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Die Carolina Hurricanes sind Stanley Cup Champion 2026! Architekt der Meistermannschaft ist General Manager Eric Tulsky, der selbst einen außergewöhnlichen Weg hinter sich hat. Der 50-jährige US-Amerikaner ist seit zehn Jahren in verschiedenen Positionen in der Organisation tätig und bekam erst vor der Saison 2024/25 Jahren die Chance, sich als GM zu beweisen. Die genau richtige Entscheidung für die Hurricanes, wie sich zwei Jahre später herausstellen sollte…

Ein Nerd fasst Fuß im Eishockey

Tulsky wurde in Port Huron im US-Bundesstaat Michigan geboren, wuchs aber in Philadelphia/Pennsylvania auf und wurde dort zum Baseball-Fan der Phillies sowie Eishockey-Fan der Flyers. Seine Ausbildung und berufliche Karriere hatte zunächst allerdings überhaupt nichts mit Eishockey zu tun.

Er erlangte einen Bachelor of Arts in Chemie und Physik an der renommierten Havard Universität. Später erwarb er seinen Doktortitel in Chemie an der Universität von Kalifornien, Berkeley. Zudem arbeitete er zwölf Jahre in der Hightech-Branche, wo er Forscherteams leitete, die sich auf den Einsatz von Nanotechnologie zur Lösung von Problemen in den Bereichen DNA-Sequenzierung, Solarenergie, Displays und Energiespeicherung konzentrierten. Aktuell hält er 27 US-Patente.

Man könnte also durchaus von einem Nerd sprechen, denn Tulskys Werdegang erinnert doch sehr an einen der Hauptprotagonisten aus der TV-Serie „Big Bang Theory“. Dazu passt irgendwie, dass Tulsky Anfang der 2010er Jahre für verschiedene Hockey-Blogs schrieb und dabei seine Kenntnisse über wissenschaftliche Arbeit einfließen ließ. So analysierte er etwa Puckbesitz-Zahlen und verglich Dump-and-Chase-Ansätze mit kontrollierten Eintritten in die Offensivzone. 

Ab 2012 wurden die Nashville Predators auf seine Ansätze aufmerksam und engagierten ihn für zwei Spielzeiten als Analyst und Datenwissenschaftler. Zur Saison 2014/15 wechselte er zu den Carolina Hurricanes.

Steiler Aufstieg in der Organisation der Hurricanes

Dort begann Tulsky einen kometenhaften Aufstieg: Nach einem Jahr als Berater stieg er 2015 zum Analysten auf und wurde 2017 zum Manager von Hockey-Analysen ernannt. 2018 folgte die Beförderung zum Vizepräsident für Eishockey-Management und -Strategie. 

Seit 2020 war Tulsky als Assistenz-GM in Carolina tätig und damit bereits seit sechs Jahren in alle Entscheidungen bezüglich des Spielerpersonals involviert. Er leitete das Profi-Scouting und war an Vertragsverhandlungen mit Spielern, der Einhaltung der Gehaltsobergrenze sowie anderen eishockeybezogenen Angelegenheiten beteiligt.

Der nächste logische Schritt war die Ernennung zum General Manager, was 2024 passierte. Tulsky trat die Nachfolge von Don Waddell an, der Mitte Mai zurücktrat und sich zur neuen Saison den Columbus Blue Jackets anschloss.

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„Eric ist bereit für diese Chance“, sagte Hurricanes-Eigner Tom Dundon damals. „Er hat sowohl außerhalb des Eishockeys als auch in den letzten zehn Jahren bewiesen, dass er Menschen führen und Abläufe leiten kann. Sein Engagement, seine Arbeitsmoral und seine Liebe zum Detail machen ihn zum idealen Kandidaten für die Position unseres nächsten General Managers. Alles, was wir hier tun, basiert auf Zusammenarbeit, und Eric wird eng mit Darren Yorke, Rod Brind’Amour und unserem Führungsteam zusammenarbeiten, um weiterhin einen Eishockeyklub auf Meisterschaftsniveau aufzubauen.“

Das Meisterstück

Gesagt, getan. Bereits 2024 holte Tulsky Spieler wie die Stürmer Jackson Blake, Eric Robinson und William Carrier sowie die Verteidiger Sean Walker und Shayne Gostisbehere hinzu. 2025 folgten mit Taylor Hall, Logan Stankoven, Mark Jankowski, Alexander Nikishin, K’Andre Miller, Nikolaj Ehlers und Brandon Bussi weitere essenzielle Bausteine für die spätere Meistermannschaft. Das Gerüst stand, sodass der GM zur Trade Deadline 2026 gar nicht mehr tätig werden musste.

CAR@VGK: Die Hurricanes gehen bereits nach 66 Sekunden in Spiel 4 in Führung

In der Rückschau darf aber auch nicht vergessen werden, dass Tulsky auch Kritik erntete, etwa weil der damalige Blockbuster-Neuzugang Mikko Rantanen nur 41 Tage nach seiner Akquise von der Colorado Avalanche wieder zu den Dallas Stars abgegeben wurde. Diesen Trade hatte Carolina mit Martin Necas und Jack Drury damals teuer bezahlt. Rantanen aber wollte bis zur Trade Deadline 2025 nicht verlängern, also wurde er zwangsläufig wieder abgegeben. Der so lange ersehnte Superstar war nach etwas mehr als einem Monat wieder weg. Keiner hätte ahnen können, dass die Hurricanes ein Jahr später das Meisterstück eben komplett ohne einen Superstar, sondern mit einer homogenen Mannschaft schaffen würden.

Unter der Ägide von Tulsky wurden übrigens auch klangvolle Spieler wie Jake Guentzel, Brett Pesce, Brady Skjei, Teuvo Teravainen, Brent Burns, Dmitry Orlov, Tyson Jost oder Jack Roslovic abgegeben. Diese Aufzählung zeigt, dass Tulsky insbesondere die Abwehr erfolgreich umgebaut hat. Sie war auch das Herzstück auf dem Weg zum Stanley Cup-Sieg.

2026 ist der Meister-Macher am ultimativen Ziel angekommen. Nicht nur die Mannschaft war eine Einheit, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen GM und Erfolgstrainer Rod Brind’Amour war von großem Vertrauen geprägt. Ein hochstudierter Nerd und Blog-Schreiber aus Philadelphia stemmt nach zwölf Jahren in Carolina und zwei Jahren als General Manager den Stanley Cup in die Höhe. Es ist ein außergewöhnlicher Weg und eine Geschichte, wie sie aus der Feder von Hollywood-Autoren stammen könnte. Fast, wie bei „Big Bang Theory“.

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