auch die anderen Jungs müssen es machen.“

Die Partie blieb intensiv, unterhaltsam und hochspannend. Ivan Barbashev prüfte Bussi im Powerplay, im Gegenzug brachte Hall den Puck bei einem Alleingang nicht an Hart vorbei (20.). Einen Wimpernschlag nach der Pausen-Sirene donnerte Brayden McNabb einen Schlagschuss zum vermeintlichen 2:3 in die Maschen, doch der Videobeweis bestätigte, dass die Uhr bereits die Null erreicht hatte - kein Tor.

„Stressig. Ziemlich stressig“, äußerte sich Brind’Amour zu seiner Gefühlslage, ob der vielen Tore und Führungswechsel in dieser Serie.

CAR@VGK: Die Hurricanes behalten ihre 3:1-Führung um Haaresbreite

2. Drittel: Karlsson und Howden besorgen den Ausgleich

Mehr Scheiben zum Tor brachten weiterhin die Hurricanes. Die von Blake war durchaus nennenswert (22.). Ein Super-Solo von Ausnahme-Spieler Mitch Marner aber brachte das nächste Tor. Der Flügelflitzer tankte sich durch die Mitte bis tief in die Offensivzone, Rasmus Andersson übernahm, fuhr hinter das Tor und spielte von dort in den Gefahrenbereich, wo William Karlsson per Direktabzug ins rechte Eck zum 2:3 traf (25.).

Fortan schienen sich beide Teams über weite Strecken zu neutralisieren. Auch ein Powerplay auf beiden Seiten führte nicht zum Erfolg.

Ähnliches: Vegas Golden Knights hadern in Spiel 4 mit Start und Special Teams

Kurz vor der zweiten Pause richtete es eine Einzelaktion von Brett Howden für die Golden Knights: Der Top-Torjäger in den Stanley Cup Playoffs 2026 fuhr über links in die Zone, verzögerte geschickt und jagte den Puck für seinen 14. Playoff-Treffer neben den Kopf von Bussi genau unter die Latte zum 3:3 (38.).

„In der gesamten Serie geht es ums Momentum“, so Vegas-Verteidiger Rasmus Andersson. „Wenn du ein Tor schießt, dann kannst du auch zwei oder drei schießen. Gleichzeitig musst du versuchen, die Blutung schnell zu stoppen, wenn du hinten ein Tor kassierst.“

3. Drittel: Staal trifft spektakulär aus dem Nichts

Die ersten vier Minuten nach Wiederbeginn gehörten klar Vegas, auch dank eines dominanten Überzahlspiels mit 3:0 Torschüssen den Ton angaben.

„Wir haben uns zurückgekämpft, und ich finde, dass das dritte Drittel vielleicht unserer bestes war“, sagte Tortorella. „Das Frustrierende ist, dass wir uns den Siegtreffer nicht verdienen konnten.“

Ähnliches: Bussi liefert, als Carolina ihn am dringendsten braucht

Aus dem Nichts gingen die Hurricanes erneut in Führung. Ein erster kapitaler Fehlpass brachte Seth Jarvis frei vor dem Tor zum Schuss, doch Hart parierte. Der nächste haarsträubende Abspielfehler landete folgenschwer bei Ehlers, der quer auf Staal legte, der spektakulär im Fallen mit der Rückhand zum 4:3 einschoss (47.).

„Ich war für eine Sekunde unsicher, ob er reingegangen ist, dann habe ich gehört, wie es still geworden ist“, erinnert sich Staal an die spielentscheidende Szene. „Dann habe ich ein paar unserer Jungs schreien gehört. Ich war in meiner eigenen Welt. Es war ein unbeschreiblicher Moment. Ich habe selbst einen lauten Schrei losgelassen und dann mit den Jungs zusammen gejubelt. Es war ein wichtiges Tor zu, richtigen Zeitpunkt.“

CAR@VGK: Staal trifft mit einem Rückhandschuss im Sturzflug

Während Vegas versuchte, den Gegner im Forechecking aufzufressen, lancierte Carolina hin und wieder Entlastungsangriffe.

Bei noch zwei Minuten auf der Uhr nahm Tortorella Hart für einen zusätzlichen Angreifer aus dem Tor. Der Druck auf die Hurricanes wurde groß, doch Ehlers‘ Klärungsversuch prallte derart kurios von der Bande ab, dass dieser auf der anderen Seite zum Endstand ins Tor rutschte (60.).

Für Spiel 5 wechselt die Serie zurück nach Raleigh/North Carolina. Faceoff ist am Donnerstag (8 p.m. ET; Fr. 2 Uhr MESZ) im Lenovo Center.

„Mit einem 1:3 zurückzukommen hätte keinen Spaß gemacht. Aber diese Mannschaft gibt niemals auf. Das haben wir heute gezeigt. Wir freuen uns, dass wir mit einem 2:2 in der Serie nach Hause fahren“, so Ehlers.

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